Porno-Abmahnung aufgrund Streaming entpuppt sich als ausgewachsene Abmahnwelle

7. Dezember 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Vor ein paar Tagen berichteten wir hier über die „erste Porno-Abmahnung wegen Streamings„.  Ein Benutzer wurde abgemahnt, weil er sich auf der Plattform Redtube einen Pornofilm angeschaut haben soll. Die abmahnenden Rechtsanwälte teilten mit, dass die Mandantin (The Archive AG) vor dem LG Köln den Internet-Service-Provider des Abgemahnten “gemäß § 101 Absatz 9 auf Auskunft” in Anspruch genommen hätten.

redtube-4

Hielt man den Spaß erst einmal für einen Einzelfall, so kristallisiert sich mittlerweile heraus: das Ganze ist eine Abmahnwelle. In unserem Beitrag meldeten sich Betroffene zu Wort und Rechtsanwalt Christian Solmecke ließ heute morgen über Twitter verlauten: bereits am Nikolaustag haben sich 300 Betroffene gemeldet, die eine Abmahnung im Kasten hatten. Sie alle bekamen eine Abmahnung der Regensburger Kanzlei U+C, die in der Vergangenheit schon bei Abmahnungen im Bereich der Erotikfilme aktiv gewesen sein soll.

Die abgemahnten Nutzer sollen nun 250 Euro zahlen: 149,50 € Rechtsanwaltsgebühren zuzüglich einer Pauschale von 20 € für Post und Telekommunikation. Hinzu kommen 15,50 € Schadenersatz und 65 € an Aufwendungen für die Ermittlung. Der Streitwert ist mit 1080,50 Euro angesetzt worden. Die Kanzlei Wilde Beuger Solmecke sieht das Anschauen der Filme über ein Streamingportal nicht als Straftat an:

Aus unserer Sicht haben die Nutzer hier keine Straftat begangen. Anders als es zum Beispiel bei Kino.to der Fall war, werden die Filme auf Redtube nicht offensichtlich rechtswidrig (im Sinne des Urheberrechts) verbreitet. Sofern also beim Anschauen der Filme überhaupt eine Kopie auf dem eigenen Rechner erfolgt, ist diese als legale Privatkopie gemäß § 53 Urheberrechtsgesetz einzustufen. Hinzu kommt, dass die einzige Kopie, die hier überhaupt angefertigt wird, lediglich in einer wenige Sekunden langen Zwischenspeicherung im flüchtigen Zwischenspeicher des Computers (RAM) besteht. Solche Kopien sind meiner Meinung nach gemäß § 44a Urheberrechtsgesetz erlaubt.

Solmecke weiter:  “Es ist noch ist völlig offen, wie die Kanzlei an die IP-Adressen der Nutzer gekommen ist. Denkbar ist, dass die Plattform die Adressen selbst herausgegeben hat. Klar ist schon jetzt, dass das Landgericht Köln die Herausgabe der IP-Adressen gestattet hat. Soweit ersichtlich, sind viele Telekom Kunden von den Abmahnungen betroffen. Die aktuellen Abmahnungen beziehen sich auf das Anschauen von Filmen im August 2013, ich gehe davon aus, dass nun kontinuierlich weitere Abmahnungen folgen werden.“

Ich bin gespannt, was hier nun genau passiert, denn der Bereich Streaming ist groß, sehr groß – und er umfasst nicht nur Pornofilme.



Über den Autor: caschy

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89 Kommentare

Bjørn Max. Ph.D. (@GrumpyNeXX3r) 7. Dezember 2013 um 13:06 Uhr

Seit Jahren flattern mir immer wieder irgendwelche Abmahnungen ins Haus, seit dem Spar ich mir den Anzünder für den Kamin. 🙂

mh 7. Dezember 2013 um 13:09 Uhr

„Es ist noch ist völlig offen“ ?

wtf 7. Dezember 2013 um 13:12 Uhr

Wie sind die rechtssicher an die IPs gekommen?!

Jo 7. Dezember 2013 um 13:20 Uhr

Interessant, dass die Abgemahnten bei der Telekom sind. Rückt die Telekom besonders leicht die Nutzerdaten heraus? Und unsere kommende Regierung (vor allem auf Druck der CDU/CSU) möchte auch noch die Vorratsdatenspeicherung einführen. Dann wird das massenhafte Abmahnen noch einfacher.

Heiko Bernhörster 7. Dezember 2013 um 13:25 Uhr

Ich frage mich nur, was am Streaming falsch sein soll, wenn es sich nicht um Raubkopien handelt. Müsste man dann nicht auch abgemahnt werden, wenn man eine Mediathek nutzt?

Jo 7. Dezember 2013 um 13:27 Uhr

U+C ist schon einschlägig bekannt und hat dabei auch schon gerichtlich einen auf den Deckel bekommen. Vom Abofallen-Abzocker zum verurteilten Massenabmahner:

http://www.shopbetreiber-blog......ersonlich/

Niranda 7. Dezember 2013 um 13:28 Uhr

Es geht also um Urheberrecht, habe ich das richtig verstanden?

Icke 7. Dezember 2013 um 13:29 Uhr

Wie ist den die Lage bei Youtube? Kommt in Zukunft noch eine viel größere Welle auf und zu?

Stefan 7. Dezember 2013 um 13:29 Uhr

Mache ich mich jetzt auch strafbar, wenn ich spotify nutze? ist ja auch streaming -.-

peet 7. Dezember 2013 um 13:30 Uhr

Ich könnte mir vorstellen das Redtube selber mit drinsteckt, gehen wir davon aus das sich 300 abgemahnte gemeldet haben wird die dunkelziffer auch bei 2000 und mehr sein, da sind wir schnell im Millionenbereich…..

tanalahy 7. Dezember 2013 um 13:36 Uhr

Es geht hier nur um die Monetarisierung des Schamreflexes bzw.die eiskalte Kalkulation, dass Ehemänner und Partner lieber zahlen als mit ihren Frauen über Rechtanwaltsbriefe zu diskutieren.

Jo 7. Dezember 2013 um 13:39 Uhr

Es wird immer dubioser:

In Tauschbörsen haben die Rechteinhaber gute Chancen den tatsächlichen Nutzer hinter der IP Adresse ausfindig zu machen.

Beim Streaming sieht man aber in der Regel nicht, wer sich den Film XYZ gerade anschaut. Der Einzige, der hier einen schönen Überblick hat, ist der Betreiber des Servers bzw. der Internetseite!

Jetzt frage ich mich natürlich, wo hat denn die Anwaltskanzlei bzw. der Rechteinhaber diese Information her, dass die IP Adresse Xxx.xxx.xxx.xxx zum Zeitpunkt X auf der Seite Y den Film Z geschaut hat? Der Internetzugangsprovider (Telekom) weiß das nicht. Die naheliegendste Lösung wäre:

Die XXX-Seite wird direkt vom Rechteinhaber als eine Art Honeypot betrieben, und entsprechend hat er Zugang zu allen Zugriffsdaten.

Quelle:

http://bulaland.de/index.php/e.....ine-panik/

dadri 7. Dezember 2013 um 13:46 Uhr

250€/Abmahnung * 2000 Abmahnungen = 500.000 €

Naja knapp am „Millionenbereich“ vorbei. Dennoch würde ich auch sagen, dass Sie den vermutlich anpeilen.
Da könnte man glatt in Versuchung kommen, doch noch auf ein Jura-Studium umzuschwenken. So viel Geld auf so einfache (und zu verurteilende) Weise… nicht schlecht!
Vor allem wenn man bedenkt, dass nur 6,2% davon tatsächlich Schadensersatz sind.

Klaus 7. Dezember 2013 um 13:48 Uhr

Wenn eine Abmahnung ins Haus flattert.. Zahlen oder nicht?

Florian 7. Dezember 2013 um 14:30 Uhr

…und sicher nicht unabsichtlich, damit im Erotikbereich anzufangen. Ich würde schätzen, dass weniger als die Hälfte der Betroffenen tatsächlich offen zugeben würden, wo sie unterwegs waren – und sich somit wehren könnten.

nasabaer 7. Dezember 2013 um 14:31 Uhr

Hinfahren uns so einem Rechtsverdreherpack mal richtig auf die Fresse hauen – DAS würde sicherlich Wirkung zeigen.
Alles andere zieht in unserem „Rechtsstaat“ wohl nicht mehr.

Norbert 7. Dezember 2013 um 14:50 Uhr

@nasabaer: glücklicherweise geht das nicht. Nicht das Du da hingehst und dann steht da einer vom Klitscko Format und haut Dir auf….

Einfach ein dummer Kommentar.

karlnielz 7. Dezember 2013 um 14:59 Uhr

…zu dem Schüttel-Kino von Zuhause aus. Mir fehlen in dem Artikel folgende Hinweise;

„Wer bezahlt, erkennt an.“ –> Wenn dann nach der 5. Abmahnung sich der Denunzierte Rechtsrat sucht ist es zu spät, Geld bekommt man nicht mehr zurück

Abmanhanwälte spekulieren , wie Aboabzocker in ihrem Handwerk darauf, das wegen sozialer Verwerflichkeit – dumm da zu stehen, das eine Art Ablassgeschäft entsteht.

Das es zu Verfahren kommt, halte ich für ausgeschlossen. Es ist wahrscheinlicher, das diese Spezies von Elendsjuristen sich in den Mund schießt.

—-> http://de.wikipedia.org/wiki/G.....ravenreuth

André 7. Dezember 2013 um 15:11 Uhr

@Jo: Wenn die Seite ein Honeypot des Rechteinhabers wäre, begeht man aber beim Anschauen eines Videos keine Urheberrechtsverletzung, denn der Anbieter hat ja die Rechte für die Verbreitung.

alexbloggt 7. Dezember 2013 um 15:13 Uhr

Na wenn das die Runde macht, dürfte der Großteil der deutschen Bevölkerung Abmahnungen bekommen.
Auf YouTube ein nicht lizensiertes Video geschaut -> Abmahnung
Auf einer Homepage ein nicht lizensiertes Bild angesehen -> Abmahnung
Eine Homepage, die man besucht spielt im Hintergrund nicht lizensierte Musik ab -> Abmahnung
Dafür darf man aber für jeden USB-Stick, jede Festplatte und jedes Speichermedium Gebühren an die GEMA abdrücken. Einfach mal wegen Generalverdacht.
Diese Kanzlei versucht hier nur schnell Kohle zu machen, eigentlich sollte der Gesetzgeber mal etwas gegen die Abmahnindustrie unternehmen, die den Kragen anscheinend nicht voll genug bekommen kann.

friddes 7. Dezember 2013 um 15:41 Uhr

Na ist doch toll: So tötet man Online-Geschäfte. Streaming: tot. Cloud-Speicher im Ausland (besonders in den USA): tot. usw.
Wenn Betreiber UND Provider so leicht (einfach ein Gericht fragen) IPs herausgeben, dann ist das IT-Geschäft bald in eglicher Hinsicht mause-tot.
Weiter so.
So machen Juristen (Regierung) Juristen (faulen Rechtsanwälten) Arbeit und dem Rest der Wirtschaft den Garaus.

hedemann 7. Dezember 2013 um 16:17 Uhr

Bin gespannt, wann die ersten Honeypot-Seiten mit einem pixelgroßen, versteckten Porno online gehen. Da kann man richtig mit verdienen. Der Nutzer streamt, ohne es zu merken, und dubiose Briefkastenfirmen verdienen sich eine goldene Nase.

thelegend66943 7. Dezember 2013 um 16:29 Uhr

ich würde, falls ich abgemahnt würde zurück klagen, 5000€ wegen täuschung:

pornos sind laut gesetz nicht schützenswert
streaming ist NICHT illegal
absatz 9 zielt auf „gewerbliches ausmaß“-> eher für den hoster, man selbst hätte max. einen schaden einer dvd zu zahlen, aber nicht gewerblich ôo

Michi 7. Dezember 2013 um 16:50 Uhr

Also laut Stichcode bin ich Nr. 8774…
Das sind dann 8774 * 250,-€ = 2.193.500,-€
Und ich bin mit sicherheit nicht der letzte…
Selbst wenn nur jeder 100-te zahlt weil er Panik hat, lohnt ich das Abzocken schon.

Ich gebe lieber die 250,- für den Anwalt aus, als für die U + C …

FlyingT 7. Dezember 2013 um 16:57 Uhr

@Michi

Und du hast den Film auch gesehen? Also jetzt nur um ein „wir schicken mal an alle“ auszuschliessen.

Guntram 7. Dezember 2013 um 17:11 Uhr

Ich glaube ja fast, daß das eine Werbekampagne von RedTube ist. Wollen wir wetten, daß sich deren Zugriffe ordentlich vervielfacht haben?!

Full ack 7. Dezember 2013 um 17:27 Uhr

@ nasabaer

Guter Kommentar 🙂 ..:)! Ethisch eventuell diskussionswürdig, aber unzweifelhaft klasse :)!

Flexibar 7. Dezember 2013 um 17:29 Uhr

@Guntram: Wohl eher schlechte Presse. Ich denke da wird xhamster mehr Besucher bekommen^^ Naja.. ab jetzt sollte man p0rn und andere Streamingangebote nur noch mit dem Torbowser ansurfen.

Freddy 7. Dezember 2013 um 17:30 Uhr

Ich glaube, daß nur Nutzer von der Telekom betroffen sind,
wenn ich das alles so richtig gelesen habe.
Dann wird auch dort der Informant sitzen, der die Nutzerdaten heraus gab.

Ich bin auch davon überzeugt, daß diese Abmahnwelle keinen Erfolg haben wird.

Mike 7. Dezember 2013 um 17:37 Uhr

Und wieder wird hier Unsinn erzählt, vor allem von thelegend66943
– „pornos sind laut gesetz nicht schützenswert“ Altes Webmärchen – ging da um einen bestimmten Einzelfall und stimmt so NICHT
– „streaming ist NICHT illegal“ Dazu gibt es noch KEIN Urteil und KEIN Gesetz, stimmt also so nicht!
– „gewerbliches Ausmaß“ darum gehts hier nicht. Der Abmahner bleibt ja unter der 150€ Grenze und haut noch andere „Ermittlungsgebühren“ drauf.

Und wenn „Bjørn“ schon mehrere Abmahnungen erhalten hat, wird er sich bald über die ersten Schreiben vom Gericht freuen können. So ein Abmahner kann noch nach Jahren Klage erheben wenn er gerade Freizeit hat, kostet ihn ja nichts.

GuteType 7. Dezember 2013 um 18:00 Uhr

Wer nicht nur rumheucheln, sondern handeln will, sollte seinen faulen Hintern mal wieder ins Reallife schwenken. Mit einem Kommentar unter „Caschys Blog“ oder einem virtuellen Daumen nach oben ist es nicht getan !

Geht mal wieder auf die Straße, startet eine Unterschriftenkampagne oder schreibt eurem Bundestagsabgeordneten mal einen Brief !

Immer diese Heuchelei. Virtuell können sie sich alle aufregen, aber dann über die Montagsdemonstranten in der Einkaufsstraße lachen…

    Jo 7. Dezember 2013 um 18:04 Uhr

    Da ist was dran. Die Mehrheit der Deutschen haben gerade eine Partei in den Bundestag gewählt, die eine flächendeckende Vorratsdatenspeicherung einführen will. Das macht es den Massenabmahnern noch leichter.

Full ack 7. Dezember 2013 um 18:07 Uhr

@ Mike

Ich muss nur auf mir rechtskräftig zugestellte Briefe reagieren. Also Einschreiben, Amtsgericht etc.

Abe 7. Dezember 2013 um 18:15 Uhr

Das ist bei dem realen Streitwert auch mehr ein Sturm in Wasserglas. Man kann sich ja mal den Spass machen und in einen Gerichtskostenkalkulator Streitwerte eintragen. Real bei der illegalen Beschaffung eines solchen Filmes sind die Kaufkosten des Films, da wären 50€ schon hoch angesetzt. In der Gesamtsumme, würde man mit Bausch und Bogen verlieren (also Wort-Case-Sznario) würde man da auf ~400€ Gesamtkosten, also Prozesskosten samt Honorare der Anwälte beider Parteien etc. kommen.

J2C 7. Dezember 2013 um 18:19 Uhr

@Full ack: So einfach ist das leider nicht. Müssen ist relativ. Aber ein sogenanntes Postausgangsbuch reicht leider auch erstmal, um zumindest den Anschein zu erwecken, dass ein Schreiben an Dich rausgegangen ist. So habe ich das zumindest mal verstanden. Anwaltswelt halt. 🙁

Tim Bremer (@tbremer19) 7. Dezember 2013 um 18:31 Uhr

Warum werden dann nur Redtube streamer abgemahnt?

TheRave 7. Dezember 2013 um 18:37 Uhr

Ab und zu soll es ja vorkommen daß der ein oder andere Brief bei der Post verloren geht. Niemand ist verpflichtet einer Abmahnung zuzustimmen. Im Gegenteil bei Zuwiderhandlung gibts das nächste mal noch ne Vertragsstrafe.

Wir Deutschen lassen eh alles mit uns machen. Ob es das Bankgeheimnis ist, die neue Gesundheitskarte, Vorratsdatenspeicherung, Rasterfahndung mit Handynummern, kannste schauen wo du willst. Hier sagt keiner was. Ob man CDU oder SPD wählt ist auch vollkommen wurst, da ist die eine wie die andere.

Das Problem ist doch jeder denkt nur, ihn betrifft es ja nicht, komme was wolle, was geht mich das an. Na dann, wollen wir hoffen das es dabei bleibt. Auf unsere Demokratie können wir wirklich Stolz sein. Ich sehe nicht das ich da eine Wahl habe. Entweder gewinnt die eine Seite oder die andere und beide vergessen nach der Wahl ihre Mehrheitsbeschaffer und verlassen die Tiefflugebene.

Full ack 7. Dezember 2013 um 19:22 Uhr

@ J2C

Ah, interessant. Man liest ja oft „Mit Nicht-Reagieren signalisierst du stillschweigend deine Zustimmung, also muss du widersprechen“. Wär‘ ja voll der Irrsinn! Kennt man aber aus „The Simpsons“ :D. Soweit ich weiß, ist so ein Szenario im Real-Life nie passiert.

Jomei 7. Dezember 2013 um 19:24 Uhr

Was hier versucht wird ist doch klar. Die Kosten in einem Rahmen halten, in dem viele einfach so zahlen. Denn mit Porno zur Frau / Freundin rennen und zum Anwalt. Da sind sie dann zu feige.

Das Problem. Wie die Leute an die IP gekommen sind läßt sich nur feststellen, wenn man die Leute selber vor Gericht zieht. Ist bekannt ob das schon jemand macht?

So. Und wer dann noch genügend Kohle hat, der kann weiter klagen und feststellen lassen ob Streams eine Urheberverletzung sein können, in dem Fall. Ist ja nicht kino.to Und wenn das so sein sollte, dann ist zumindest für deutsche User ein Streamingprtal irgendwann tabu, denn die Anwälte werden sich weiter dumm und dämlich verdienen.

Leros 7. Dezember 2013 um 19:28 Uhr

Ich weiß schon, warum ich in diesem Rechtsstaat nur noch mit VPN unterwegs bin…

Jomei 7. Dezember 2013 um 19:28 Uhr

Ich sehe auch gerade, diese AG sitzt natürlich in der Schweiz und nicht in Deutschland. Und die Inhaber sind wieder über zig Ecken „verschleiert“

Josef Türk 7. Dezember 2013 um 19:45 Uhr

Der letzte Satz dieses Blogbeitrages macht mir am meisten Kopfzerbrechen und bringt es auf den Punkt. Eine riesen Sauereiist das was hier wieder abgezogen wird. Bin gespannt was da noch rauskommt.

Daniel 7. Dezember 2013 um 19:47 Uhr

Hier https://www.xing.com/profiles/Tom_Urmann kann sich jeder mal bei dem Herrn Rechtsanwalt bedanken… Unmöglich das ganze..

Mike 7. Dezember 2013 um 19:48 Uhr

@Abe
Und schon wieder falsch. Der Abmahner kann sich vor Gericht einen Streitwert ausdenken, der z.B. die Produktion des Films umfasst, beispielsweise 25.000 Euro. Das kann man dann wieder bestreiten und das Gericht festlegen lassen, dann kommt sagt der Richter z.B. „wir halten 5000 für angemessen“. Und schon kannst Du an Deine Kostenrechnung eine Null anhängen….
Nie vergessen: vor Gericht entscheidet nicht gesunder Menschenverstand, sondern wer die Paragraphen besser verdrehen kann.
@Full ack
Es geht nicht um Zustimmung bei Nichtreaktion. Wenn Du nichts machst, fährt der Abmahner automatisch die nächsthöhere Maßnahme los, in der Hoffnung, dass spätestens bei Mahnbescheid oder Klageerhebung gezahlt wird. Und spätestens auf diese Briefe musst Du reagieren. Wenn der Abmahner aber vorher schon mitkriegt, dass Du nicht so einfach mitmachst, wird er bei unklarer Rechtslage VIELLEICHT aufgeben, um sich gehorsamere Opfer zu suchen.
@TheRave
Schon mal gemerkt, dass selbst das Finanzamt kaum noch Einschreiben verschickt? Es gibt Gerichtsurteile wo klar geurteilt wurde, dass auch normae Briefe bei Nachweis der Absendung allgemein als zugestellt gelten, weil der Prozentsatz „verschwundener“ Briefe verschwindend gering ist. Verrückt, aber ist so. Du kannst nicht beweisen, einen Brief NICHT bekommen zu haben. Die andere Seite kann aber nachweisen, ihn eingeworfen zu haben. Und Richter sind faul und ziehen immer alte Urteile heran, um selber keins sprechen zu müssen.

nasabaer hat schon recht – dieser Mafia würde man nur beikommen, indem sich öfters mal genug Leute per Facebook oder so zu einer sportlichen Veranstaltung mit Baseballschlägern verabreden….

Jomei 7. Dezember 2013 um 19:56 Uhr

Da mich das Thema schon interessiert, habe ich in einigen Law Blog mal nachgelesen. Die Masche ist glasklar. Abzocken. Denn:

Hinter der CH verstecken sich 2 sehr bekannte Abmahnanwälte aus Rhein-Main und Berlin. Dazu eine Firma aus Offenbach, die dafür auch schon lange bekannt ist.

Die Anwaltskanzlei verlangt die Überweisung nach CH und nicht zur Kanzlei nach Deutschland, wie sonst üblich. Sehr komisch. Die Sache mit der IP ist schon merkwürdig, aber was, wenn man einfach mal mit zB 100.000 IPs zum Gericht nach Köln geht, die haben ja die Genehmigung für die Adressen gegeben und einfach ins Blaue schiesst?

Es muss ja jemanden geben, die hin und wieder mal einer der großten Free-Porno-Websites besucht. Das ganze dann noch vor Monaten (August) und fertig ist es. Die Kohle ist ja eh in der Schweiz.

Alexander 7. Dezember 2013 um 19:58 Uhr

Hätten die Betroffenen den Film mal im Laden geklaut… 😉

Jomei 7. Dezember 2013 um 20:06 Uhr

Ist interessant was da so langsam sein „könnte“. Alle Abgemahnten sind (zur Zeit bekannt) ausschl. Telekomkunden. Die Benutzerkennung bezieht sich nämlich auf den Telekomaccount, die in der Abmahnung steht. Kein Account bei redtube.

Mehrere Leute haben jetzt auch bericht, am besagten Tag auch Mails der Telekom bekommen zu haben, in denen darauf hingweisen wird, dass von ihrem Account unerwünschte Zugriffe auf Fremdcomputer erfolgten. http://www.it-recht-deutschland.de/?p=281391 Oha. Ein Virus, der Zugriffe generiert um die Grundlage von Abmahnungen zu sein? Ein interessanter Fall.

Jo 7. Dezember 2013 um 20:18 Uhr

Jomei, danke für den Link, das ist ja spannend wie ein Krimi. Inzwischen gigt es ein Update:
http://www.it-recht-deutschland.de/?p=281420
„Es scheint daher sicher, dass die Abgemahnten vorliegend entweder Opfer einer “Phishing”-Falle oder eines Virus geworden sind, ggfs. sogar beides, denn es erscheint uns nicht ausgeschlossen, dass über die Seite “retdube.net” (oder eine andere, ähnlich klingende Seite, von der derzeit noch keine Kenntnis besteht) auch Malware auf ein unzureichend geschütztes System aufgespielt wird.“

Jomei 7. Dezember 2013 um 20:19 Uhr

Ok, falls es noch jemanden juckt 🙂 die IPs kommen wohl von solchen skimmed traffic Dienste. Mit involviert ist nämlich die Website movfile.net und retdube.net. Beide kurz vorher in Panama registriert. Dazu der Trafficverkäufer Trafficholder.com, der in den Logfiles der betroffenen User auftaucht. So greift man dann die IP ab.

Brun 7. Dezember 2013 um 20:43 Uhr

Das ist wiedermal eine moderne Abzocke von vielen um einfach für eine Abmahnung sich ein Vermögen anzuheufen mit wenig aufwand nichts anderes ist es. Für jeden den es betrifft : ruhig bleiben, Brief öffnen und lesen dann beiseite legen und nicht BEZAHLEN ! Man muss erst auf solche Briefe sich melden wenn ein Brief von ser Staatsanwaltschaft kommt sonst nicht darauf reagieren.




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