Projekt SiDiM: Neue Schutzmaßnahmen für Ebooks durch individuelle Textmarkierungen

17. Juni 2013 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von: Gastautor

Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, wenn man vom Schutz digitaler Werke spricht. Die Akzeptanz von DRM bei Ebooks beispielsweise ist bei den Konsumenten recht gering, schließlich schränken sie die Weitergabe im kleinem Kreis bereits massiv ein. Anderseits können Ebooks durch ihre geringe Dateigröße natürlich sehr schnell illegal getauscht werden. Einen Kompromiss zwischen Konsument und Verlagen möchte hier das deutsche Forschungsprojekt SiDiM erreichen.

SiDiM Ebooks Schutz

SiDiM, eine Abkürzung für Sichere Dokumente durch individuelle Markierung, möchte die Ebooks und Dokumente über einen anderen Weg vor der illegalen Verbreitung schützen. Dabei steht weniger die Verhinderung der eigentlichen Kopie im Vordergrund, sondern die eindeutigen Markierungen in den Dokumenten. Diese sollen weitestgehend für den normalen Leser „unsichtbar“ bleiben, aber bei einem entsprechenden Verstoß zweifelsfrei rückverfolgbar sein, wie das Projektblatt beschreibt.

Basis der Überlegung waren digitale Wasserzeichen, wie sie bereits in multimedialen Werken vorhanden sind. Diesen Wasserzeichen-basierten Schutz will man nun mit neuen Technologien auch auf Texte übertragen, sie nennen es Textwasserzeichen. Die Grundidee bei SiDiM zeigt sich durch völlig unscheinbare Textveränderungen am Originaltext. Ein paar Beispiele, wie dies in der Praxis aussehen könnte, haben die Forscher in einer Umfrage bei den Autoren abgefragt.

Beim Durchlesen der einzelnen Texte stellt man schnell fest, dass sich nicht die Inhalte ändern, sondern vorwiegend kleine Wortumstellungen, Veränderungen von Anordnung der Absätze oder Änderungen der Interpunktion durch den Algorithmus vorgenommen werden. Schaut man sich die Beispiele an, wäre dies für mich vertretbar und der klassischen Gängelung durch DRM vorzuziehen. Allerdings muss man den Algorithmus natürlich erst einmal an längeren Büchern testen, denn eine Satzumstellung könnte im schlechtesten Fall die beabsichtigte Intention des Autors verändern und viele Leser dürften sich die Original-Version des Autors wünschen, statt eine abgewandelte Version durch einen Algorithmus.

Ob man damit den illegalen Tausch von Büchern tatsächlich einschränkt, weil derjenige eher rückverfolgbar ist, muss man ebenfalls abwarten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht jedenfalls eine Zukunft darin und unterstützt das Projekt des Fraunhofer-Instituts. Was haltet ihr von diesem Ansatz?

 



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Quelle: torrentfreak |
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