NDR: Und auf einmal führst du einen Plagiate-Shop

12. Oktober 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Fotolia_60505744_S_copyrightEin bisschen Ego-Googlen kann nicht schaden, glaubt man den Ausführungen von NDR Info. Der norddeutsche Sender hat nach eigenen Angaben Recherchen durchgeführt, bei denen herauskam, dass Daten“tausender“ Internetnutzer missbraucht werden. Unter den Nutzern auch hunderte Deutsche. Sie haben offenbar bei gefakten Online-Shops ihre Daten eingegeben, die anschließend missbraucht worden sind. Gab ein Nutzer beispielsweise seine kompletten Daten bei einem solchen Shop ein, so konnte es sein, dass er selber unwissentlich zum Shop-Betreiber wurde.

Mittels der Daten wurden – verschleiert und nach Recherchen des NDR – aus China Shops angemeldet und mit Plagiaten von Turnschuhen, Handtaschen oder Sonnenbrillen großer Markenhersteller ausgestattet. So kann es also sein, dass ihr als Leser unwissentlich mit euren Daten hinter einem Shop steht, der Plagiate verkauft. Eines der Probleme? Eine Firma kann natürlich gegen diese Shops mit den Plagiaten vorgehen, Post vom Anwalt landet dann erst einmal bei euch. Schräg und für mich nicht zu glauben: Nach Aussagen des NDR ist man juristisch für diesen Online-Shop verantwortlich – und dieses könne teuer werden:

In vergleichbaren Fällen wurden Betroffene bereits aufgefordert, rund zwei Millionen Dollar Schadensersatz zahlen. Im schlimmsten Fall droht Gefängnis.

Der Identitätsdiebstahl scheint momentan zu explodieren, wie auch der Hamburger Internetrechtler Dr. Klaus Lodigkeit gegenüber dem NDR bestätigt.

Was jetzt passiert, ist Identitätsdiebstahl professionell in großem Stil. Organisiert von gut arbeitenden Banden.

Wer nach dem Ego-Googlen feststellt, dass eine Internetseite ohne sein Wissen angemeldet wurde, solle Strafanzeige erstatten, raten Internetexperten mehrerer Landeskriminalämter. Damit solle der Betroffene dokumentieren, dass er mit den Shops nichts zu tun habe. Dass die Hintermänner aber ertappt werden, ist fraglich, so Michael Böhl vom Bund deutscher Kriminalbeamter (BDK).

In der kurzen Zeit sind die Täter in der Regel über alle Berge, haben ihre Spuren verwischt, melden sich neu an und, bevor wir denen ansatzweise hinterherkommen, sind sie schon wieder weg.


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Der NDR hat nach eigenen Aussagen 250 Betroffene in Deutschland und Europa recherchiert, Text nebst Radio-Ausschnitt findet man hier.

In diesem Sinne, passt auf euch auf. Und falls ihr mal so eine Story erlebt habt, dann teilt uns doch einmal in den Kommentaren mit, wie alles abgelaufen ist. Ich selber hatte einmal ein Domain-Problem, aber das ließ sich eigentlich recht schnell aus der Welt schaffen. Ansonsten kann man heutzutage leider nur sagen, dass man wirklich jeden Scheiss in dieser Richtung direkt zur Anzeige bringen sollte.

Wer nicht dauernd Google anwerfen will, der kann sich ja notfalls auch einen Google Alert auf seinen Namen einrichten – so bekommt man vielleicht eher mit, wenn was auf öffentlichen Seiten passiert.


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Über den Autor:

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