ownCloud in Version 9.1 erschienen

22. Juli 2016 Kategorie: Backup & Security, Software & Co, geschrieben von: Oliver Pifferi

owncloud-square-logo„Ohne Wind wüßten die Wolken nicht wohin“ heißt es ja. Aktuell ist im ganzen Thema „Private Cloud“ ja einiges an Auf- respektive Umbruchstimmung zu erkennen und es weht schon ein Wind, der die einzelnen Lösungen antreibt. Wohin die jeweiligen Reisen gehen, wird man sehen – gestern gab es ja bereits Neuigkeiten struktureller Natur bei Seafile und auch ownCloud zog mit einer softwareseitigen Ankündigung in Form von ownCloud 9.1 direkt nach.

Nachdem vor einer Woche ownCloud zur Sicherung des Geschäftes von einer Investorengruppe übernommen wurde, die mehr mit Immobilien als mit Open Source zu tun hat, vermeldete man gestern die Veröffentlichung von ownCloud 9.1. Die neue Version soll mit zahlreichen Detailverbesserungen für Community- und Enterprise-Anwende daherkommen. Benutzer der ownCloud Community-Version können nun auch ownCloud Contacts, ownCloud Calendar und ownCloud Mail bequem über den App Store updaten und installieren. Großes Plus: Insbesondere für die Anwendung im Unternehmen aber auch für private Nutzer wurde das Thema „Sicherheit“ noch einmal angegangen, kommt die Lösung doch nun mit einer aktuellen Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Bisher konnte zwar eine sichere Zwei-Faktor-Authentifizierung via SAML/ Shibboleth realisiert werden, in der neuen Version wurde das Authentifizierungsverfahren aber geändert, sodass jetzt über Plugins weitere Technologien sowie Tokens genutzt werden können. Das soll speziell die Zugangssicherheit erhöhen, zudem können Administratoren auch einzelne Tokens deaktivieren. Mit den so genannten „Time Based One-Time Passwords“ (TOTP) können Anwender nun selbständig die Sicherheit ihrer Accounts erhöhen, indem sie Dienste wie Google Authenticator oder eine Open-Source-Implementierung des TOTP-Standards verwenden. Finde ich persönlich toll, da ich schon die Anmeldung bei dem ein oder anderen Dienst über diese Weise zusätzlich absichere, zumal auch externe Anbieter über diese Schnittstelle Apps entwickeln können, die die Zwei-Faktor-Authentifizierung entsprechend nutzen.

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Auch in Sachen Workflow und Windows-Freigaben hat sich einiges getan: Die Workflow Engine soll eine mächtige Neuerung speziell für Enterprise-Kunden darstellen. Trigger können auf neue oder geänderte Dateien gelegt und so beliebige Scripts ausgeführt werden – damit lassen sich dann Dokumente automatisch in PDFs verwandeln oder gezielt via E-Mail verschicken. Zusammen mit der Retention App, der File Firewall sowie dem integrierten Tagging können damit zahlreiche Workflows zur Einbindung in Geschäftsprozesse angegangen werden.

In Sachen SMB-Freigaben gibt es auch eine richtungsweise Änderung: Bisher mussten diese Freigaben in regelmäßigen Abständen auf Änderungen gescannt werden, da keine automatischen Notifications vom Server verarbeitet werden konnten. Vor allem in großen Enterprise-Installationen soll dies zu Problemen geführt haben, da ab einem Volumen von etwa 100.000 Dateien ein Filescan so lange dauerte, dass in der Zwischenzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder neue Änderungen auftraten. ownCloud 9.1 Enterprise kann als aktuelle Technology Preview jetzt Notifications von Windows Network Drives direkt verarbeiten, so dass die erwähnten kompletten File-Scans nun der Vergangenheit angehören sollten.

Alle Änderungen im Detail findet Ihr übrigens unter GitHub.



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Über den Autor: Oliver Pifferi

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und XING. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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