Posteingänge quellen über: 2015 hat sich das Spam-Aufkommen weiter erhöht

8. Februar 2016 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von: André Westphal

web.de logoIch erinnere mich noch, es muss wohl so Ende der 1990er-Jahre gewesen sein, als ich meine erste Spam-E-Mail öffnete. An den Inhalt erinnere ich mich nur vage: Es ging nicht um Wunderpillen aus Asien, den verstorbenen Millionärs-Onkel aus Afrika oder die Bestätigung meines Bankkontos, sondern darum, dass man mir irgendeine Software andrehen wollte. Verwundert darüber, woher der Absender meine E-Mail-Adresse haben könnte, habe ich in meinem jugendlichen Wahn sogar geantwortet und darum gebeten, mir doch keine Werbung mehr zu senden. Eine Antwort erhielt ich nie und weiteren Spam auch nicht. Heute sieht es anders aus: Spam-E-Mails im zweistelligen Bereich erreichen mich täglich. Da dürfte ich keine Ausnahme sein, denn laut Statistiken von GMX und Web.de sowie Anbietern von Sicherheitssoftware habe das Spam-Aufkommen 2015 ordentlich zugelegt.

Web.de und GMX haben speziell für Deutschland Zahlen bereitgestellt und kommen für 2015 auf ca.105,9 Mio. Spam-E-Mails täglich. Das entspricht sogar einer Verdoppelung gegenüber 2014. Zudem habe sich der Anteil an Spam mit schädlichen Links noch stärker erhöht. Was die Themenwahl der Versender betreffe, gebe es ebenfalls neue Trends. Interessant ist, dass Symantec im Sommer 2015 noch jubelte, dass die niedrigste Spamquote seit dem Jahr 2003 erreicht sei. Dafür nahm das Spam-Aufkommen aber eben leider im zweiten Halbjahr besonders deftig zu. Als Ursachen für den Anstieg sind unter anderem zunehmende Professionalisierung der Online-Kriminellen als auch flexiblere Vorgehensweisen zu nennen. So ist mittlerweile ein Wettrennen zwischen den Entwicklern von Spam-Filtern und den Versendern der  nervtötenden Nachrichten entstanden.

Spam

Daher setzen Spam-Versender auch immer häufiger auf Wegwerf-Domains und nutzen jene nur für eine einzige Spam-Attacke. Gekoppelt mit der Nutzung von Botnetzen wird der Spam-Versand immer organisierter. Was ich selbst nicht bestätigen kann: Laut Web.de und GMX würden Nutzer den Anstieg der Spam-Nachrichten nicht bemerken, da die E-Mails bei beiden Anbietern gefiltert würden und daher im Spam-Ordner landen oder gar nicht erst ankämen. Lustigerweise habe ich bei genau diesen beiden Anbietern Freemail-Konten und musste bereits seit Anfang 2015 verstärkt feststellen, dass mich nach einer angenehmen Flaute nun wieder Spam erreicht. Sicher sortieren die Filter weiterhin vieles aus, aber bei mir kommt definitiv mehr „Mist“ durch als in den Vorjahren. Das hervorragende Zeugnis, das sich Web.de und GMX also selbst ausstellen, kann ich leider nicht vollends unterschreiben.

2015 standen übrigens laut Web.de als Spam-Themen besonders „Abnehmen“, „Krankenversicherungswechsel“, „Dating“ und „Karriere“ hoch im Kurs. In der Tat bekomme auch ich fast täglich Nachrichten, die mich bitten die Krankenversicherung zu wechseln, da ich zu viel zahlen würde. Um das Spam-Aufkommen zu vermindern, empfiehlt Web.de freilich seine E-Mail-Adresse nirgends öffentlich zu posten und mehrere Adressen zu verwenden – etwa eine beruflich und eine andere privat. Auf diese Idee kommen die meisten allerdings wohl auch selbst. Zumal die meisten Firmen ihren Mitarbeitern ohnehin eigene E-Mail-Adressen zuweisen. Ergänzend sollte man Spam-E-Mails im Gegensatz zu mir in meinen Jugendjahren niemals beantworten und auch nicht auf Links zur vermeintlichen Abbestellung hereinfallen. Einfach ein wenig den Kopf einschalten, hilft also schon größere Schäden zu vermeiden.


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1964 Artikel geschrieben.