ownCloud: Schritt für Schritt Kontakte/Kalender unter Android synchronisieren

27. März 2013 Kategorie: Android, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

In der letzten Zeit gab es für Google einiges an Gegenwind. Egal ob man es Windows Phone Benutzern mit der Abschaltung von Exchange ActiveSync schwerer macht oder plötzlich entscheidet den Google Reader und andere Dienste einzustellen. War vorher oft nur ein generelles Misstrauen einiger Benutzer gegen Google hauptsächlich wegen des Datenschutzes zu vernehmen, ist dies in letzter Zeit auch immer mehr bei früheren Google-Befürwortern zu spüren.

Grund genug sich einmal anzusehen, ob und wie leicht man sich an den gewöhnten Luxus der Google eigenen Dienste für Kalender- und Kontaktesynchronisierung lösen kann und mit dies mit selbst gehosteten Diensten wie ownCloud ebenfalls umsetzen kann.

ownCloud 5

 

Die Installation von ownCloud überspringe ich an dieser Stelle, da ihr es im Grunde mit wenig Kenntnissen auf einem eigenem Webserver installieren könnt. Auch auf verschiedenen NAS-Systemen kann die ownCloud grundsätzlich betrieben werden. Ich verwende für meine Tests von ownCloud und neu erschienen Versionen meist die Plattform OpenShift, unter der man diese ebenfalls schnell aufgesetzt bekommt.

Nachdem die ownCloud installiert ist, benötige ich nun alle meine Kontakte und Kalender von Google für die Synchronisierung. Wenn ihr einfach nur alle Kontakte exportieren wollt, geht dies unter Android einfach über die Kontakte-App – Menü Import/Export und wählt anschließend den Speicherort. Danach könnt ihr die erstellte .vcf-Datei einfach in ownCloud importieren.

ownCloud Import VCF

Nachteil der Lösung ist natürlich, dass hierbei kein ständiger Abgleich erfolgt, wenn sich die Daten ändern. Zum Glück unterstützt die ownCloud allerdings auch die offenen Standards CardDAV (Kontakte) und CalDAV (Kalender). Für Android benötigt man für die fortlaufende Synchronisierung leider Zusatzapps, die sich in das typische Menü Konten und Synchronisierung integrieren.

Als erstes wollen wir die 2-Wege-Synchronisierung für die Kontakte einrichten. Dafür bietet sich die App CardDAV Sync aus dem PlayStore an.

Die App verlangt nicht viel mehr als eine URL, euren Benutzernamen und euer Passwort zu eurem ownCloud-Konto. Der Link ist manchmal etwas schwer zu finden. Er hat immer folgendes Muster: https://serveradresse/remote.php/carddav/principals/username

Einfacher findet man den Link über die Oberfläche von ownCloud heraus, allerdings ist dieser etwas versteckt.

ownCloud CardDAV

Anschließend werdet ihr gefragt unter welchem Gruppennamen die Kontakte synchronisiert werden sollen. Nach dem ersten Abgleich können nun alle Kontakte über die ownCloud synchronisiert werden, so wie ihr es auch von Google gewöhnt seid. Das Zeitintervall ist ebenfalls über die App einstellbar. Die App gibt es noch in einer kostenpflichtigen Version für knapp 2€. Mit dieser können dann auch zusätzliche Kontaktinformationen übertragen werden (z.B. Geburtstag, Webseiten, Notizen usw.). Bei mir hat die App einwandfrei funktioniert und durch die kostenlose Version könnt ihr dies bei euch auch ganz in Ruhe ausprobieren.

Als zweites haben wir noch die Kalendereinträge offen. Auch hierfür gibt es vom selben Entwickler eine passende Android-App namens CalDAV, diesmal aber ohne abgespeckte gratis Version, sondern diese wird für 2,55€ kostenpflichtig angeboten. Der Entwickler will mit Erscheinen der Version 1.0 den Quellcode der App freigeben. Trotz Beta-Status funktionierte die Synchronisierung in beide Wege ohne Probleme und war mir daher den Kaufpreis wert.

Download @
Google Play
Entwickler: Marten Gajda
Preis: 2,59 €

Die Einrichtung ist ähnlich einfach, lediglich die URL ändert sich (https://serveradresse/remote.php/caldav/principals/username). Wählt einfach alle Kalender aus eurer ownCloud aus, die in  in der ganz normalen Kalenderanwendung angezeigt werden sollen. Diese URL könnt ihr natürlich auch für andere Kalenderanwendungen, wie z.B. Thunderbird (Datei – Neu – Kalender – Im Netzwerk), nutzen.

Natürlich ist der Weg über Google weiterhin der einfachere und bequemere, bei dem ich persönlich auch erst einmal bleibe. Dennoch gibt es heute bereits Möglichkeiten mit relativ wenig Aufwand eine ähnliche Lösung auch in kompletter Eigenlösung aufzusetzen, ohne seine Daten aus der Hand zu geben. Zudem ist ownCloud inzwischen recht flexibel einsetzbar, z.B. ist ein Ersatz für den Google Reader ebenfalls in der Entwicklung.


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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

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