OnePlus One: Erfahrungsbericht

7. Juni 2014 Kategorie: Android, Mobile, geschrieben von:

Gastbeitrag von Tobi. Ich habe, dank eines der diversen Gewinnspiele, relativ früh einen Invite zur Bestellung eines OnePlus One-Smartphones bekommen. Somit konnte ich mir das Gerät vor etwa drei Wochen bestellen und nutze es seitdem als mein Hauptgerät. Der Bestellprozess ist für einen chinesischen Hersteller butterweich. Der Onlineshop akzeptiert PayPal und alle gängigen Kreditkarten.Foto 04.06.14 16 40 54

Versendet wird aus einem deutschen Zentrallager per DHL – das Gerät war am nächsten Tag da. Zusätzliche Zollgebühren fallen also nicht an. Da gibt es europäische Hersteller, die das nicht so gut im Griff haben. Ein wenig ist das natürlich auch dem umstrittenen Invite-System zu schulden, denn bestellen kann nur derjenige, der eine explizite Einladung dazu bekommen hat. Entweder über eines der Gewinnspiele oder von jemandem der bereits ein OnePlus One hat.

Preislich liegt das Gerät bei 269 Euro für die 16 GB Variante und bei 299 Euro für die 64GB Variante. Wenn man den Markt betrachtet, ist das ein fairer Preis. Die technischen Daten sind mit denen des Samsung Galaxy S5 oder dem HTC One M8 vergleichbar und diese Geräte kosten wesentlich mehr. Wie die das machen? Die offizielle Erklärung ist: Verzicht auf Marketingbudgets und mit der Hardware wird kein Gewinn gemacht. Wie die Firma dann ihr Geld verdient? In den ersten 2 Jahren sieht der Businessplan vor, vom Risikokapital zu leben und Marktanteile zu gewinnen. Gut für den Kunden. Ob es auch gut fürs Geschäft ist, muss sich zeigen.

Das Gerät selbst ist von den reinen technischen Daten (detailliert unten) mit anderen Flaggschiffen auf Augenhöhe. Ein brillanter 5,5″ Full HD Screen, Quad-Core Snapdragon 801, 3 GB RAM und eine 3100 mAh starke Batterie lassen keine Wünsche offen. Und auch das Design ist in meinen Augen sehr ansprechend. Es liegt einfach gut in der Hand – ein Handschmeichler sozusagen. Ich habe in letzter Zeit einige Android-Smartphones ausprobiert und festgestellt, dass dies ein entscheidender Faktor ist. Das Nexus 5 war mir zu kantig, beim LG G2 gefällt mir das Material der Rückseite nicht. Das ist beim One übrigens leicht texturiert, nicht rutschig – einfach angenehm.

Natürlich ist das Gerät gross. Grösser als HTC One oder LG G2 – Note 3 mässig gross. Aber das ist okay denn dafür bekommt man auch einen grossen Bildschirm und durch die abgeflachten Kanten wirkt es trotzdem nicht klobig. Ich kann das One gut handhaben, es in die Tasche stecken und bei mir tragen. Dennoch bin ich mir sicher, dass es viele geben wird, denen es zu gross ist.

Das One hat Hardwaretasten unterhalb des Displays, kapazitiv. Die muss man nicht benutzten, denn CyanogenMod – das Android ROM welches standardmässig auf dem One läuft – bietet einem auch die Option an, konfigurierbare Softwaretasten zu verwenden. Ich nutze die Hardwaretasten und habe lieber ein wenig mehr Bildschirmfläche.DSC_3408

Die Hardware des One ist solide und der Gesamteindruck lässt nicht vermuten, dass man es mit einem Preisbrecher zu tun hat. Vom Lautsprecher (JBL) bis zur Kamera (Sony) sind überall wertige Komponenten verbaut – Hardwaretechnisch lässt das One kaum Wünsche offen. Über einen MicroSD-Kartenslot und kabelloses Laden hätte ich mich noch gefreut. Wasserdicht ist es auch nicht und das Gehäuse ist grösstenteils aus Kunststoff.

Dafür ist die Rückseite des Gehäuses auswechselbar. Der Zubehörshop ist noch nicht online, aber OnePlus hat bereits einige Varianten der Rückseite vorgestellt, die später nachbestellbar sein werden – darunter Exoten wie Jeansstoff und Echtholz. Die Batterie ist übrigens, trotz abnehmbarer Rückseite, nicht auswechselbar. Das ist für mich bei einem 3100 mAh starken Akku aber auch kein Faktor mehr, denn den bekomme ich in der Regel auch an einem langen Tag mit heftiger Nutzung nicht alle.

Empfangstechnisch liefert das One solide Leistung ab. Sowohl im 3G/LTE-Bereich und im WLAN gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Dem One fehlt das in Deutschland verwendete LTE Band 3 (800Mhz), das von T-Mobile und Vodafone verwendet wird um ländliche Gebiete mit LTE zu versorgen (genauso wie es beim iPhone 5 der Fall war). Mich betrifft das nicht, da um Hannover herum sehr weitläufig LTE mit 1800Mhz ausgebaut ist, ich kann mir aber vorstellen das es Gegenden gibt, in denen das schon schade ist.

Oben habe ich es schon erwähnt, auf dem One läuftder CyanogenMod. Das Android ROM ist eigentlich als Custom ROM zum Nachinstallieren bekannt, hier kommt es als derzeit einzige Option direkt ab Werk installiert. Den ersten stabilen Release des finalen Builds gab es erst Anfang Juni.

Bis dahin war die Software eher als Betaversion zu sehen, mit Ecken und Kanten. Seitdem Update Anfang Juni gibt es nur noch wenig bis gar nichts zu meckern. Die paar Bugs, die in den entsprechenden Foren noch von den Usern entdeckt werden, nimmt das CyanogenMod-Team sehr ernst und antwortet meistens innerhalb weniger Tage.

Obwohl meine Präferenz eher Stock-Android ist, wie es auf dem Nexus 5 zu finden ist, denke ich, dass der CyanogenMod eine gute Wahl ist. Optisch ist es nah am originalen Android, zudem bringt ein paar sinnvolle Ergänzungen mit, wie eine Theme Engine, Gestensteuerung, Sprachaktivierung etc. Man kann das OnePlus durch doppeltes Tippen auf das Display aus dem Schlaf holen und durch doppeltes Tippen auf die Statusleiste wieder schlafen legen.

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Per ‚OK OnePlus‘-Sprachbefehl kann man aus dem Standby heraus Google Now aktivieren und es gibt ein paar Shortcut-Gesten – zum Beispiel kann man einen Kreis auf dem Display malen, um direkt die Kamera zu starten. Ausserdem gibt es einen Screenrecorder, mit dem man einfache Screencasts direkt auf dem Gerät erstellen kann und vieles mehr. Eine runde Sache.

Generell sind die Einstellungsmöglichkeiten vielfältig. Es gibt Leistungsprofile die man per NFC aktivieren lassen kann, die Benachrichtigungs-LED lässt sich minutiös konfigurieren, ebenso wie die Schnelleinstellungen und die Benachrichtigungsanzeige. Wer Root-Zugang benötigt, der kann da schnell zu kommen, dank entsperrtem Bootloader und eigenem TWRP Release sind sämtlichen ROM-Spielereien Tür und Tor geöffnet. Ich habe meins gerootet, da ich mir mit der App Titanium Backup  gerne mal ein Vollbackup ziehe.

Fazit: Das OnePlus One ist ein Smartphone, welches ich ohne weitere Vorbehalte jedem empfehlen würde, der mit der Grösse klarkommt. Selbst wenn es hundert Euro teurer wäre. Für einen neuen Hersteller ist das ein erster Schuss, der gut sitzen könnte, sofern Sie die Produktionskapazitäten hochgefahren bekommen und in naher Zukunft einfach jeder frei bestellen kann. Glaubt man den inoffiziellen Äusserungen soll das über die Sommermonate soweit sein.

Spezifikationen OnePlus One:

  • 5,5 Zoll FullHD IPS-Display
  • Qualcomm Snapdragon 801 (2,5 GHz, Quad-Core)
  • 3 GB RAM
  • 16/64 GB interner Speicher
  • 13 MP Kamera hinten
  • 5 MP Kamera vorne
  • 3.100mAh Akku
  • CyanogenMod
  • 2G/3G/4G
  • 152,9mm x 75,9mm x 8,9mm

Wenn ihr Fragen zum OnePlus One habt, findet Ihr mich als @dertobi auf Twitter, alternativ nutzt die Kommentarfunktion.


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Über den Autor:

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