NSA-Affäre bringt Verschlüsselung in Mode

19. Dezember 2013 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Es ist so eine Sache mit den Umfragen. Ich persönlich bin da immer ganz vorsichtig. Da werden 1000 Leute befragt, die sagen etwas und am Ende wird daraus die Aussage, dass x Millionen Deutsche dies und das machen. So auch im folgenden Fall. 1000 Internet-Benutzer wurden zum Thema NSA und Verschlüsselung befragt und am Ende hat man das auf die Einwohnerzahl von Deutschland umgelegt.

verschluesselung1

Die Umfrage kommt von Aris, im Auftrag der BITKOM. Danach gebrauchen aktuell rund 5 Millionen Bundesbürger für ihre E-Mails eine Verschlüsselungssoftware. Das entspricht 9 Prozent der Internetnutzer. Zum Vergleich: Im Juli, kurz nach Aufdeckung der Spähaktionen, waren es erst 3,3 Millionen oder 6 Prozent der Internetnutzer.

Etwas häufiger werden Dateien verschlüsselt. Derzeit verschlüsseln rund 5,5 Millionen Bundesbürger persönliche Dateien. Das entspricht 10 Prozent der Onliner. Im Juli waren es erst 4,4 Millionen oder 8 Prozent der deutschen Internetnutzer. Laut Umfrage nutzen 13 Prozent der Onliner entsprechende Anonymisierungsdienste wie Tor (Juli: 11 Prozent). Das entspricht rund 7 Millionen anonymen Surfern.

verschluesselung2

Trotz des Anstiegs scheuen weiterhin die meisten Nutzer den Einsatz von Verschlüsselungssystemen. Als Grund für den Verzicht auf eine Verschlüsselung geben 61 Prozent der Internetnutzer an, dass sie sich damit nicht auskennen. Im Juli waren es 65 Prozent. 56 Prozent nennen als Ursache, dass ihre Kommunikationspartner keine Verschlüsselung einsetzen (Juli: 59 Prozent). Ein Viertel hält Verschlüsselung grundsätzlich für zu aufwändig (Juli: 24 Prozent). Nur 10 Prozent halten entsprechende Software für zu teuer. Laut Umfrage stört es immerhin 8 Prozent der Internetnutzer nicht, wenn ihre Daten von Dritten eingesehen werden. Das entspricht rund 4,4 Millionen Personen.

Meine Meinung dazu: das Thema ist sehr schwierig und kompliziert. Gegen viele Bespitzelungen kann man nichts machen, sie ist allgegenwärtig. Man muss sich auf Aussagen externer Dienste verlassen und vielen Nutzern fehlt nach den Nachrichten der letzten Monate das Vertrauen in externe Dienste. Was kann man also machen? Entweder man macht alles wie bisher, oder man schränkt seine Kommunikation ein.  Was nicht ins Netz gelangen oder für Dritte nicht sichtbar sein soll, das lasse ich erst gar nicht ins Netz. Zumindest nicht unverschlüsselt.

Anleitungen gibt es hier im Blog seit fast neun Jahren –  TrueCrypt, Boxcryptor, Mail-Verschlüsselung, System-Verschlüsselung und vieles mehr. Doch natürlich verstehe ich Menschen, die das nicht machen. Man muss sich einarbeiten, für Neulinge ist es meistens zu kompliziert und schließlich muss das Kommunikations-Gegenüber mitspielen. Und dann ist da ja noch die Aufgabe der eigenen Bequemlichkeit…

Lasst mal hören – wie geht ihr damit um? Seit NSA & Co vorsichtiger geworden?


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25417 Artikel geschrieben.