Netzwerkfreigaben (auch NAS) mit Android und iOS synchronisieren

29. Juni 2015 Kategorie: Android, iOS, geschrieben von: caschy

Viele Nutzer haben heutzutage ein NAS in den eigenen vier Wänden stehen. Der Netzwerkspeicher gibt Zugriff auf Dateien für alle mit einem Account – und bei etwaig eingerichtetem Mirroring hat man unter Umständen auch noch eine verbesserte Ausfallsicherheit. Diverse Hersteller bieten spezielle Apps für ihre NAS-Lösungen an, durch reine Freigaben lassen sich aber auch extrem gut andere Lösungen nutzen, um Daten vom NAS auf das Smartphone oder Tablet zu bekommen.

iPhone sync synology

Die offizielle App von Synology hört auf den Namen DS File, mit ihr lassen sich Dateien auf dem NAS bearbeiten. Man hat so die Möglichkeit, eine Datei zu löschen, zu einem Archiv hinzuzufügen und vieles mehr. Wahrscheinlich wichtiger für Nutzer: das Herunterladen vom NAS auf das Smartphone oder Tablet. Hier sind bei Synology die Android-Nutzer ein wenig im Vorteil.

Natürlich bietet Synology die DS File-App auch für iOS an und ja, auch hier ist der Download von Dateien möglich. Bei einem Download unter iOS sind die Dateien aber in der DS File-App verhaftet, ein Abspielen oder Betrachten erst einmal nur hier möglich, so lange man nicht den Weg über „Öffnen mit…“ geht. Um einen Ordner vom Synlogy NAS auf euer iPhone herunterzuladen, sind nur wenige Schritte nötig. DS File starten und gewünschten Ordner einfach länger anklicken, hier zeigt sich dann das Menü mit dem Herunterladen.

ds file

Alternativ kann man in der Detailansicht am Ende der Zeile das Menü über die drei Punkte aufrufen. Im Anschluss muss der Nutzer einen Ordner angeben, in welchen heruntergeladen werden soll. Fertig – da unterscheiden sich Android- und iOS-App nicht.  Ebenfalls unterscheiden sie sich nicht im Funktionsumfang, ein Herunterladen ist lediglich ein Herunterladen – eine Synchronisation findet über DS File nicht statt. Hier müssen Nutzer dann eher zu DS Cloud greifen, was ein aktives Cloud Station-Modul voraussetzt. Die Arbeitsweise ist ähnlich: IP des Servers eingeben, dazu die Nutzerdaten – und am Ende sucht man sich die Ordner raus, welche man lokal vorhalten will.

cloud station

Was aber machen, wenn man nicht nur im heimischen WLAN Dateien vom NAS herunterladen will, sondern Ordner synchronisieren will – und man nicht auf ein Synology NAS zurückgreifen kann? Hier führen viele Wege nach Rom, man muss auch nicht zwingend auf offizielle Apps von Synology zurückgreifen, da gibt es auch andere Lösungen. Und aufgepasst: die Dritt-Lösungen sind natürlich nicht nur für Synology gedacht, sondern eigenen sich für wirklich jede Freigabe, die beispielsweise über SMB oder den Windows-Freigabedienst eingerichtet ist – man kann also auch Ordnerfreigaben unter Windows mit den nun folgenden Lösungen synchronisieren.

Unter iOS greife ich da zu meiner absoluten Must have-App Documents, die nicht nur für Ordnersynchronisation im Netzwerk gut ist – sie unterstützt auch Dropbox, Google Drive und jede Menge anderer Dienste, eignet sich zudem als eierlegende Wollmilchsau in Sachen Dateibetrachtung.

In Documents gibt es im unteren Bereich ein Symbol, welches ein wenig an ein WLAN-Symbol erinnert. Hier kann man Konten für viele verschiedene Dienste einstellen, darunter auch die von mir eben erwähnten. Hier kann ich mich also zu Cloudordnern verbinden – aber auch auf meine Netzwerkfreigabe zugreifen, auf der beispielsweise ein paar Songs lagern.

documents

Die Einrichtung ist selbsterklärend, sodass ich hier darauf verzichte – bei einem Clouddienst werden die Anmeldedaten fällig, bei einem Netzlaufwerk beispielsweise die IP des Servers, etwaige Zugangsdaten und ein Startordner. Will man einen Ordner synchronisieren, so öffnet man diesen über die Kontoverwaltung oder die Sidebar von Documents. Um einen Ordner mit dem iPhone zu synchronisieren, muss man tatsächlich auch diesen Ordner öffnen, danach wird rechts oben auf „Bearbeiten“ geklickt. Dies sorgt für ein neues Menü unten – hier findet ihr die Synchronisation.

documents2

Ein Klick sorgt für die Info, dass bidirektional synchronisiert wird. Bedeutet, dass der von euch synchronisierte Ordner zur Hauptansicht von Documents hinzugefügt wird, am iPhone vorgenommene Änderungen auch im Netzwerkordner landen. Mit einem Klick auf „Fertig“ schließt ihr den Spaß ab und der Ordner ist mit Synchronisations-Symbol in der Übersicht von Documents – wer das Ganze bei Dropbox macht, der bekommt die Ordner auch mit Dropbox-Symbol visualisiert.

Wie ich das praktisch nutze? Für Fotos, Videos, Musik – und auf Reisen habe ich einen Ordner, in den ich immer alle Informationen im PDF-Format lagere. Das landet dann eben auf meinem iPhone und ist so im Ausland auch offline verfügbar. Zu bedenken ist, dass durch die nicht wirklich vorhandene Hintergrundsynchronisation in iOS die App geöffnet sein muss, damit synchronisiert wird.

Und unter Android? Da gibt es gefühlt 100 Lösungen, um eine Netzwerkfreigabe mit dem Smartphone oder Tablet zu synchronisieren. Zahlreiche Dateimanager haben die Funktion bereits eingebaut, offenbar aber leider nicht der ES Explorer, ein sehr beliebter Datei-Manager für Android, der auch den Zugriff auf den Amazon Fire TV beherrscht .

Aber seit Jahren eine Bank: SyncMe Wireless. Optisch echt keine Schönheit, die zudem noch auf Windows-Symbole setzt. Aber: sie verrichtet ihren Dienst korrekt und stabil. In den Einstellungen können Freigaben eingerichtet werden, direkt danach kann man zu synchronisierende Ordner auswählen. Hier gibt es dann noch die Optionen, ob man von der Freigabe zum Smartphone synchronisiert, umgekehrt und vice versa. Ebenfalls lassen sich Synchronisationsregeln erstellen – auf Basis von Zeiten oder Tagen – oder automatisch, wenn das Smartphone oder Tablet am Ladegerät hängt.

syncme wireless

Ebenfalls als zweite Alternative darf Folder Sync genannt werden, eine App, die in der kostenlosen Lite-Variante ebenfalls die Ordnersynchronisation mit diversen Bedingungen erlaubt, hier ist ebenfalls auch eine bidirektionale Synchronisation möglich. Die werbefreie Vollversion liegt da bei 2,85 Euro, solltet ihr einen Dateimanager einsetzen, dann sollte man auf jeden Fall schauen, ob die Synchronisationsmöglichkeit vielleicht schon eingebaut ist – man muss da ja nicht unbedingt mehrmals Geld ausgeben, wenn eine Funktion schon vorhanden ist.

foldersync

Wie oben erwähnt: gerade unter Android führen extrem viele Wege nach Rom – wenn ihr noch für die Leser einen heißen Tipp auf der Pfanne habt – immer her mit den Kommentaren 🙂



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Über den Autor: caschy

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