NSA und GCHQ sollen Zugriff auf Netze von Telekom und Netcologne haben

13. September 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Treasure Map, so heißt das Programm von NSA und GCHQ, das es zum Ziel hat, das Internet zu kartografieren. Aus Dokumenten zu diesem Programm, die dem Spiegel vorliegen, geht hervor, dass die Geheimdienste Zugriff auf das Netz der Telekom und des Kölner Anbieters Netcologne haben. Genauer gesagt, besagen die Dokumente, dass es innerhalb dieser Netze Zugangspunkte für die technische Überwachung gibt.

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Das Ziel von Treasure Map ist das Kartografieren des Internets in Echtzeit. Das bedeutet nicht nur die großen Glasfaserkabel, sondern auch Verbindungsstellen und sogar einzelne Endgeräte, die mit dem Netz verbunden sind. Jedes Gerät soll überall und zu jederzeit sichtbar gemacht werden. Genutzt werden soll Treasure Map zur Planung von Computerattacken und zur Netzwerk-Spionage.

Auch die deutschen Anbieter Stellar, Cetel und IABG sind mit Zugangspunkten markiert. Der Stellar IT-Chef erklärte auf Nachfrage von Spiegel, dass „Geschäftsgeheimnisse und sensible Informationen“ in den Dokumenten enthalten seien. Wie der Spiegel weiterhin schreibt, enthalten die Dokumente auch Server-Passwörter von Stellar-Kunden und nennt Mitarbeiter, die als Zielpersonen dienen, namentlich. Stellar-Geschäftsführer Christian Steffen sagt: „Ein solcher Cyberangriff ist nach deutschem Recht eindeutig strafbar.“

Die Telekom und Netcologne wurden ebenfalls vom Spiegel mit den Dokumenten konfrontiert. Beide Unternehmen hätten Nachforschungen betrieben, bisher aber keine verdächtigen Vorrichtungen oder Datenverkehre erkennen können. Dazu sagt Telekom-Sicherheitschef Thomas Tschersich: „Der Zugriff ausländischer Geheimdienste auf unser Netz wäre völlig inakzeptabel. Wir gehen jedem Hinweis auf eine mögliche Manipulation nach. Zudem haben wir die deutschen Sicherheitsbehörden eingeschaltet.“

Mehr als ein Jahr nach den ersten Enthüllungen durch Edward Snowden, reißen die schlechten Nachrichten zum Thema NSA und Überwachung einfach nicht ab. Aber warum auch? Die Politik will von nichts etwas mitbekommen haben, der normale Bürger lässt seine Wut maximal im Internet aus. Dieser schleichende Prozess immer neuer Überwachungsskandälchen stumpft jeden ab, sodass es plötzlich gar nicht mehr als so schlimm empfunden wird, wie es anfangs noch der Fall war. Dabei ist es mindestens genauso schlimm, wenn nicht sogar noch schlimmer, was da so nach und nach an das Tageslicht kommt.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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