Offener Beitrag: Wunderlist wird eingestellt. Und nun?

20. April 2017 Kategorie: Software & Co, geschrieben von: caschy

Microsoft hat seine neue Aufgabenplanung vorgestellt, die passenderweise auf den Namen Microsoft To-Do heißt. Sie ist in einer ersten Vorschau verfügbar und bislang sind die Möglichkeiten eher dünn, bzw, nicht vorhanden für Teams. Aber dafür ist es eben nur eine Vorschau. Die für viele Nutzer wohl schlechteste Nachricht war, dass Microsoft To-Do Wunderlist ablösen wird. Wunderlist ist eine tolle App, um Aufgaben abzuarbeiten, auch gemeinsam im Team. 2015 kaufte Microsoft Wunderlist auf, übernahm das Team. Der Anfang vom Ende. 

Ich fand das damals sehr überraschend. Denn ganz ehrlich: Wunderlist ist eine ToDo-App, die nur wenig kann. Teil-Aufgaben mit Fälligkeit? Schlagworte? Priorität? Es fehlten so viele Dinge, um Wunderlist als „ernstzunehmende“ Aufgaben-App einzustufen. Aber das war das Geheimnis! ToDo für die Masse. Super einfach zu bedienen und nicht gerade hässlich.

Ich bin Benutzer der ersten Stunde. Wunderlist und ich waren nicht immer Freunde, ich schielte in der Zwischenzeit auch mal zu Todoist rüber. Ich raffe bis heute nicht, warum Microsoft Wunderlist kaufen musste. So wenig Funktionen, die das Unternehmen mit der Masse an guten Mitarbeitern sicherlich selber hätte zusammenschrauben können. Aber vielleicht nehmen die „großen Unternehmen“ die Privatpersonen und kleinen Unternehmen auch gar nicht ernst.

Man schaue sich Google an, die schon vor zig Jahren eine Aufgabenplanung auf die Beine stellten, aber wirklich gar nichts dafür taten. Google Tasks ist eine Frechheit. Viele Unternehmen werfen den Privatkunden eine einfache Listen-App hin und meinen, das wäre es gewesen. In der heutigen Zeit, in der wir mobil und vernetzt sind. Wo es vielleicht keinen klassischen Einkaufszettel mehr gibt.

Eine Zeit, in der man gemeinsam Dinge erledigt, auch wenn man nicht im gleichen Gebäude, in der gleichen Stadt oder in einem Land ist.

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Alternativen kostenfreier und kostenpflichtiger Art hat es schon immer gegeben. Ich hab wahrscheinlich in den letzten Jahren meines Bloggens hier die wichtigsten Lösungen durchgeackert und ausprobiert.

ToDo-Apps sind wie Döner Kebap. Jeder kennt und empfiehlt die beste Dönerbude. „Ach, lass dir nichts erzählen! Meine Empfehlung ist die beste.“

Gestern nahm ich extrem viele Stimmen aus unserer Community wahr. Was man denn jetzt nehmen könne. Ich würde sagen: Einfach mal ruhig bleiben. Wunderlist verschwindet nicht von heute auf morgen. Es wird keine neuen Funktionen mehr geben, in Sachen Sicherheit wird Wunderlist aber noch gepflegt.

Kleines Gedankenspiel: Als Microsoft den Sunrise Calendar übernahm, da wollte man dessen Funktionen in Outlook übernehmen. Große Überraschung: Machte man nicht, es sind bei weitem nicht alle Funktionen. Aber: Zwischen Ankündigung, dass man das Projekt nicht mehr weiterpflegt, sondern einstellen wird, verging so ziemlich genau ein Jahr. Was ich damit sagen will:

Keine Panik!

Wunderlist ist nicht weg. Nicht heute. Nicht morgen. Und garantiert auch nicht in sechs Monaten. Microsofts neue ToDo-App kann nichts, was Wunderlist auch kann. Die App ist nett, aber es fehlen beispielsweise die Mac-App oder eine angepasste App für Tablets. Des Weiteren kann man mit der neuen App von Microsoft nicht gemeinsam arbeiten. Geht einfach nicht.

Und hier wird es nun spannend zu beobachten, wie Microsoft vorgeht. Sie schrieben, dass die App kostenlos nutzbar ist mit Microsoft-Account. Ob man in Zukunft hier das Angebot an Office 365 heftet – quasi als Bonus? Keine Ahnung, würde aber Sinn ergeben. Wenige Funktionen gibt es kostenlos – das Mehr – vielleicht die Zusammenarbeit, die kostet dann.

Festzuhalten bleibt: Erst einmal ändert sich nichts. Wer mag, der kann sich natürlich schon nach anderen Lösungen umsehen. Ist man Einzelkämpfer und benötigt eine kostenlose ToDo-App, so gibt es unzählige Lösungen. Fast jedes Smartphone hat so eine Lösung an Bord. Sobald die Komponente Mehrbenutzer ins Spiel kommt, wird es schwieriger.

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Ich selber werde den Ball flach halten und Wunderlist erst einmal mit unserem Team und in der Familie weiterhin nutzen. Aber: Natürlich beobachte ich den Markt. Schaue auch weiter, was Microsofts Bemühungen machen, Microsoft To-Do zu verbessern. Müsste ich heute wechseln und müsste auf Zusammenarbeit achten, so würde meine Wahl auf Todoist fallen.

Welche Lösungen es noch so gibt, die man sich anschauen kann? Sicherlich kann man sich selber etwas über Owncloud und Co basteln, doch ich selber setze da seit jeher auf externe Anbieter. Was mir spontan einfällt, was teilweise hier im Blog vorgestellt wurde (Mix aus ToDo oder Listen): Tasks4Life für iOS, 2Do, Todoist, Any.do, Clear, Mirakel (keine Entwicklung mehr), TickTick, Pocket Lists (keine Entwicklung mehr), Things für macOS & iOS, meistertask, aCalendar + Tasks – und natürlich kann Google Notizen auch Listen oder Erinnerungen, Evernote auch – und es gibt noch Trello, Remember the milk, Anylist, Habitica, GTDNext und weitere – natürlich auch Microsoft To-Do.

Die Sache ist: Wir alle sehen wohl ein, dass sich bei Angebot von Sync und Mehrbenutzer-Funktionalitäten die Betreiber irgendwie finanzieren müssen. Entweder durch ein generelles Abo oder durch Querfinanzierung ähnlich Dropbox – hier bekommen die Lau-Nutzer eben weniger als die zahlenden Kunden.

Nun kommst du!

Tja. Nun kommst du. Erzähle uns doch mal, was du wie nutzt. Und warum. Und wenn du Wunderlist-Nutzer bist: Was machst du? Gehst du wie ich vor und hältst den Ball flach? Abwarten was kommt?


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Über den Autor: caschy

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