Peace: Entwickler des iOS Werbeblockers entfernt die App aus dem App Store

19. September 2015 Kategorie: Apple, Internet, iOS, geschrieben von:

artikel_iPhone6S_PlusMit iOS 9 erlaubt Apple eine neue Generation an Apps, die Content-Blocker. Und tatsächlich zeigen sich diese seit einigen Tagen sehr erfolgreich in den App Store Charts. Menschen bezahlen Geld, damit die Menschen, deren Inhalte sie konsumieren, keines mehr verdienen. Vielleicht überspitzt formuliert, aber ein Content-Blocker ist keine Win-Win-App, der große Verlierer ist der Webseitenbetreiber, der Euch Informationen werbefinanziert zur Verfügung stellt. Dass die Nutzer Werbung blocken ist wiederum teilweise verständlich, in diese Position haben sich Webseitenbetreiber und die für Werbebanner Verantwortlichen selbst gebracht, indem die Werbung immer bunter, lauter und aufdringlicher wurde.

Wie auch immer, der Entwickler von Peace, Marco Arment, hat seinen Content-Blocker nun nach zwei Tagen wieder aus dem App Store entfernt. Die App war 36 Stunden die Nummer Eins der bezahlten Apps in den US App Charts. Bezahlte App aus dem Store genommen? Das riecht nach einem Aufschrei empörter Nutzer. Diese können aber beruhigt sein, Marco Arment bietet diesen eine Rückzahlung für Peace an, wenn diese denn gewünscht wird. Er ist sich durchaus darüber bewusst, dass er sich damit nicht nur Freunde macht.

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Der Grund, warum der Entwickler die App wieder entfernt hat ist relativ simpel. Er hat darüber nachgedacht, was so ein Werbeblocker eigentlich anrichtet. Sicher, hätte er auch früher machen können, aber da war ihm wohl das Ausmaß nicht klar, das von den Content-Blockern erreicht wird. Marco Arment hält Content-Blocker auch weiterhin für wichtig, aber nicht so, dass sie alles wegblocken.

Er selbst empfiehlt Ghostery und verweist sogar auf die Konkurrenz-Apps (sind sie ja nun nicht mehr) Purify und Crystal. Solltet Ihr Peace bereits gekauft haben und möchtet nun Euer Geld zurück haben (Peace wird weiterhin funktionieren, aber eben keine Updates erhalten), könnt Ihr eine Erstattung auf dem üblichen Weg beantragen.

Es ist ein interessanter Weg, den Marco Arment da geht. Immerhin hat ihm Peace bereits eine Menge Kohle eingebracht, von der er nach eigener Aussage aber nichts genießen kann. Moralische Bedenken im App-Markt, sieht man auch nicht allzu oft. Wer einen Werbeblocker nutzt, soll dies tun, aber er sollte sich dann auch nicht wundern, wenn er irgendwann nur noch Schrott zu sehen bekommt, da sich Seiten nicht mehr finanzieren können. Gerade bei kleineren Projekten kann der Einsatz eines Werbeblockers empfindlich stören, allerdings fühlen sich Leser auch durch nervende Klickibuntiwerbung gestört. Die es übrigens gar nicht mehr so häufig gibt, wie es oftmals von Nutzern dargestellt wird.

Wenn Ihr einen Werbeblocker nutzt, kann man nur empfehlen, dass Ihr einen mit Whitelist nutzt. So könnt Ihr Seiten, denen Ihr Gutes tun wollt, Werbung anzeigen lassen, andere könnt Ihr ausblenden. Zwar auch keine faire Lösung, immerhin konsumiert Ihr überall, aber besser als konsequent alles zu blocken. Lasst mal hören, welche Lösung Ihr unter iOS einsetzt. Blockt Ihr generell alles oder macht Ihr Ausnahmen? Unterstützt Ihr werbegeblockte Seiten anderweitig oder haben diese dann einfach Pech?


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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