Newsweek erscheint künftig nur noch online

26. Dezember 2012 Kategorie: Internet, geschrieben von: Casi

Es ist nicht gerade einfach, derzeit irgendwo für eine Zeitung zu arbeiten. Immer mehr Anzeigen-Kunden setzen auf das Internet, um ihr Geld zu investieren, die Auflagen sind rückläufig und selbst etablierten Blättern geht langsam die Puste aus. Wir haben das in Deutschland auch schon erfahren müssen – zuletzt haben die Frankfurfer Rundschau und die Financial Times Deutschland aufgeben müssen. Vor ähnlichen Schwierigkeiten steht man auch im Ausland und auch so ein News-Dinosaurier wie die Newsweek muss sich überlegen, was die Konsequenzen sein könnten, um sich aus der misslichen Lage zu befreien.

US magazine Newsweek unveils final print edition before going on-

Das Resultat seht ihr im Bild. Dort seht ihr ein Foto des Verlags-Gebäudes in New York und darüber prangt ein Hashtag: #LASTPRINTISSUE – es ist also das letzte gedruckte Exemplar der Zeitung und die Newsweek selbst postete das Bild bezeichnenderweise via Twitter.

Auch die Newsweek schreibt bereits seit Jahren tiefrote Zahlen, hat sich aber glücklicherweise dazu entschließen können, nicht komplett den Laden dicht zu machen. Stattdessen verlagert man sein Geschäft nun komplett ins Internet und will dort seine dann “Newsweek Global” genannte Zeitung kostenpflichtig anbieten. Dabei verweist man auf seine hohe Qualität, die man natürlich auch in der digital-only-Ausgabe beibehalten will und sich damit an die anspruchsvollere Leserschaft wendet.

Ob das Konzept aufgeht? Ich habe ehrlich gesagt keinen Schimmer. Ich finde die Zeiten gerade sehr spannend, weil so ein entscheidender Shift stattfindet. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch eine schwierige Situation: viele Jobs hängen dran und zumindest kurzfristig – FTD als Beispiel – geht uns auch Qualität flöten. Ich bin auch – obwohl selbst Blogger – aktuell weit weg davon, mit dem Finger auf eine brachliegende Branche zu zeigen und die digitale Revolution zu feiern. Es gibt eben nicht immer nur schwarz und weiß, sondern viele Grautöne dazwischen. Weder ist bloggen und twittern der Journalismus der Zukunft, noch könnte ich behaupten, dass die etablierten Zeitungen und Magazine durch die Bank den “Qualitätsjournalismus” abliefern können, den sie so gern propagieren.

Ich weiß nicht, wie das perfekte Geschäftsmodell der Zukunft aussehen könnte, aber das schließt ja nicht aus, dass es jemand anders bald findet. Wir brauchen gute Journalisten, die beispielsweise unter der Flagge der Newsweek die Inhalte liefern können, die wir als kleine Blogger unmöglich auf die Kette bekommen. Dafür müssen sich aber auch die Verlage ziemlich strecken und neue Dinge riskieren. Dabei werden sicher viele aufs Maul fliegen und sich davon nicht mehr erholen. Aber ich bin überzeugt davon, dass es auch hier eine Zukunft gibt, die uns Lesern hohe Qualität und den Verlagen ein tragendes Geschäftsmodell beschert. Allein schon deswegen drücke ich der Newsweek die Daumen. Immerhin ziehen die Verkaufszahlen der Musikindustrie auch immer weiter an und wieso sollte so ein Umdenken in unseren Köpfen nicht auch bei den Zeitungen von Erfolg gekrönt sein?

Quelle: The Verge


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2 Kommentare

Rainer 26. Dezember 2012 um 16:45 Uhr

Schwarzsehen liegt mir eigentlich nicht, aber ich glaube, daß die allermeisten bisherigen Print-Titel nicht überleben werden. Vor allem der mit Smartphones, Tablets und Laptops großgewordene Nachwuchs wird sich mit Druckerzeugnissen nicht mehr anfreunden können. Und ob “Online” die Rettung für die Verlage ist, wage ich zu bezweifeln.

zhet 26. Dezember 2012 um 17:44 Uhr

Die Zukunft liegt vemutlich in einem Modell, dass wir schon vom Fernsehen oder von der Gema kennen – einer Art “Grundgebühr”, aus der Journalismus finanziert wird. Ein Netz von Korrespondenten und Journalisten ist aus meiner Sicht absolut notwendig, um halbwegs “neutrale” Informationen zu erhalten. Und die müssen schließlich von irgendwas leben, wenn die Zeitungen nicht mehr da sind. Wenn aus ARD und ZDF so etwas wie ein öffentlicher Nachrichtenkanal (ohne Parteieinfluss) würde, wäre das auch nicht schlecht.

Zudem dürfte mittelbar auch ein Unternehmen wie Google Geld ausgeben – zwar halte ich auch das “Leistungsschutzrecht” für einen Akt purer Verzweiflung, aber in der Tat dürfte ein Dienst wie Google News in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein, ohne das Google zahlt.


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