Netflix siegt offenbar über VPN- und Unblocking-Anbieter

17. Oktober 2016 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

Netflix Artikel LogoAnfang des Jahres gab es viel Rummel darum, dass Netflix deutlich stringenter gegen VPN-Lösungen vorging. Netflix ist ein Dorn im Auge, dass dadurch z. B. Nutzer aus Deutschland das US-Angebot abonnieren und nutzen konnten. Bzw. dürfte weniger Netflix selbst als dessen Partner hier auf Abhilfe gedrängt haben. So muss Netflix für unterschiedliche Länder mit den Studios auch unterschiedliche Lizenzabkommen aushandeln. Folglich haben die Vertriebe kein Interesse daran, dass eben z. B. deutsche Anwender auf den US-Content zugreifen. Mittlerweile kristallisiert sich dabei heraus, dass Netflix wohl über die VPN- und Unblocking-Anbieter obsiegt hat.

So gaben sich die Unblocking-Anbieter zwar anfangs noch kämpferisch, viele haben aber mittlerweile kapitulieren müssen. UFlix etwa hat bereits offiziell das Handtuch geworfen. Netflix reagiere zu schnell, so dass es nicht möglich sei, technisch und wirtschaftlich die Regionalsperren dauerhaft weiter auszuhebeln. So blockiere Netflix neue Netzwerke mittlerweile im Stundentakt. Das klang im März noch anders, als UFlix davon sprach definitiv weiter zu kämpfen und nicht einmal ins Schwitzen zu geraten.

Ähnlich ist es Unblock-Us ergangen. Zuerst bot der Dienst noch Workarounds an, kommunizierte aber immer weniger mit den Nutzern und gab dann stillschweigend auf. Wo die Website von Unblock-Us etwa früher noch damit warb, dass man durch die Nutzung auf Netflix-Angebote in aller Herren Länder zugreifen könnte, fehlt heute jeglicher Hinweis darauf. Auf der Facebook-Page, auf welcher Kunden ihrem Ärger über die Probleme mit Netflix Luft machten, fehlt mittlerweile auch jegliche Spur der hitzigen Diskussionen.

Auch die Kanadier von UnoTelly haben aufgegeben. Sie warben früher mit dem Netflix-Border-Hopping, weisen heute aber darauf hin, dass genau jenes untersagt sei. Auch hier ignorierte man Anfragen von Kunden und versuchte sich im Schweigen. Drangeblieben ist der türkische Anbieter Getflix. Jener ermögliche laut eigenen Aussagen immer noch erfolgreich ausländische Netflix-Angebote zu nutzen.

Allerdings findet man auch hier in den gängigen Social-Media-Kanälen zahlreiche Kundenbeschwerden, welche anderes berichten. Offenbar hilft aktuell nur quasi monatlich den Unblocking-Anbieter zu wechseln, wenn man relativ abgesichert auf Netflix-Angebote anderer Länder zugreifen möchte. Für den durchschnittlichen User lohnt sich der Aufwand aber sicherlich nicht.

Getflix behauptet unterdessen an einer neuen Lösung zu arbeiten, die Netflix“unmöglich blockieren“ könne. Ob das Ziel erreicht wird, steht aber in den Sternen. Schließlich spuckte auch UFlix anfangs ähnliche Töne. Letzten Endes bleibt dem durchschnittlichen Nutzer wohl nur zu hoffen, dass Netflix möglichst viel Content international anbietet.

(via CBC)


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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