Netflix: In den USA kommen Filme des Streaming-Anbieters ins Kino

6. Oktober 2016 Kategorie: Streaming, geschrieben von: André Westphal

artikel_netflixNetflix hat in den USA ein Abkommen mit der Nobel-Kinokette iPic Entertainment abgeschlossen. So will iPic in seinen Lichtspielhäusern parallel zur Online-Veröffentlichung neue Netflix-Filme im Kino zeigen. Zumindest wollen die beiden Anbieter damit in Los Angeles und New York City experimentieren. Für iPic besteht aber auch die Option die Filme noch an weiteren Standorten zu zeigen. Es handelt sich hier um das erste, längerfristige Abkommen, das Netflix eigens produzierte Filme ins Kino bringt. Netflix übt beim Vertrieb seiner Filme deutlich mehr Kontrolle aus, als bei seinen Serien.

Beispielsweise ist es kein Problem, außerhalb des Angebots von Netflix an Serien wie „Orange is the New Black“, „Narcos“ oder „House of Cards“ zu kommen. Alle genannten Titel sind auch auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich. Seine Filme bietet Netflix aber ausschließlich als Teil seines Streaming-Angebots an. Zumindest in den USA wird man dann bald aber zum Start auch Gelegenheit haben in ausgewählten Kinos einen Blick auf die Streifen zu schmeißen. Wie Netflix und iPic die Einnahmen aufteilen, ist jedoch offen. Zunächst soll der Deal zehn Filme umfassen, aber eine Option auf Verlängerung enthalten.

Netflix dürfte sich vom Abkommen Mehreinnahmen erhoffen, die über Streaming-Abonnements hinausgehen. Auch die Marke Netflix wird dadurch natürlich indirekt beworben, so dass eventuell der ein oder andere Kinogänger auch ein Abonnement abschließt,wenn ihm oder ihr der Film zusagt. Netflix kommt es dabei auch darauf an, dass die selbst produzierten Filme weniger mit TV-Filmen und mehr mit üblichen Kinofilmen vergleichbar seien. iPic gibt an, dass 84 % der iPic-Kunden zwar ohnehin Netflix abonniert hätten, sie das aber nicht hindern werde ausgewählte Netflix-Filme im Kino zu sehen: „Man hat ja auch eine Küche Zuhause, geht aber trotzdem ab und zu Essen.

iPic ist in den USA eine relativ kleine aber unkonventionelle Kinokette, die auf besonderen Komfort wert legt und auch ungewöhnlichere Filme zeigt. Von den Netflix-Produktionen wird iPic nun ab Ende der Woche „Siege of Jadotville“ als erstes ins Programm nehmen. Am 13. Oktober soll „Mascots“ folgen. Für Netflix arbeiten aktuell auch Brad Pitt an der Komödie „War Machine“ sowie dessen Ex Angelina Jolie an „First They Killed My Father“. Ob Netflix Filme irgendwann auch in Deutschland im Kino laufen könnten, bleibt natürlich offen. Aktuell kann dies als unwahrscheinlich gelten, denn auch hierzulande bräuchte Netflix dafür einen risikobereiten Partner.

(via Wall Street Journal)


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Über den Autor: André Westphal

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