PlayStation 4 Pro: 4K und doch nicht 4K – meine Meinung

8. September 2016 Kategorie: Games, Hardware, geschrieben von: André Westphal

artikel_playstationWas habe ich der PlayStation Neo, ups, ich meine natürlich PlayStation 4 Pro, entgegen gefiebert. Im Herzen bin ich zwar immer noch PC-Gamer, aber da ich viel am Computer arbeite, Exklusivtitel wie „Uncharted“ und „inFamous“ liebe und mich wie ein kleines Kind auf das JRPG „Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom“ freue, möchte ich meine PS4 nicht mehr missen. Das ganze mit mehr Power für zeitgemäßere Grafik? Da bin ich dabei – dachte ich. Doch Sonys gänzlich unspektakuläre Präsentation von gestern Abend bringt mich zum Zweifeln.

Die PS4 Pro schraubt besonders die GPU-Leistung empor – alles zu den technischen Daten und Details lest ihr in meinem Beitrag von gestern. Wie die Entwickler die Leistung nutzen, bleibt  ihnen überlassen. So können wir alle uns je nach Spiel auf höhere Framerates, mehr Effekte oder höhere Auflösungen freuen. 4K und HDR waren die Stichworte des Abends gestern. Nativ in 4K gerendert werden aber wohl nur die wenigsten Titel. Stattdessen dürfte zwar durchaus oftmals eine höhere Auflösung anliegen als bei der regulären PS4, dann aber hochskaliert werden. Nützt dann aber natürlich in erster Linie denjenigen unter euch etwas, die auch einen Ultra-HD-TV besitzen.

ps4-proNun ja, das ist bei mir noch nicht der Fall, was ich hier im Blog aber schon oft genug breitgetreten habe. Trotzdem hätte ich freilich etwas von erhöhten Texturauflösungen, mehr Effekten und den gesteigerten Bildraten. Doch da muss ich abwägen, ob es sich lohnt dafür jetzt nochmal 400 Euro zu zahlen – speziell wenn Ende 2017 mit der Xbox One Scorpio bereits eine Konsole erscheint, welche die Leistung gegenüber der PS4 Pro nochmals drastisch erhöht.

Und seien wir ehrlich: Wer es jetzt ernsthaft auf 4K-Gaming abgesehen hat, der ist mit einem potenten Gaming-PC viel besser bedient. Der kostet mehr, keine Frage. Doch ich sehe 4K-Gaming aktuell noch als Enthusiasten-Bereich an, bei welchem die Zielgruppe für die entsprechende Qualität (also native UHD-Auflösung) auch mehr zahlt. Auch die Liste der bisher angekündigten Spiele, die nachträglich über Updates für die PS4 Pro optimiert werden bzw. zum Launch die Mehrleistung nutzen, liest sich wenig beeindruckend:

Spider-Man

For Honor

The Last of Us: Remastered

inFamous: First Light

inFamous: Second Son

Deus Ex: Mankind Divided

Rise of the Tomb Raider

Days Gone

Watch Dogs 2

Farpoint

Horizon Zero Dawn

Call of Duty: Infinite Warfare

Call of Duty 4: Modern Warfare Remastered

Call of Duty: Black Ops III

FIFA 17

Battlefield 1

Mass Effect Andromeda

Dishonored 2

Final Fantasy XV

Klar, da sind schöne Titel dabei, es fehlen aber auch wichtige Klassiker wie „GTA V“ oder „The Last of Us: Remastered“. Wie breit die PS4 Pro also von alten Games nachträglich ausgenutzt wird, bleibt abzuwarten. Außerdem ist für mich vor allem eine Entscheidung schwer nachzuvollziehen: Warum zum Teufel verzichtet Sony auf ein Laufwerk für Ultra HD Blu-rays? Ich bin viel in Film-Communities unterwegs und weiß, dass dort die Kaufbereitschaft groß gewesen wäre. Das hätte speziell dann zugetroffen, wenn die Audio-Unterstützung besser ausgefallen wäre, als bei der Xbox One S. Nun gut, die PS4 Pro war lange in der Entwicklung. Vermutlich war Sony selbst überrascht, dass Microsoft ein Laufwerk für die neuen, optischen Datenträger in die Xbox One S integriert hat. Zu jenem Zeitpunkt war es wohl schon zu spät an der Hardware etwas zu ändern. Vielleicht waren Sony auch schlichtweg die Herstellungskosten zu hoch.

ps4-pro-preis

Sei es drum, dass Netflix 4K und HDR auf der PS4 Pro unterstützt, ist für mich jetzt kein Grund zu Jubeln. Denn das kann meine Nvidia Shield auch. Summa Summarum bin ich nun unsicher, ob ich am 1o. November zuschlagen soll. Am ehesten würde es sich wohl lohnen, wenn ich auf VR-Gaming stehen würde. Denn besonders die PlayStation VR dürfte gehörig von der Mehrleistung profitieren. Allerdings bin ich nun mal Virtual Reality nicht so extrem zugetan: Nett zum Rumspielen, aber der Effekt nutzt sich schnell ab.

Besäße ich jedoch noch keine PS4, wäre für mich klar, dass ich die neue PS4-Version mit dem hinzu gedachten Slim-Zusatz wohl links liegen lassen würde, um zur PS4 Pro zu greifen. Da würde ich die 100 Euro Mehrpreis definitiv auf den Tisch legen. Schon um innerlich das Gefühl zu haben, dass ich die High-End-Variante besitze. Allerdings dürften große Teile der Zielgruppe, die ihr Taschengeld nochmal nachrechnen, das anders sehen.

Wie sieht es denn hier im Blog bei euch aus? Denkt ihr über den Kauf der PS4 Pro nach? Hattet ihr auch fest mit einem Laufwerk für Ultra HD Blu-rays gerechnet und seid nun resigniert?



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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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