Netatmo Wetterstation ausprobiert

6. April 2014 Kategorie: Android, Hardware, iOS, geschrieben von:

Viele Dinge, die früher unbezahlbar oder nur Wissenschaftlern zugänglich waren, sind mittlerweile auch im erschwinglichen Bereich für normale Nutzer angekommen. Das Internet, die Teflonpfanne und auch die Wetterstation gehört dazu. Ich hatte die Gelegenheit eine solche Wetterstation auszuprobieren, genauer gesagt die Netatmo Wetterstation, die schon etwas länger auf dem Markt ist und mittlerweile sind auch Zusatzmodule wie ein Regenmesser zu haben.

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Ich probiere zwar alles gerne aus, kann aber jetzt schon vorab verraten, dass mich Informationen aus einer Wetterstation ungefähr so gar nicht interessieren. Ich nutze kaum Wetter-Apps, nur, wenn Grillen oder andere Outdoor-Aktivitäten angesagt sind, werfe ich mal einen Blick auf die Vorschau. Anders meine Frau, deren Wetter-App-Installationen sich wohl in Summe direkt proportional zu Kachelmanns Auftritten im TV verhalten dürften.

Netatmo kommt in spärlicher Ausstattung daher, zwei Mess-Einheiten, Kabel, Netzteil und Batterien, mehr braucht es nicht. Eine Station ist für innen, eine für außen. Beide Empfangsstationen müssen sich in eurem WLAN befinden, die Batterien für die Außenstation sollen ein Jahr halten.

Bildschirmfoto 2014-04-06 um 15.13.18 Rein optisch ist das Ganze modern und minimalistisch, mir gefällt dies. Hat was von Apple. Die Einrichtung ist in unter fünf Minuten vollzogen. App installieren (Android und / oder iOS) und die Stationen ins WLAN bringen. Fortan messen sie diverse Dinge, können sogar Alarm bei bestimmten Voraussetzungen per Push aufs Smartphone senden.

Zu bedenken ist, dass die Außenstation nicht direkt in der Sonne platziert werden sollte und auch das direkte Einwirken von Regen sollte vermieden werden. Kein Problem, so steht die Innenstation derzeit im Wohnzimmer, während die Außenstation unter dem Carport den Dienst verrichtet.

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Doch was wird überhaupt gemessen? Klar, die Temperatur. Im Innenbereich misst die Station noch den CO2-Wert, wer nicht von alleine merkt, dass er lüften sollte, der wird durch die App und die Netatmo-Station freundlich daran erinnert. Ein zu hoher CO2-Wert in der Luft sorgt bei mir für den gleichen Effekt, wie die Dehydration – ich bekomme Kopfschmerzen.

Neben dem CO2-Gehalt lassen sich noch Temperatur, Innenfeuchtigkeit und Luftdruck messen, ferner gibt es eine Messung der Lautstärke in Dezibel. Die Außenstation misst zusätzlich zur Temperatur noch die Luftfeuchtigkeit und eine gefühlte Temperatur.

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Die Messgenauigkeit ist bei solchen Dingen ja immer interessant zu wissen. Also mal zum Vergleich einen Blick auf mein Old-fashioned-Multitool mit Barometer geworfen. Sowohl Luftdruck, als auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmten fast 1:1 mit dem von der Netatmo gemessenen Werten überein. Allerdings kostet so ein Oldschool-Multitool im Kitschlook der 50er Jahre aus Holz auf dem Flohmarkt auch nur maximal nen flotten Zwanni, während die Netatmo derzeit mit knapp 170 Euro zu Buche schlägt – aber bekanntlich ist nicht alles ein Vergleich, was hinkt.

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Neben den vielseitigen Informationen in der App bietet Netatmo auch eine Webseite, über die man auf Wunsch ebenfalls die Daten abfragen kann. Interessant: jeder Nutzer kann – sofern er will – seine Daten auch für andere Nutzer freigeben. Dabei fand ich persönlich überraschend, dass es so viele Nutzer gibt, sogar in meiner doch sehr ländlichen Umgebung.

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Zusammenfassend: Netatmo misst:

Die Temperatur (innen und aussen)
Die Luftfeuchtigkeit (innen und aussen)
Die CO2-Konzentration (innen)
Der baromatische Luftdruck
Den Geräuschpegel (innen)

und zeigt noch einen Forecast auf die komplette nächste Woche. Für Gadget-Interessierte ist vielleicht noch interessant, dass die Station auch mit weiteren Apps verknüpft werden kann. Weather App-Pro kann die Daten nutzen und auch das hier oft erwähnte IFTTT hat einen eigenen Netatmo-Channel. Hier lassen sich alle Statusmeldungen der Station mit anderen Diensten verknüpfen. Ist der CO2-Wert zu hoch? Die Lautstärke? Ist es zu kalt? Dann kann Netatmo in Verbindung mit IFTTT Mitteilungen per Twitter, SMS und Co senden. Schön wäre folgendes Szenario: Schlechter CO2-Wert lässt die regelbaren Lampen von Philips Hue in rot leuchten, damit man visualisiert bekommt, dass man ja das Fenster aufmachen könnte.

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Die Apps für Android und iOS liefern die identischen Informationen, Android hat hier noch den Vorteil, dass sich Nutzer Widgets ihrer Stationen auf den Bildschirm packen können. Was interessiert schon das Stadtwetter, wenn man erfahren kann, wie es zuhause ist?

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Ja, auch als Wetter-Uninteressierter schaut man häufiger auf das Raumklima. Dennoch muss man bedenken, dass der Spaß natürlich um 169 Euro kostet (gibt gerade eine Promotion mit zusätzlichem Sensor für 199 Euro). Hier muss man für sich selber abwägen, ob einem dass die gebotene Leistung wert ist. Einer wie ich, der eh nie einen Blick auf das Wetter warf, der wird sicherlich die Ausgabe scheuen (obwohl es ein ziemlich geiles Gadget ist), meine Frau hingegen findet das Ganze prima – wer hat schon den eigenen Kachelmann per App abrufbar zuhause?


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Über den Autor:

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