Nexus OTA-Updates: So flasht Ihr sie mit ADB

18. Juli 2016 Kategorie: Android, geschrieben von: Oliver Pifferi

Android Nexus 6P UpdateIch bin auch jemand von der Sorte, den man im Freundes- und Bekanntenkreis als „updategeil“ bezeichnet. Ob das dem blinden Vertrauen in neue Software geschuldet ist oder eher ein Tick, immer ein aktuelles System haben zu müssen, habe ich bis heute nicht ergründet. Im Zuge der OTA-Verteilung der Updates von Nexus-Geräten wartet man natürlich hin und wieder ein paar Tage länger, bis das Update auf dem eigenen Smartphone landet. Wer sich das sparen möchte, kann über die Android Debug Bridge, kurz ADB, das Ganze entsprechend beschleunigen – wie das geht, wollen wir dem ein oder anderen Interessierten hier kurz darstellen.

Grundvoraussetzung ist natürlich die Option, ADB über Eure Eingabeaufforderung (Windows) respektive das Terminal (macOS) bedienen zu können. Dafür muss natürlich nicht zwingend das gesamte Android Studio auf dem jeweiligen Rechner installiert werden, es reichen die bekannten Varianten von ADB und Fastboot, die es zum Teil im Netz gibt: Für Windows sind – wie so oft – die XDA Developer-Foren eine prima Anlaufstelle, für macOS habe ich mit der Lösung auf Stack Overflow (speziell die manuelle Variante 2) sehr gute Erfahrungen gemacht.

Habt Ihr die Installation hinter Euch gebracht und die Eingabe von „adb“ oder „fastboot“ hat zumindest etwas herausgeworfen, was nach einem Programm aussieht, dem noch der ein oder andere Parameter fehlt, sind Eure Hausaufgaben an dieser Stelle erledigt und Ihr könnt Euch das offizielle OTA-Update für Euer Nexus Gerät direkt bei Google abholen. Der Vorteil beim OTA-Update liegt auf der Hand: Eure Daten mit allem Drum und Dran bleiben erhalten, beim Flashen eines Factory Images hieße es dann: Neueinrichtung des Smartphones. Eben das wollen wir jetzt nicht, dafür aber (unter anderem) den aktuellsten Sicherheits-Patch für unser Nexus-Gerät. Im Beispiel hier habe ich mein Nexus 5X vom Juni- auf den Juli-Stand aktualisiert.

Der nächste Schritt ist nun, die Entwickleroptionen Eures Smartphones zu aktivieren, sofern das noch nicht vorab geschehen ist: Tippt einfach mehrmals (ich meine, bei meinem Nexus 5X sieben Mal gezählt zu haben) auf die Build-Nummer in der „Über das Telefon“-Rubrik der Einstellungen. Irgendwann wird Android Euch beglückwünschen, nun ein Entwickler zu sein und Ihr könnt eine Ebene darüber zu dem Punkt „Entwickleroptionen“ navigieren. Hier aktiviert Ihr nun einfach das USB-Debugging per Schalter:

05_ADB_Entwickleroptionen

Ist Euer Nexus dann bereits via USB angeschlossen, sollte es anschließend die Vertrauensfrage stellen: Der Fingerabdruck des RSA-Schlüssels Eures Computers wird angezeigt und Ihr habt die Option, das USB-Debugging zuzulassen, auf Wunsch auch jedes Mal von dem entsprechenden Computer aus. Letzte Checkbox macht Sinn, wenn Ihr eh häufiger via ADB von eben diesem Rechner auf eben dieses Smartphone zugreifen wollt.

06_ADB_Debugging_zulassen

Sind diese Schritte geschehen, so gilt es nun zu prüfen, ob die Verbindung zwischen beiden Einheiten sauber funktioniert. In der Eingabeaufforderung beziehungsweise dem Terminal tippen wir also „adb devices“ ein und sollten ein verbundenes Nexus-Smartphone präsentiert bekommen:

01_ADB_devices

Hier kann es beim Nexus 6P übrigens aktuell zu Problemen kommen, wo das Smartphone entweder trotz aller korrekten Vorarbeiten nicht erkannt wird oder aber einfach nichts in Recovery bootet: Diverse Foren sind voll von dem Problem und auch Caschy hat hier leidvolle Erfahrungen gemacht und kann ein Lied von diesem seltsamen Effekt singen, wie wir in unserem internen Blogchat festgestellt haben 😉 !

Nichtsdestotrotz ist der nächste Schritt – sofern für Euch dann möglich – ein Neustart in das Recovery-Modul über den Befehl „adb reboot recovery“:

02_ADB_reboot_recovery

Das macht das Nexus dann auch brav und sollte Euch kurze Zeit später den auf dem Rücken liegenden Androiden präsentieren. Durch die Tastenkombination „Power“-Knopf und „Hoch“ auf der Lautstärkewippe gelangt Ihr nun in ein Menü, wo Ihr „Apply Update From ADB“ anwählt.

Nun solltet Ihr Euer OTA-Update bereits heruntergeladen haben und das über den Befehl „adb sideload “ auf das Gerät schieben können. Geübte Custom ROM-Flasher dürften den „sideload“-Befehl bereits kennen und auch bei der ein oder anderen Aktion in Verbindung mit Amazons Fire TV oder Nvidias Shield TV hat dieser Befehl schon immer ein tolles Werkzeug dargestellt.

03_ADB_sideload

Sofern die Verbindung nach wie vor steht, solltet Ihr nun eine Prozentanzeige sehen, die den Fortschritt entsprechend verdeutlicht. Irgendwann ist der Upload fertig und das Ergebnis sollte ungefähr wie folgt aussehen:

04_ADB_sideload_fertig

Wählt nun am Nexus die Option „Reboot System Now“ aus. Eben das geschieht jetzt: Das Smartphone startet neu, aktualisiert noch ein wenig und die obligatorische Überprüfung zeigt: Die aktuelle Build-Version mit dem Sicherheitspatch vom 05. Juli 2016 ist installiert.

07_ADB_sideload_fertig

Wie bereits oben erwähnt, ist das nun für die Ungeduldigen wie mich die Option, sein Nexus-Smartphone schon mit dem neuesten Update zu befeuern, bevor es via OTA-Update sowieso auf das Gerät gelangt. Ob das immer Sinn macht und man nicht vielleicht einfach mal abwarten sollte, ist ein anderes Thema – so sähe aber auf jeden Fall der separate technische Weg aus 😉 !



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Über den Autor: Oliver Pifferi

Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und XING. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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