NSA sammelt täglich 5 Milliarden Standortdaten von Mobiltelefonen

5. Dezember 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Die NSA-Bespitzelung weitet sich aus. Wie neue Veröffentlichungen zeigen, schnappt sich die Behörde nicht nur beliebigen Internetverkehr weltweit, sondern sammelt auch eifrig Standortdaten von Mobilfunknutzern und ist auch in der Lage, Beziehungen zwischen Menschen zu erstellen. Natürlich werden die Daten nur dafür verwendet, um ausländische Zielpersonen zu beobachten. Die Daten der anderen werden anscheinend als Bonus betrachtet.

NSA_Standort

Die Aufzeichnungen wandern in eine große Datenbank, die Einträge von hunderten Millionen an Geräten hat. Neue Projekte, die diese Daten analysieren und in einen Zusammenhang bringen, ergeben ein Tool zur Massenüberwachung. Und wieder einmal werden die Daten nur im Ausland gesammelt. Dort wird dann allerdings nicht mehr unterschieden, ob es reisende Amerikaner sind, deren Bewegungen aufgezeichnet werden, oder tatsächlich Zielpersonen, die man unter Beobachtung gestellt hat.

Der Grund warum die Daten in großen Massen gesammelt werden, nennt sich CO-TRAVELLER. Dieses Analyse-Tool ermöglicht es den Behörden, auch unbekannte Zusammenhänge von beobachteten Personen zu erschließen. Ein solches Analyse-Tool ist auf die Masse der Daten angewiesen, um korrekt zu funktionieren, zumal man sich kaum der Ortung entziehen kann.

Wer moderne Kommunikation nutzt, ist auch auffindbar. Da hilft auch das Verschlüsseln von Emails nichts. Um nicht getrackt werden zu können, müsste man sich von der Außenwelt abschotten und in einer Höhle leben. Die NSA hat allerdings auch Probleme mit der Masse an Daten. Im Mai 2012 wurde festgestellt, dass die Daten die Kapazitäten zur Speicherung und Bearbeitung übersteigen.

Das Abgreifen der Daten wird auch nicht sonderlich schwer gemacht. Viele Netzbetreiber haben Datenbanken, die sie untereinander teilen, um zum Beispiel Roaming zu betreiben. Die NSA hat so Zugriff auf Daten von Nutzern, die vielleicht nicht einmal etwas mit dem jeweiligen Provider zu tun haben.

Eines der Hauptfeatures der Analyse-Tools ist, dass sie Daten in Zusammenhang bringen können, die nicht direkt sichtbar sind. Sie verknüpfen verschiedene Geräte, um Verbindungen zu erkennen. Schaltet sich ein Gerät aus, ein anderes wird aber gleichzeitig eingeschaltet, wird dies erkannt. Ebenso wird erkannt, wenn die gleichen Geräte immer im gleichen Abstand unterwegs sind. Auf solche Bewegungsprofile kann man nur kommen, wenn man alle Bewegungsdaten abgreift, egal, ob man diese nun direkt benötigt oder nicht.


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Quelle: Washington Post |

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