Nokia: es passt vieles

27. Februar 2013 Kategorie: Mobile, Windows, Windows Phone, geschrieben von: caschy

Ich war gestern noch einmal bei Nokia und habe mir auf dem Messestand ein eigenes Bild von den neuen Geräten gemacht. Es ist für Firmen immer leicht, Geräte in einem guten Licht auf Papier zu präsentieren, von daher bilde ich mir immer gerne selber eine Meinung. Nokia hat eines in den Jahren der Misserfolge nicht verlernt: das Bauen von Geräten mit unglaublich guter Haptik.

Nokia 105

Selbst das Nokia 105, welches im Verkauf nur 15 Euro kosten wird, fühlt sich gut an. Es ist ein einfaches Dumb-Phone, mehr nicht. Dennoch wird es riesigen Erfolg haben. Wahrscheinlich wird es nicht direkt in Deutschland in den Handel gelangen, aber man wird es sicherlich irgendwie im Internet bestellen können.

Nokia 105_2

Der Stand von Nokia war übrigens durchgehend rappelvoll, für mich ein Indiz, dass man den Glanz vergangener Jahre auf keinen Fall verloren hat, ganz im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass es momentan besser für Nokia läuft. Auf der Messe habe ich viele Menschen mit einem der farbenfrohen Lumias gesehen.

Nokia Lumia 520

Oft erwischt man sich dann selber bei der Frage, warum man denn so ein Gerät nicht einmal produktiv einsetzt. Seit langer Zeit ist es zumindest bei mir die gleiche Antwort: Apps. Funktionen von Apps. Derzeit fehlt mir persönlich einfach zuviel – oder gefällt mir App-technisch nicht. Facebook wäre so ein Beispiel.

Nokia 720

Umsteiger von Android und iOS zu finden, ist sicherlich zwar möglich, doch dürften sich viele weiterhin in ihrem alten Ökosystem bewegen wollen. Wer über die Jahre vielleicht ein Android- oder iOS-Smartphone nutzte, der wird unter Umständen gutes Geld in Apps gesteckt haben – und eben jenes Geld ist durch eine Account-Bindung bei Apps einfach erst einmal weg.

Nokia back

Auf dem Stand von Nokia trieben sich natürlich auch einige Entwickler rum, dennoch wünschte ich mir, dass da noch mehr passieren wird. Apps, Apps und nochmals Apps – die sind das Geheimnis eines florierenden Ökosystems. Hier rede ich nicht einmal nur von Quantität, sondern Qualität ist auch immer gerne gesehen. Ich will für Windows Phone nicht den hundertsten Bildbetrachter wie bei Android und auch nicht den dreißigsten FTP-Client.

Nokia 720_2
Wer vielleicht heutzutage unbelastet in das Smartphone-Leben startet, der wird sicherlich glücklich mit einem Windows Phone, denn irgendwann arrangiert man sich mit den gegebenen Apps. Doch für viele bleibt Windows Phone ein Terrain, welches man nicht betreten will. Ach so: Google Apps auf dem Windows Phone? Google wird einen Teufel tun – so war es zumindest auf dem Mobile World Congress zu hören. Googles Macht sind die eigenen Apps, zumindest, wenn man auf die Dienste setzt.

Sollte Windows Phone weiterhin einen solch geringen Grad der Verbreitung aufweisen, dann wird es natürlich auch für Entwickler immer uninteressanter, für diese Nische zu entwickeln. Ein Teufelskreis, dem Nokia mit der Unterstützung von Entwicklern entgegen wirken will. Ob das Modell Erfolg hat? Weiss natürlich keiner von uns.

Mit den eigenen Geräten und Diensten wie Offline-Navigation und Nokia Music hat Nokia zumindest eindrucksvoll bewiesen, dass sie ihr Handwerk verstehen – müsste ich ein Windows Phone nutzen, dann wäre es ohne Frage ein Nokia. Doch Nokia hat eben das Pech, auf ein System festgenagelt zu sein – und mit Android und iOS finde ich da gleich zwei Alternativen – die eine glänzt durch tolle Geräte und hochwertige Apps, die andere durch große App- und Gerätevielfalt nebst Offenheit.

Nokia hat seine Hausaufgaben gemacht, man bietet tolle Geräte in jeder Preisklasse an. Vieles, was nun passieren wird, kann Nokia nicht kontrollieren, hat Nokia nicht mehr alleine in der Hand. Sollte das Konstrukt Windows Phone scheitern, dann wird sicherlich niemand dafür Nokia etwas ankreiden können. Doch Nokia wird es in diesem Fall sicherlich am härtesten treffen.

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Über den Autor: caschy

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