Patente: nun trifft Microsoft gegen Motorola

Ente, Ente, Patente. Normalerweise ist man geneigt, direkt an Apple oder Samsung zu denken, doch nun sind zwei neue Hanseln im Ring. Dieses Mal erwischt es Motorola. Microsoft hat vor dem Landgericht Mannheim erwirkt, dass bestimmte Android-Smartphones von Motorola (alle Motorola Mobility-Geräte, wie Florian Müller, der vor Ort war, mir mitteilte) nicht mehr in Deutschland verkauft werden dürfen – das Urteil gilt ab sofort.

Verletzt haben soll Motorola das sperrig klingende Patent EP0618540, in dem es vereinfacht gesagt um die Speicherung von Dateinamen geht (Common name space for long and short filenames). Mittlerweile hat Microsoft auch eine Stellungnahme veröffentlicht:

„Today’s decision, which follows similar rulings in the U.S. and Germany, is further proof that Motorola Mobility is broadly infringing Microsoft’s intellectual property. We will continue to enforce injunctions against Motorola Mobility products in those countries and hope they will join other Android device makers by taking a license to Microsoft’s patented inventions.“
– David Howard, corporate vice president and deputy general counsel, Microsoft

Wir alle wissen, dass Microsoft richtig viel Geld mit der Lizensierung von Patenten verdient, sollte Motorola nicht lizensieren wollen, müsste man theoretisch auf ein anderes Dateisystem bei den betroffenen Geräten wechseln. Meine Meinung? Wird mal langsam Zeit für eine Reform des ganzen Bullshits. (via, via)

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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13 Kommentare

  1. Was soll das denn sein? Von wann ist das Patent 1980? Dafür dürfte man doch keine Lizenzzahlungen mehr verlangen.

  2. „.. langsam Zeit für eine Reform des ganzen Bullshits.“
    Word!

  3. Aber da Android auf Linux aufsetzt müsste das Patent doch im Prinzip auch alle denkbaren Linux Geräte betreffen, oder? Nur das es da nicht so viel zu holen gibt für Microsoft….

  4. Wolfgang D. says:

    Warum wohl hat die Nexus-Reihe keinen Speicherkartenslot und warum wohl gehen auch bei den meisten neueren Androiden die Dateizugriffe nur noch über MTP oder Kameramodus anstelle vom Massenspeichermodus? Microsoft muss endlich gezwungen werden, diese essentiellen Patente zum Datenaustausch zu FRAND Bedingungen zu lizensieren. Aber eher lernt Hackbraten das Fliegen.

    @Henning
    Linux benutzt kein FAT/NTFS als Standard-Dateisystem.

  5. es wird auch Zeit für eine Reform beim Urheberrecht, es wird Zeit für die Abschaffung der unnötigen Roaminggebühren (und dies nicht erst 2016!)…

    die Medien verdienen damit ne Menge Geld (so lästig und langweilig es auch langsam wird), und daher wird es da seeeeeeeeeeeeeeeehr lange dauern, bis eventuell eine Reform kommen sollte…
    außerdem wären die Marktführer, also die die die meisten Patente haben und einklagen können (Samsung, Apple, Microsoft) definitiv dagegen… manchmal glaube ich auch, dass die Unternehmen da echten Spaß dran haben 😉

  6. Also wenn es hierbei indirekt um FAT geht, dann ist das doch das gute recht von Microsoft Geld dafür einzutreiben. Ein Dateisystem ist meiner Meinung nach kein trivialpatent. Android 4 + MTP (inkl. Ext4) und man ist FAT los. Wer hat denn eigentlich MTP entwickelt? Ist das frei?

  7. Finde ich gut 🙂 wird Motorola bzw. Google mal nen bissel ausgebremst. Bzw. können nicht einfach weiter Gewinne auf Kosten anderer machen. Verdienen wollen, aber selbst nichts für Patente etc. abgeben wollen, das sieht man doch gerne.

    Google war nur zu Faul etwas eigenes zu machen und haben daher Kopiert, Geld genug habe Sie ja wohl, sowohl um etwas eigenes auf die Beinen zu stellen als auch um die Patente etc. fair zu bezahlen.
    Von den Kunden wollen Sie ja auch, dass Sie Bezahl- Angebote bezahlen und diese nicht mit gestohlenen Kreditkarten etc. bezahlen.

  8. Hmm, komische Überschrift!?

  9. “.. langsam Zeit für eine Reform des ganzen Bullshits.” Absolut, und die Anwalts- und Gerichtskosten zahlen wir ja alle über den Gerätepreis, ob es nun Lizenzen oder Designfragen sind, und es bremst die rasante Entwicklung, bzw. zwingt zu Alternativen.

  10. @Niko: Auch wenn ich im Prinzip deiner Meinung bin, brech ich mal ne kleine Lanze fürs Patentsystem: Wir zahlen zwar die Anwalts- und Gerichtskosten beim Kauf mit, dafür aber nicht die Entwicklungskosten, weil jeder einfach vom anderen abschauen kann.

    Mein Vorschlag für einen ersten Reformansatz wäre, dass Patentklagen innerhalb von 12 Monaten nach der ersten Patentverletzung eingereicht werden müssen. Wenn man sich einige Patentgeschichten so anschaut, hab ich doch den Eindruck, dass jahrelang keiner eine Patentverletzung sieht und dann irgendwann, wenn der Konkurrent groß und reich genug geworden ist, wird versucht, abzukassieren. Eine Möglichkeit, eine andere Lösung zu finden, besteht dann nach der 2. oder 3. Gerätegeneration kaum mehr.

  11. Das ist doch das FAT Trivialpatent das M$ vor einigen Jahren auch gegen TomTom verwendet hat, so etwas sollte man nicht Patentieren können. Statdesen sollte Microsoft dazu verpflichtet werden wahlweise entweder eine Implementation eines eignen Dateisystems für Fremdsysteme zur verfügung zu stellen und kein Anderer Anbieter wegen FAT, ExFAT, NTFS … zu verklagen sondern das System an alle kostenlos zu lizenzieren. Oder alternativ per Update in allen Windows Versionen ab Windows XP die Unterstützung für ein freies Dateisystem wie z.B. Ext4 zu implementieren. Ansonsten ist das nur unlauterer Wettbewerb da Micromurks das Quasi Monopol auf dem Desktop Markt dazu ausnutzt sich einen Vorteil auf dem Markt bei Mobilen Geräten zu schaffen bzw. andere Anbieter von Pherepherie Geräten und Mobilen Geräte zu behindern.
    Den irgendwie müssen die Daten zwischen Mobilem Gerät und Rechner übertragen werden. Lange Zeit war quasi Standard einfach den FAT formatierten Speicher auf dem Rechner einzuhängen, dies funktionierte meist Problemlos unter allen Betriebssystemen. Auch bei Navis war das Lange so üblich und da bis auf TomTom alle Hersteller ein Windows CE verwenden war M$ damit auch zufrieden, nur TomTom die ihre Navis auf Linux Basis laufen lassen gefielen M$ nicht da M$ hier wohl lieber auch Windows CE gesehen hätte um daran mitzuverdienen. Mittlerweile hat man keinen Dateisystem Zugriff auf TomTom Navis mehr, ich vermute das ein Linux Dateisystem verwendet wird mit dem Windoof nichts anfangen kann, sondern das Update Programm von TomTom überträgt die Daten anders (Über ein Netzzwerk Protokoll?) an das Navi was beim Karten-update Probleme bereitet (ich weiß nicht ob das an Windows oder Schlechter Software von TomTom liegt vermute aber letzteres da die lösung eventuell nach der M$ Klage schnell zusammen-gefrickelt wurde.

    So nun wieder zurück zu den Smartphones, dort war es bisher (Außer bei Apple und Windows Phone 7) auch üblich die Daten auf FAT32 formatirtem Speicher bzw. als SD karte eingebundenen internen Speicher einzubinden. Natürlich ist es auch hier möglich analog zur TomTom Lösung nicht direkt auf das Dateisystem zuzugreifen Windows bringt mit dem MTP Protokoll sogar von Haus aus ein Protokoll mit um mit dem Smartphone zu kommunizieren und u.a. Google löst das bei den Nexus Geräten auch so. Will man aber nun den Speicher per SD Karte erweitern kann man diese nicht einfach aus dem Gerät in ein Windows PC stecken um die Daten auszulesen, auch das importieren von Fotos von einer Digitalkamera erfordert FAT32 oder gar ExtFAT unterstützung.
    Nun wäre die FAT32 unterstützung auch kein Problem solange die Dateinamen unter einer bestimmten Länge bleiben da MS sich ihr verfahren das umzusetzen patentiert haben, alternative Lösungen die Linux meines Wissens nach durchaus unterstützt führen jedoch wiederum zu Problemen beim lesen der Speicherkarten unter Windoof.

    ps. Ich formatiere meine Externen Festplatten auch nicht alle in NTFS da ich dies für das beste Dateisystem halte sondern da dies das einzige Dateisystem ist mit dem Windows und Linux umgehen kann und auf das auch größere Dateien passen. Könnte Windows Ext2/3/4 von haus aus lesen und schreiben würde ich dies bevorzugen.

    ps2. M$ Micromurks, Windoof, … habe ich hier verwendet da ich mich gerade über das Verhalten von Microsoft aufrege, Windows ist für viele Nutzer durchaus das beste Betriebsystem

  12. Aber echt, solche basic Funktionen patentieren zu lassen
    ist sträflich.
    Hier ist das Patentamt eindeutig das Problem, bzw. das Patentgesetz.
    Es wäre genau das gleiche wenn jemand die form des Rades patentieren würde.

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