Porno-Industrie fordert bevorzugte Anzeige legaler Angebote von Google

8. November 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Seit knapp einem Monat zeigt Google bei der Suche nach Multimedia-Inhalten Werbeanziegn für legale Alternativen an, falls die Suchanfrage bestimmte Begriffe enthält. Das ist ein Teil von Googles Plan, um gegen Raubkopien vorzugehen. Für die Anbieter legaler Angebote, wie etwas Streaming-Dienste ist dies ein großer Vorteil, wird so eventuell für neue zahlende Kunden gesorgt. Nun fühlt sich die Industrie für Erwachsenen-Unterhaltung der freizügigeren Art benachteiligt und fordert ebenfalls, dass Google es ermöglicht, auch für diese Branche Werbe-Anzeigen zuzulassen.

Google Office

Mehrere hochrangige Vertreter der Porno-Industrie fühlen sich von Google diskriminiert, das diese Branche ebenso mit Raubkopien zu kämpfen habe. Problem seien vor allem die sogenannten Tube-Seite, also Seiten, die wie YouTube aufgebaut sind, nur anstatt Let’s Plays eben Pornos zeigen. Diese bieten zwar eine Möglichkeit für Rechteinhaber, damit nicht rechtmäßig verwendete Inhalten gelöscht werden, den Studios fällt es aber immer schwerer, den Überblick zu behalten.

Während Google sich zu der Sache nicht äußert, sieht die Porno-Industrie in einer solchen Gleichstellung mit „normalen“ Film-Diensten sogar die Möglichkeit, die Inhalte besser nach Alter zu filtern. Dies wäre bei der Anzeige von Seiten mit raubkopierten Inhalten nicht der Fall. Wenn legale Inhalte erst auf der zehnten Suchergebnis-Seite angezeigt werden, ist es schwer, den Nutzer davon zu überzeugen, dass er für diese Art Inhalte zahlen soll.

Google hat Porno-Seiten allerdings schon immer „diskriminiert“. Für derartige Angebote kann man keine Werbeanzeigen buchen. Dass sich dies nun ändern wird, ist sehr unwahrscheinlich, auch im Hinblick auf staatliche Maßnahmen, die in manchen Ländern ergriffen werden oder künftig zum Tragen kommen sollen. Zwar hat die Industrie durchaus recht, wenn sie behauptet, dass sie eine normale Industrie, wie jede andere auch sei, Steuern zahlt und für Arbeitsplätze sorgt. Bei Google sei das Thema aber anscheinend tabu, obwohl man sich nur einmal überlegen muss, wie oft über Google nach Pornos gesucht wird. Denn wir alle wissen ja: Internet is made for porn.


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Quelle: BBC |

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