Öffentliche Tankstelle für E-Bikes geht in Düsseldorf ans Netz, Strom wird per Mobilfunkrechnung bezahlt

27. März 2013 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Ich habe letztens vor dem Supermarkt noch Menschen gesehen, die über E-Bikes informierten. Ein Trend, der anscheinend an mir vorbei gegangen ist. Fahrräder, die ohne Muskelkraft laufen, riefen mir bislang immer Assoziationen von älteren Herren in den Kopf, die mit ihrem Fahrrad mit Hilfsmotor unterwegs waren. Kurzer Stop an der Tanke, zwei Liter Moped-Mix getankt und weiter geht es. Aber: geht auch anderes – E-Bikes sind wohl im Kommen. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden in Deutschland angeblich über 700.000 Elektrofahrräder gekauft (2012 alleine 400.000).

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Dumm nur, wenn keine Steckdose oder Ladestation zur Hand ist. Hier auf dem Dorf müsste man niemals auf die Idee kommen, dass etwas derartiges passiert, was man in Düsseldorf realisiert hat. Dort hat man eine “öffentliche Tankstelle für Elektrofahrräder” installiert. Der erster Testpilot dazu startete in dieser Woche.

Das zukunftsweisende Ladesystem ist ein Gemeinschaftsprojekt von den Stadtwerken Düsseldorf, Mennekes Elektrotechnik, Sunnhill Technologies, Logica / CGI, dem TÜV Rheinland und Vodafone. Das Nachladen des Rad-Akkus soll sich kinderleicht gestalten: Man entnimmt die Fahrrad-Batterie und deponiert sie in einer kleinen Ladebox. Dann einfach noch das passende Ladekabel anschließen. An der Box ist zudem eine SMS- Kurzwahl ausgewiesen. Eine Kurznachricht dorthin identifiziert nun den  Radbesitzer und schaltet den Ladestrom frei. Ist der Akku schließlich geladen, folgt eine Rückmeldung aufs Handy.

Der Strom kann einfach per Mobilfunkrechnung bezahlt werden, in der Testphase  ist der Ladevorgang aber kostenfrei. Jeder Kunde, egal von welchem Mobilfunkanbieter, kann daher die neue Stromtankstelle mit seinem Handy ansteuern. Das Pilotprojekt soll belegen, dass die neue Technologie für den flächendeckenden Aufbau einer solchen Lade-Infrastruktur geeignet ist  – einschließlich sicherer Stromzufuhr und Fahrradparkplatz während des Ladevorgangs. Für Elektroautos gibt es bereits mit Unterstützung von Vodafone ein ähnliches Pilotprojekt im Allgäu. Hier können die Nutzer den Ladevorgang über ihre Mobilfunkrechnung begleichen.

Ich bin mal gespannt, was in den Jahren noch so passiert.Car- und Bike-Sharing funktioniert in großen Städten ja schon. E-Bikes? Kann ich mir für mich nicht vorstellen – mir reicht mein klappriges, aber gemütliches Damenrad.

Bildquelle: E-Bike-Test von In_Zukunft_Wien unter CC 2.0


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17 Kommentare

Tom 27. März 2013 um 11:25 Uhr

Also, bei uns “aufm Land” werden die Ladestationen sogar für umme zur Verfügung gestellt – sowohl die Säule als auch der Ladestrom. Aus welchem Topf sich der Versorger das Geld dann wieder zurückholt, weiß ich natürlich nicht.

levestiga0r 27. März 2013 um 11:25 Uhr

Gibts hier in Stuttgart schon seit “Ewigkeiten” von EnBW aufgestellt

caschy 27. März 2013 um 11:27 Uhr

@levestiga0r Inkl. Zahlung per Telefon?

Thomas 27. März 2013 um 11:56 Uhr

Das hat Düsseldorf nur gemacht, weils hip ist und PRestige bringt, aber einen wirklichen nutzen hat das nicht. Die Akkus im Pedelec halten auch bei intensiver Nutzung locker 60 bis 80 km und da ist auch jeder Düsseldorf, der am Stadtrand wohnt locker dreinmal wieder mit zuhause ohne nachladen.
Nachteil – man muss immer noch sein Ladegerät mitschleppen, da sich die Hersteller bisher nicht auf einheitliches Stecker geeinigt haben, wieder 2 kg mehr am Rad.

Selbst bei unserem Rügen-Urlaub haben wir kein einziges Mal das dort sehr gut ausgebaute Akku-Tauschnetzwerk benötigt und die Akkus immer übernacht nachgeladen. Und wir sind wirklich viel dort gefahren und keinen einziges Mal waren die Akkus nach nur halbleer, trotz viel Wind.
Und auf Rügen ist das ganze sogar komplett kostenlos, bzw. über die Radmiete abgedeckt.

el dueño de tus madre 27. März 2013 um 12:30 Uhr

Das abgebildete Elmoto ist ein gutes Beispiel für die Akkuproblematik. Die Leistungsfähigkeit ist bei gleichem Fabrikat sehr unterschiedlich auch bei gleichem Nutzungsprofil.

Bei jedem derzeitigen Li-Akku verliert man 20% Leistung p.a. im Durchschnitt das mach in 3 Jahren die halbe Kapazität und ist danach nur noch eine Farce

Es die Lösung des Problems würde für die Infrastrucktur Mobilität und IT sowie Energieversorgung und Wirtschaft enorme Änderungen/Verbesserungen mit sich bringen

Das Haltbarkeitsproblem ist schon gelößt worden ( http://www.rp-online.de/digita.....1.3138955= )

Bin mal gespannt ob wir in den nächsten 5 Jahren gravierende Änderungen erleben – oder das Glühbirnenkartel 2.0 erleben

Bob 27. März 2013 um 12:41 Uhr

Ich halte diese E-bikes für eine wirklich gute Sache. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken mir sowas anzuschaffen, da ich hier in einer sehr bergigen Gegend lebe. Momentan schreckt mich noch der hohe Preis (für die qualitativ und leistungsmäßig besseren Modelle) sowie die Akku-Technik ab (schwer und vergleichsweise leistungsschwach).

Mit den Ladestationen sehe ich eigentlich kein Problem. Selbst bei uns hier auf dem Land gibt es schon ”Strom-Tankstellen” (für Autos).
Sollte das von ”’Thomas” (danke für die Infos zur Reichweite) angesprochene Ladegerät/Stecker-Problem eimal gelöst sein, wäre es wohl mit wenig Aufwand möglich jede Tankstelle mit Strom-Zapfsäulen nachzurüsten. Das gleiche gilt für öffentliche Gebaüde, Schwimmbäder usw.

Das Teil auf dem Bild gefällt mir übrigens richtig gut von der Optik her.

Karl Nielz (@KarlNielz) 27. März 2013 um 12:50 Uhr

Die Bikes, die einigermaßen praktikabel sind, sind meiner Meinung nach die Räder aus dem DARPA Projekt des US Militärs mit E-Kit. Räder, die nicht ohne weiters als Falträder identifizierbar sind aber man bequem durch Treppenhäser bekommt oder in Taschen verstauen kann.

Problem ist aber das Marketing, wie mir ein Insider berichtet hat – die E-Räder werden immer mit Omi und Opa und Heckgepäckträger verbunden, und so ein Lebensgefühl kauft keiner.

http://www.nycewheels.com/mont.....-bike.html
http://www.nycewheels.com/mont......html#tabs

JMartin 27. März 2013 um 12:51 Uhr

@Thomas, Bob
Hier geht es um E-Bikes, nicht um Pedelects. Ein E-Bike kann eine begrenzte Reichweite haben (wenn es eins ohne Pedale ist), ein Pdelect nicht, da begrenzt die Muskelkraft bzw, die Ausdauer die Reichweite. Natürlich ist die Unterstüzung irgendwann weg, wenn der Akku leer ist.
Bei diesen Temperaturen hält aber die Unterstützung eins Pedelect in einer Stadt, wo es nicht nur bergab oder mit Rückenwind vorwärts geht, keine 60km, gerade gestern nach 30km wieder ohne Akku da gestanden, und der Akku ist kein Jahr alt, und hat keine 100 Ladezyklen hinter sich, und kommt nicht aus dem Baumarkt, sondern von Bionx. Und so ein scheiß Pedelec ist verdammt schwer, wenn der Akku leer ist, und es bergauf geht. :)

Zum kotzen ist, wie schon erwähnt, dass sich die Hersteller nicht auf einen Stecker einigen können. Vielleicht hilft da ja die EU irgendwann mal weiter, wie bei den Handys, vielleicht 2034. Wenn man dann die tollen Akku-Erfindungen zur Marktreife bringt, statt sie in den Schubladen verschwinden zu lassen, wären Pdelecs / E-Bikes eine ganz tolle Sache.

Nik 27. März 2013 um 12:59 Uhr

Spassbremse hin oder her:
Hier in Heidelberg fahren die Touries mit so zweirädrigen Elektrorollern in der Gegend rum – wollen ALLES sehen aba nix schwitzen beim Aufstieg zum Philosophenweg . . . – es sieht – sagen wir ‘mal – ‘gewöhnungsbedürftig’ aus!
[Philosoph wird man so eher nicht :-)]

Während so Wörter wie ‘Energiewende’ oder ‘Nachhaltigkeit’ noch die Gemüter erhitzen ist es parallel zum andauernden Fitnescenterwahn noch möglich dem verwirrten Konsumenten strombetriebene Batteriefahrräder anzudrehen . . .
Als Alternative wozu?
Kann mich noch wer beruhigen ?!

Nik 27. März 2013 um 13:06 Uhr

… hab neulich noch gelesen dass man sein altes Mobiltelefon so lange wie möglich benutzen soll da wir sonst im Elektroschtott ersticken . . .

Jetzt fährt man demnächst wohl mit dem Akku-Rad zum Hantelraum . . .

Yoyoblog 27. März 2013 um 13:10 Uhr

Akku aufladen dauert unterwegs zu lange.
Was wir brauchen sind Stationen zum Akku-Tausch.

Sebastian 27. März 2013 um 13:20 Uhr

@jmartin
@nik

Die Übergänge sind fließend. Der Motor in der Narbe ist nicht unbedingt anders und die scooter auf maximal 45 gedrosselt. Gibt auch Pedale und Kennzeichen.( Cube epo)

Entscheidend ist, wie man das den Leuten verkauft. Nachhaltigkeit ist abgehalftert. Verkauf geht immer über Ego, deswegen vermutlich etwas Fitness lifestyle a la Red bull und das die Teile irre beschleunigen können das ganze richtig in urbaner und trekking Umgebung inszeniert und die sache läuft

levestiga0r 27. März 2013 um 13:23 Uhr

“@levestiga0r Inkl. Zahlung per Telefon?”

da bin ich mir nicht 100% sicher, ich meine allerdings ja (zumindest ist dick und fett ein QR-Code auf die Ladesäule aufgeklebt). Ich komm aber später an einer Vorbei und kann das nochmal checken.

ringen00 27. März 2013 um 13:49 Uhr

@Sebastian: :-))

Albert 27. März 2013 um 16:15 Uhr

Die Idee finde ich gut. Ist zwar mittlerweile nichts neues aber früher oder später wird sich das ganze schon noch Etablieren.

Josef 27. März 2013 um 17:10 Uhr

Die werden bei uns auch immer mehr, macht auch Laune bergauf und bergab ;-)

Laden und mit dem Handy zahlen finde ich gut, minimiert die Kosten.


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