PlayStation Now: Ein erster Blick in die Beta

13. August 2017 Kategorie: Games, geschrieben von: Gastautor

Unser Leser Steffen ist Betatester für den Dienst PS Now. Für uns hat er ein paar Zeilen niedergeschrieben, die einen ersten Eindruck auf das vermitteln, was Sony derzeit in der Mache hat. Bühne frei. Ich bin für die PS Now Beta ausgewählt worden, der Zeitraum des Tests ist vom 11. bis zum 18. August. Die Beta passt sehr gut in die aktuelle Gerüchteküche, da ging es ja schon um eine Preiserhöhung und die Vermutung, dass diese daher rührt, weil PS Now eingebunden wird.

Ich persönlich vermute einen Launch direkt zur Preiserhöhung am 01.09. Um die App nicht im Store erscheinen zu lassen, hat Sony sich einen Trick ausgedacht, einem Konto wurde die PS Now App, direkt zugeordnet. So konnte ich sie aus der Bibliothek direkt herunterladen, aber eben nicht aus dem Store. Man merkt direkt, das es “nur” ein Client ist, da die App in weniger als 30 Sekunden runtergeladen war.

Nach dem Start landet man direkt ohne Umschweife im Menu. Es erinnert ein wenig in Sachen Aufbau an die TV-Streamingdienste wie Amazon oder Netflix.

Es gibt diverse Kategorien in verschiedenen Aufteilungen.

Grundsätzliches:

PS4 Spiele
Top-Spiele der Abonnenten
Neue Titel
PS exklusiv
Multiplayer

Genre:
Abenteuer, Action, Ego Shooter, etc…

und Studios:
WarnerBrothers, TellTale, Capcom, etc…

Und ganz am Schluss eine alphabetische Sortierung.

Die Übersichtlichkeit ist leider aufgrund der grossen Symbole nicht gegeben. Man sieht nur drei Spiele nebeneinander. Eine Suchfunktion ist gegeben und wenn man ein Spiel findet, kann man eine eigene “Wunschliste” anlegen. Diese erscheint dann als weitere Kategorie. Die Auswahl ist relativ gross, auch wenn aktuelle AAA Titel fehlen. Hier sollte man allerdings den Beta-Status im Hinterkopf behalten.

Auffallend gross ist die Deckungsgleichheit mit PS-Plus-Spielen:

Terraway unfolded
Tropico 5
Saint Row IV
Day of the tentacle
etc…

Vor dem Start:

Was kann PS Now? Hier werden Spiele direkt gestreamt, d.h. sie müssen nicht erst heruntergeladen werden um sie zu spielen. Die Vorteile hierbei? Man hat keine Wartezeit (Ladezeit) bis zum Start. Ein weiterer Vorteil, der mir vor dem Start nicht bewusst war: Man kann plattformunabhängig spielen. Das heißt: PS3-Spiele die mit einer PS4 eigentlich nicht kompatibel sind. Da sie auf dem Sony-Server laufen und nur das eigentliche Bild gestreamt wird, ist es egal ob der eigene Client dazu fähig ist (arbeitet also nicht anderes als die zahlreichen anderen Gaming-Streamingdienste).

Was noch? Die Spielstände werden in der Cloud gespeichert, sodass vermutlich ein PS-Plus-Abo notwendig ist um den Dienst zu nutzen. Sind für die Spiele bereits Spielstände hinterlegt (weil man das Spiel schon mal gespielt hat) so kann man diese nutzen. Auch anders herum soll dies möglich sein (also man spielt das Spiel bei PS Now an, danach kauft man es und nutzt den Spielstand).

Ähnlich verhält es sich mit den Trophäen. Diese werden synchronisiert, egal ob man das Spiel auf der eigenen Konsole oder in der Cloud spielt. Es gibt ein Feature namens: PS Now XMB. Hier kann man mit seinen Freunden chatten und Nachrichten senden. Für mich persönlich ist das nicht notwendig, aber das mag jeder anders sehen.

Für den Test habe ich mir zwei Spiele herausgesucht:

Killzone – Shadow Fall und LEGO Pirates of the Carribean (PS3). Beim LEGO-Spiel habe ich meine Tochter als Co-Tester genutzt. Beide Spiele verhielten sich mehr oder weniger gleich im Test. Die Startladezeit betrug zwischen 30 und 45 Sekunden, dann startete das Spiel und der “normale” Startbildschirm (inklusive Studio, Vorspann, etc.) erscheint. Die ersten drei Starts endeten in einem Abbruch, danach kam dieser beim Start nie wieder vor. Ich schiebe das einmal auf die Beta.

Die Grafik beim Spielstart war vergleichbar mit der normalen Playstation-Performance. Sobald dann aber das Spiel wirklich startete und der Nutzer loslegt, wird es anders. Hier merkt man derzeit klar das es sich um einen Stream handelt. Schnelle Bewegungen verwaschen leider (in Zwischensequenzen war dann alles wieder glasklar). Die Steuerung und der Sound waren ruckelfrei, hier gab es keine Verzögerungen oder Aussetzer. Anfangs hatte ich massive Probleme mit der Verbindungsqualität. Die Grafik war echt “grottig” und selbst das Optionsmenü war so verwaschen, dass man den Text nicht lesen konnte.

Auch hatte ich in 90 Minuten Test sieben Abbrüche mit jeweils vorheriger Warnung. Sehr ärgerlich bei den Abbrüchen ist, dass das Spiel neu gestartet wird.
Ihr startet also beim letzten Checkpoint/Savegame und nicht an der Stelle des Abbruches. Das hat dann meine Tochter, nach dem vierten Abbruch, dazu gebracht den Test abzubrechen 😉

Hier stellte sich heraus, dass Sony das Loadbalancing des PS Systems derzeit wohl nicht optimiert hat. Ich hatte einen Download im Hintergrund laufen, der die Streamingqualität in den Keller schickte. Als ich diesen pausierte, gab es keinerlei Probleme mehr mit Abbrüchen. Die Videoqualität ist weiterhin gut, aber eben nicht so wie man es gewohnt ist. Leute mit einer PS4 Pro und 4K Fernseher werden das noch weitaus mehr merken als ich mit einer “normalen” PS4 und 42’ HD TV.

Erster Eindruck: Ich denke PS Now ist eine sinnvolle Sache um sich Spiele nicht kaufen zu müssen bzw. zum Test vor dem Kauf. Auch die Plattformunabhängigkeit, bzw. die Abwärtskompatibilität ist eine super Sache. Für meine Frau (Freundin der LEGO Spiele) ein Kaufkriterium. Personen, die Wert auf High-End Grafik legen, kommen in der Beta nicht auf ihre Kosten. Auch AAA-Titel sind derzeit noch nicht wirklich zu finden. Das Loadbalancing muss dringend seitens Sony überarbeitet werden. Alles in allem wird hier sicherlich der Preis und die Performance bei Last entscheiden.


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Über den Autor: Gastautor

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