Neue Abofalle: Streaming-Anbieter locken mit Gratis-Test und erheben dann Jahresgebühr

13. Dezember 2017 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Aktuell sorgt offenbar eine neue Abzockmasche für Aufsehen: Vermeintliche Streaming-Anbieter locken mit Testangeboten. So könnt ihr fünf Tage kostenlos den jeweiligen Dienst testen. Klingt erstmal risikolos. Denn wenn es nichts kostet, kann man es ja mal ausprobieren – auch wenn es nicht Amazon Prime Video oder Netflix ist. Dachten sich dann wohl auch einige Nutzer und erlebten anschließend ein böses Erwachen. Denn es wartete eine Abofalle, und die jeweiligen Schein-Anbieter forderten direkt nach der Testphase exorbitante Jahresgebühren. Jene sollen sich bei bis zu 359 Euro einpendeln. Da wird selbst Netflix nach der Preiserhöhung neidisch.

Laut Marktwächter Digitale Welt bzw. dessen Redakteur Manfred Schwarzenberg habe man bereits viele Verbraucherbeschwerden zu diesem Thema erhalten. Dabei liegt nahe, dass dieselben Betrüger hinter zahlreichen Angeboten stecken. So konnte man zwischenzeitlich 42 URLs mit derartigen Angeboten aufstöbern. Bis auf Unterschiede in den Domain-Namen und den Logos war der Aufbau immer nahezu 1:1 identisch.

Gelockt wurden die Geprellten auf die Websites wohl teilweise über Pop-Up-Werbung auf anderen Websites. Im vermeintlichen Angebot sollten dann Filme und Serien auf die Nutzer warten. Nach der Registrierung via E-Mail sowie Telefonnummer und persönlicher Adresse war aber kein tatsächlich verfügbares Angebot vorzufinden. Trotzdem wurden die getäuschten Nutzer aber nach Ablauf der Testphase wahlweise per E-Mail oder auch telefonisch aggressiv zur angeblich fälligen Zahlung der Jahresgebühr gedrängt. Hier wurden dann Summen von bis zu 359 Euro verlangt.

Dass so eine Forderung kaum haltbar ist, wenn auch gar keine Dienstleistung erbracht wurde, dürfte vielen Anwendern klar sein. Man versuchte dann aber die Täuschung weiter auf die Spitze zu treiben, indem etwa auf YouTube-Videos von vermeintlichen Anwälten zum Thema verwiesen wurde. Mittlerweile hat das Marktwächter-Team seine Ergebnisse auch an die Behörden weitergeleitet. Bleibt also zu hoffen, dass das Spielchen bald ein Ende hat und die Betrüger auffliegen.

Es sollte zwar für die meisten Leser hier ohnehin klar sein, dass man vorsichtig sein sollte, wenn ach so verlockende Angebote auf unbekannten Websites winken. Allerdings gibt es eben auch Menschen, die nicht so firm in der großen, weiten Welt des Internets sind. Macht jene also eventuell auf diese Masche aufmerksam, vielleicht bewahrt ihr ja doch den ein oder anderen vor Schaden.

(via Welt)

Über den Autor:

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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