Nach Google will auch Yahoo verschlüsselte E-Mails anbieten

8. August 2014 Kategorie: Backup & Security, Internet, geschrieben von:

Von Google wissen wir seit längerer Zeit, dass das Unternehmen eine auf PGP basierende Verschlüsselung für alle Gmail-Nutzer anbieten will. Das System soll einfach sein, den Nutzer nicht überfordern, E-Mails für Dritte allerdings unlesbar machen. Yahoo möchte nun ebenfalls einen solchen Service anbieten, bereits 2015 soll die Verschlüsselung stehen. Das betrifft mehr Nutzer, als man allgemein vielleicht glauben mag, Ende 2013 vermeldete ComScore 273 Millionen Yahoo-Mail-Nutzer, Google kann hier 366 Millionen vorweisen.

Yahoo

Die Verschlüsselung von E-Mails ist auch ein Stück Aufklärung, wie Alex Stamos von Yahoo erklärt. Nutzer müssen verstehen, dass zwar die Inhalte der Mails für keinen einsehbar sind, wohl aber der Sender, Empfänger und Betreff. Etwaigen legalen Problemen sieht man allerdings gelassen entgegen. Verglichen mit LavaBit, einem kleinen Crypto-Mail-Service, der zugemacht hat, nachdem ein Gericht die Offenlegung der Schlüssel verlangte, sind Yahoo und Google in einer ganz anderen Position.

Ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen mit einer Armee von Rechtsanwälten, die nur scharf darauf sind, mit so einer Sache bis zum Supreme Court (Verfassungsgericht) zu gehen, hat da wohl weniger zu befürchten, als es ein kleiner Anbieter wie LavaBit hat.

Zudem werden die Schlüssel bei den von Google und Yahoo genutzten Techniken nicht bei den Unternehmen liegen, somit könne man diese gar nicht herausgeben. Google und Yahoo werden das Verschlüsselungs-Feature optional gestalten, das heißt, dass es vom Nutzer erst aktiviert werden muss, wenn es verfügbar ist.

Wenn nun noch Microsoft mit einsteigt, dürften die größten Mail-Anbieter alle künftig Verschlüsselung anbieten. In wie weit diese Verschlüsselung dann aber auch durch das Ausspionieren durch Geheimdienste schützen wird, wissen wohl nur diese selbst. Nur weil etwas theoretisch nicht knackbar ist, muss es in der Praxis nicht genauso aussehen.


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Quelle: WSJ |

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