Nextdoor: Netzwerk für Nachbarschaften startet in Deutschland

25. Juni 2017 Kategorie: Internet, Social Network, geschrieben von: André Westphal

Nextdoor ist ein amerikanisches, soziales Netzwerk der etwas anderen Art: Statt alle Mitglieder in einer riesigen Community miteinander zu vernetzen, geht es darum einen Draht zur lokalen Nachbarschaft aufzubauen. Bisher war Nextdoor in Deutschland nur im Rahmen einer geschlossenen Beta verfügbar. Jetzt geht das soziale Netzwerk aber für alle an den Start. Falls ihr also mit euren Nachbarn ganz dringend in Kontakt kommen wollt, aber euch nicht traut an der Tür zu klingeln: Dann legt los.

Klar, man kommt über Nextdoor vielleicht gerade in großen Städten einfacher in Kontakt, als alle Klingeln am nächsten Wohnblock durchzuprobieren. Nextdoor selbst erklärt, dass das Netzwerk es Nachbarn erleichtern solle z. B. Informationen zu Lokalitäten in der Nähe auszutauschen, einen Babysitter zu finden oder aber eine gemeinschaftliche Feier zu organisieren. Die Nachbarschaften bleiben dabei übrigens für sich. Was ihr in eurer Nachbarschaft schreibt, sieht also jemand aus einer anderen Nachbarschaft nicht und umgekehrt.

Anmelden könnt ihr euch bei Interesse entweder über die offizielle Website oder über die Apps für Apple iOS und Android. Da Nextdoor in Deutschland noch neu ist, solltet ihr zu Anfang aber wohl nicht alle eure Nachbarn freundlich winkend dort vermuten. Zudem sind „Nachbarschaften“ bei Nextdoor ohnehin relativ große Areale mit 700 bis 1.500 Haushalten. Falls ihr eure Nachbarschaft nicht vorfindet, könnt ihr sie selbst gründen und habt dann drei Wochen Zeit mindestens neun weitere Nachbarn zum Beitritt zu bewegen.

Damit man sich erfolgreich von Facebook, Twitter und Co. abgrenzen kann und die Menschen wirklich in der angegebenen Gegend wohnen, verschickt Nextdoor an die angegebene Adresse Verifizierungscodes per Post. Falls ihr also Leute in München kennenlernen wollt, obwohl ihr in Hamburg wohnt  – dafür ist Nextdoor der falsche Ort. In Deutschland muss Nextdoor aber mit Nebenan.de konkurrieren, die sich zuvor von Nextdoor inspirieren ließen und in Deutschland früher an den Start gingen. Ob der Vorsprung der Konkurrenten es Nextdoor nun in Deutschland schwer macht, muss die Zeit zeigen. Vielleicht endet es auch wie beim StudiVZ, das erst in Deutschland als Facebook-Alternative startete, mittlerweile aber von Facebook selbst verdrängt worden ist.

Interessiert ihr euch für Nextdoor oder ist das für euch eine Spielerei, auf die ihr verzichten könnt? Klar, in Kleinstädten und Dörfern kennt man seine Nachbarn meistens ohnehin. Aber für Großstädte, in denen auch in der Nachbarschaft oft eine gewisse Anonymität herrscht, könnte Nextdoor durchaus interessant sein. Ich bin zumindest darauf gespannt, wie sich das Portal in Deutschland entwickelt.

Nextdoor
Nextdoor
Entwickler: Nextdoor.com
Preis: Kostenlos
  • Nextdoor Screenshot
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Nextdoor
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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei
Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich
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