Nachgefragt: Einheitliche EU-Ladegeräte, was heißt das eigentlich?

16. März 2014 Kategorie: Hardware, Windows Phone, geschrieben von:

Einheitliche EU-Ladegeräte sollen kommen. Die Nachricht darüber machte weltweit die Runden, ließ aber einiges offen. Ich habe beim Europa-Parlament nachgefragt. Kurzform: es kommt, aber keiner weiss, was kommt. Bislang war es so, dass die Hersteller sich selber einigen konnten. Man hatte sich 2009 darauf verständigt, ein gemeinsames Netzteil zu nehmen, hier arbeiteten ein Dutzend Hersteller mit, darunter auch Sony, Samsung, Apple und Nokia. Es kam ab 2011 zum Netzteil mit microUSB-Anschluss. War dies – wie bei Apple – nicht der Fall, dann musste ein Kabel oder Adapter mitgeliefert werden., welches die Kompatibilität gewährleistete.

Netzteil

Hierbei kam es häufig zu Verwirrungen, denn es ging nie alleine um den Anschluss eines Smartphones, sondern um die Kompatibilität des Netzteils zum Smartphones. Da hier die Hersteller die entsprechenden Kabel mitlieferten, konnte auch bei unterschiedlichen Anschlüssen nichts passieren. Man stelle sich vor, die EU hätte vor Jahren den Entschluss gefasst, Anschlüsse an Smartphones vorzuschreiben. Wir würden immer noch die Nokia-Anschlüsse am Telefon haben. Die Geschwindigkeit der Industrie wird die Ideen einer EU-Kommission sicherlich immer überholen.

Zurück zur Aussage, die das Europa-Parlament traf: Einheitliche Ladegeräte, die Mitgliedstaaten müssen die Vorschriften innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen. Die Hersteller haben dann noch ein Jahr Zeit, sich auf die verbindliche Anwendung der neuen Vorschriften vorzubereiten. Heißt: in drei Jahren kommt das einheitliche Ladegerät. In den Medien wurde dann behauptet, dass USB der Anschluss der Wahl sei am Ladegerät. Ja, wird wohl so kommen, aber nicht zwingend. Letzten Endes scheint noch nicht belegt, wie ein solches Netzteil auszusehen habe. Auf meine Nachfrage, ob man das Ganze denn konkretisieren könne, bekam ich folgende Antwort:

„Wie genau der Anschluss ausschauen wird ist eine Frage, die noch zu klären ist. Laut der Richtlinie ist dafür die EU-Kommission zuständig, die gemeinsam mit den Herstellern geeigneten Lösungen entwickeln muss. Ziel ist, die Menge an Elektroschrott durch verschiedene Ladegeräte zu verringern. Es braucht also noch ein bisschen Geduld um absehen zu können, wie genau dann ein solch einheitliches Ladegerät gestaltet sein wird.“

Heißt: wir können abwarten, aber sicherlich davon ausgehen, dass sich nicht so viel ändert. Normalerweise bekommen wir ein Netzteil, welches einen USB-Anschluss innehat –  und das zusätzliche Kabel für microUSB (fast alle), Lightning (Apple) oder USB 3.0 (Galaxy Note 3 mit Abwärtskompatibilität zu microUSB). Interessant wird zu sehen sein, ob man auch die Stromstärke regulieren will. Denn wir wissen ja: es gibt solche und solche Ladegeräte – und wer ein schwaches Netzteil hat, der wartet halt länger.

Kurzform:

– Bislang war es aufgrund der Selbstverpflichtung der Hersteller so: Netzteil mit microUSB mitliefern, falls ein anderer Anschluss genutzt wird, dann muss das entsprechende Kabel oder der Adapter mitgeliefert werden.

– Stand heute sollen 90 Prozent aller Netzteile mit microUSB kompatibel sein. Mittlerweile machen es fast alle wie Apple: Netzteil losgelöst vom Ladekabel mitliefern.

– Warum es um das Netzteil, nicht um das Kabel geht: heute ist noch nicht absehbar, welche Anschlüsse zur Datenübertragung in Smartphones der Zukunft landen. Apple switchte auf Lightning, Samsung selber bot x verschiedene Stecker für die Geräte an. Zukunftssicherheit für Hersteller kann nicht bedeuten, ihnen einen Anschluss am Gerät vorzuschreiben.


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