Musik-Streaming: 1 Million mal gespielt, 16,89 Dollar verdient

25. Juni 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Es gibt viele Musik-Streaming-Angebote, manche kosten eine Gebühr, andere gibt es kostenlos, meist werbefinanziert. Aber wie sieht es eigentlich mit den Künstlern aus. Lohnt sich für diese die Bereitstellung ihrer Musik für solche Dienste? Ja und nein. Wie überall gibt es wenige Große, die gutes Geld verdienen und viele Kleine, die fast leer ausgehen.

TheTrichordist
So auch David Lowery von Cracker. Der Song „Low“ ist auf allen erdenklichen Kanälen verfügbar. Die Einnahmen, die sich daraus ergeben, sind jedoch sehr unterschiedlich. Auf Pandora, einem der bekanntesten Internet-Radio-Dienste, wurde der Song im letzten Quartal 2012 1.159.000 mal gespielt. Für den Künstler sprangen so ganze 16,89 Dollar heraus.


Hier muss man jedoch beachten, dass dies nur 40% der Einnahmen sind. Die restlichen 60% des Gesamtbetrages von 42,25 Dollar gehen an die anderen Mitglieder der Band. Das ist nicht viel, was Pandora da auszahlt. Vor allem vor dem Hintergrund betrachtet, dass Pandora anstrebt, noch weniger an die Künstler zu zahlen. In den USA wird dies gesetzlich geregelt, hierzulande dürfte es die GEMA sein, die das letzte Wort hat (korrigiert mich bitte, wenn das falsch ist).

Auch andere Einnahmequellen hat David Lowery veröffentlicht. Es sieht nämlich nicht überall so schlimm aus wie bei Pandora. Das in den USA weit verbreitete Satelliten-Radio Sirius XM zahlte für 179-maliges Abspielen des Songs 181,94 Dollar. Das wiederum klingt für mich sehr viel, wenn man bedenkt, dass man Lieder bereits unter einem Dollar kaufen kann und es sich hier auch nur um den 40%-Anteil handelt.

Spotify scheint immerhin fast zehnmal mehr zu zahlen als Pandora. Für 116.260 abgespielte Songs gibt es hier 12,05 Dollar, also fast so viel wie bei Pandora, bei einem Bruchteil der Abrufe des Songs. YouTube zahlt 1,95 Dollar für 152.900 Videoaufrufe.

Am ertragreichsten ist aber terrestrisches Radio. Für 18.797 Plays gibt es hier 1.373,78 Dollar, ebenfalls unter Berücksichtigung der 40%. Was der Künstler mit der Veröffentlichung derf Zahlen eigentlich sagen will: Musik-Streaming kann, zumindest für Künstler, nicht die Zukunft sein. Zumindest nicht unter den monetären Bedingungen, wie sie heute vorherrschen.

Dass Musik-Streaming-Dienste wenig zahlen, ist lange bekannt, aber so deutlich war es sicher auch Euch nicht bewusst, oder? Für 10 Euro pro Monat unbegrenzt Musik hören, kann nun einmal nicht für alle ertragreich sein. Große Künstler, die millionenfach gehört werden, bekommen logischerweise auch mehr. Erschreckend finde ich jedoch die großen Unterschiede bei den verschiedenen Diensten. Es kann doch nicht sein, dass Musik auf der einen Plattform mehr wert ist, als auf der anderen. Es bleibt doch die gleiche Musik.

Und hier noch der Song, um den es in diesem Artikel hauptsächlich geht:



Quelle: TheTrichordist |
Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Sascha hat bereits 7055 Artikel geschrieben.

62 Kommentare

Daniel (@theiNaD) 25. Juni 2013 um 11:44 Uhr

Da soll wer sagen, dass die ganzen illegalen Downloader die Musikindustrie kaputt machen.
Wenn man sieht, was Spotify und YouTube zahlen und Pandora zahlt bei einem vielfachen an Aufrufen eigentlich nichts…
Da sollte man mal eher zu Pandora schauen, anstatt irgendwelche Bürger abzumahnen, dessen Kinder ein paar Lieder illegal geladen haben oder in der Schule ein Lied singen. (Bezogen auf Deutschland und die GEMA).

Safet 25. Juni 2013 um 11:44 Uhr

Da hat man als Spotify Kunde ja kein so schlechtes Gewissen :/ Die Frage ist ja auch, wieviele Kunden ein Streaming-Dienst hat und wie viele verschiedene Künstler und Lieder im Monat gehört werden. Die daraus richtige Summe zu ermitteln ist dann eben die große Kunst, sodass jeder Künstler fair behandelt wird.

Trotzdem kann ich dir da nur zustimmen, es ist wirklich erschreckend wie groß die Unterschiede sind obwohl es die gleiche Musik ist. Ein kleiner Trost ist ja dann jener, dass ich als Spotify Kunde sicher gehen kann, dass die Künstler zumindest dort besser entlohnt werden als bei YT oder wo anders.

rantanplan 25. Juni 2013 um 11:45 Uhr

Wenn ich mir Spotify anschaue scheint das Problem nicht zu sein, dass der Endkunde zu wenig zahlt. Ich mein 12 Dollar ist ungefähr ein Monatsbeitrag. Ich oder vermutlich auch sonst niemand wird aber im Monat 65000 Songs hören (40% von 160k). Selbst 20000 werde die wenigsten zusammenkriegen (um mal andere Kosten für den Laden mit einzubeziehen). Irgendwo muss da also ne Menge Geld bei Spotify hängen bleiben.

Maik 25. Juni 2013 um 11:46 Uhr

Die Rechnung ist meiner Meinung nach ein wenig einfach…..
Angenommen eine Radiosender hat etwa 0,5 Mio Zuhöhrer, dann ergibt sich ein Betrag von etwa 14 Cent für 1 Mio „Abrufe“ wohingegen Pandora 16$ zahlt. Wenn die Zukunft weiter in die Richtung von Pandora geht, so ergeben sie meiner Meinung nach ganz andere Beträge die auf die Künstler zukommen. Natürlich ist es nicht viel, wenn ein einzelner 10 EUR zahlt im Monat für diese Dienste, aber wie so oft macht es auch hier die Masse….

    gearrabbit 25. Juni 2013 um 17:28 Uhr

    Genau so ist es. Das war das erste, das mir bei der Rechnung durch den Kopf ging: Es geht darum, wer die Kosten trägt. Radiostationen mögen mehr pro abgespieltem Titel zahlen; dafür zahlt kein einziger Hörer an die Künstler. Für einen seriösen Zahlenvergleich muss man die Anzahl der Zuhörer vergleichen und die Zahlungen entsprechend umrechnen.

Mike 25. Juni 2013 um 11:47 Uhr

Warum hast du das mit den 40% überhaupt erwähnt und nicht direkt immer nur die Gesamtsumme? Das verkompliziert den Sachverhalt hier doch nur unnötig(?)

@topic es ist natürlich erschreckend zu sehen wie wenig die Anbieter entlohnen, dennoch liegt es sicher auch in der Hand der Künstler und deren Verhandlungskünsten..

Schlaflos (@n8schicht) 25. Juni 2013 um 11:47 Uhr

Wenn ich Künstler wäre, der von seiner Musik (Komposition, Text usw.) leben muss, würde ich auch einen Teil des Geldes irgendwelchen Anti-Piracy-Initiativen spenden und jeden verklagen, der meine Musik raubkopiert. Das sind doch lächerliche Zahlen! 1 Million Mal muß so ein Titel gestreamt worden sein. 1 Million Mal! Und dann kommt da was dabei raus, für das ich mal Pizzaessen gehen kann?

Fritz 25. Juni 2013 um 11:48 Uhr

Noch ein paar Zahlen:

Die GEMA kassiert von einem Streaming-Anbieter nach Tarif VR-OD 9 3a
0,00375 Euro pro gestreamtem Titel.
Für 116.260 gestreamte Songs wären also an die GEMA abzudrücken:
436,- Euro
Das muss ein Dienst wie Spotify erst einmal verdienen, bevor er etwas an die Künstler weitergibt.
Wohin die 436,- bei der GEMA gehen, steht auf einem anderen Blatt. Wohl eher nicht an Künstler wie David Lowery, sondern an Bohlen & Co.

So ist es ... 25. Juni 2013 um 11:58 Uhr

Das wäre der Hammer …
dann frage ich mich aber, warum Youtube sich drückt
an die GEMA mehr Geld für die Künstler zu bezahlen.
(„YouTube zahlt 1,95 Dollar für 152.900 Videoaufrufe.“)
Ich meine, ich hätte einmal gelesen, das wäre mehr Geld.
Bei den ganzen Milliardengewinnen die Google verbucht … bin ich erstaunt.
Da kommt mir doch der Gedanke auf, daß es dort nicht mit rechten Dingen zugeht.

LinHead 25. Juni 2013 um 12:01 Uhr

„Es kann doch nicht sein, dass Musik auf der einen Plattform mehr wert ist, als auf der anderen. Es bleibt doch die gleiche Musik.“
Doch, für Waschpulver vom gleichen Hersteller und gleicher Größe zahle ich ja auch bei Laden a weniger als bei Laden b. Kommt auf die Kalkulation an und nennt man Marktwirtschaft.
Aber ganz klar, das System hinkt und bei den Musikern kommt zu wenig an.

Ingo 25. Juni 2013 um 12:01 Uhr

Hab mir das Werk kurz angehört also ein Blogger verdient mehr.
Und das zurecht.

Voo 25. Juni 2013 um 12:01 Uhr

@ Fritz Häh? Die GEMA schüttet die eingesammelten Beträge an die Künstler aus, die GEMA Mitglied sind und zwar in Relation dazu, wie oft deren Songs aufgeführt/gespielt wurden.

1 Mio Streams und rd 17 $ Einnahmen, das reicht nach Steuern grad mal zu nem McD Sparmenü… Das kann nicht die Lösung sein, sonst geht das Musikgeschäft den Bach runter, und damit v.a. die Künstler und die Kunst.

Ohrmilben 25. Juni 2013 um 12:05 Uhr

Boah… das ist ja mal ein geiler Artikel! Vielen Dank für die guten Informationen. Ich nutze bislang keinen modernen Streamingchannel… und irgendwie wird das wohl auch noch länger so bleiben. Ich finde es wichtig, dass man für Kunst bereit ist Geld zu bezahlen. Und die Wertschätzung bleibt seit vielen Jahren komplett auf der Strecke.

Daniel 25. Juni 2013 um 12:06 Uhr

Naja, man muss da schon ein wenig relativieren.

Das in Österreich marktführende terrestrische Radio Ö3 hat ein tägliches Publikum von 2,4 Millionen. Wenn da also am Morgen, zur Mittagspause oder Abends ein paar hundert tausend Leute zuhören, dann wird aus der hohen Ertragsrate pro Play sehr schnell viel weniger. Kurz mal vorgerechnet:

Ertrag Terrestrisches Radio pro Play: 0,073085 USD
Ertrag Spotify pro Play: 0,000103 USD
Ertrag Pandora pro Play: 0,000014 USD
Ertrag Youtube pro Play: 0,000012 USD

Ertrag Terrestrisches Radio pro Play UND pro Zuhörer:

0,000103 USD (=Spotify) bei 710 Zuhörern
0,000014 USD (=Pandora) bei 5.220 Zuhörern
0,000012 USD (=Youtube) bei 6.090 Zuhörern

Sind diese Zuhörerzahlen wirklich so utopisch? Ich glaube kaum!

Meiner Meinung nach entsteht diese große Einnahmens-Diskrepanz in erster Linie durch die vergleichbar geringen Nutzerzahlen der Streaming-Dienste. Die Vergütung pro Play ist selbst bei den schlechter zahlenden Anbietern wie Youtube oder Pandora eigentlich noch im Rahmen, wenn man die Anzahl der Zuhörer bei terrestrischem Radio bedenkt.

Dass dies schließlich nur mickrige Summen sind, die am Ende herauskommen, bestreite ich allerdings nicht.

Timo 25. Juni 2013 um 12:08 Uhr

die Onlinedienste sind wahrscheinlich vergleichbar. Insofern ist es schon erstaunlich, dass die Beträge so unterschiedlich sind. Bzgl. Youtube, ich denke, hier müsste man noch einer paar mehr Infos haben. Eigentlich habe ich dort gehört, dass man dort 2 bis 3 Euro je Tausend Views erzielen kann. Z.b. fehlt die Info, welche Werbung geschaltet worden ist. Weiterhin kann man die Radioplays nicht mit Streamabrufen vergleichen. Nimmt man an, dass 1000 Hörer je Play erreicht worden, dann wären es 18 Millionen Abrufe. (nur sind die 1000 Hörer nur eine reine Vermutung, können auch mehr sein)

lornz87 25. Juni 2013 um 12:19 Uhr

schöner Song 🙂

doctor 25. Juni 2013 um 12:22 Uhr

„Musik-Streaming kann, zumindest für Künstler, nicht die Zukunft sein. Zumindest nicht unter den monetären Bedingungen, wie sie heute vorherrschen.“ > man kann einem Spotify-/rdio-/all access-Abonnenten sicher nicht vorwerfen, dass er zuwenig ausgibt. Den Kopf müssen sich dann wohl andere machen, denn mehr wird man den Endverbraucher sicher nicht aus der Tasche ziehen können.

timjk 25. Juni 2013 um 12:26 Uhr

Ich würde auch gerne für meine Arbeit von vor 20 Jahren (Der Song ist von 1993) heute noch monatlich vierstellige Summen gezahlt bekommen.

Clemens 25. Juni 2013 um 12:27 Uhr

spannend zu wissen wäre ja, was er im selben Zeitraum mit Plattenverkäufen verdient hat bzw wie viele Platten verkauft wurden…

Mia 25. Juni 2013 um 12:33 Uhr

Wäre ja schlimm, wenn man mit der Musik reich würde…

Justus 25. Juni 2013 um 12:33 Uhr

Bei Pandora kann man übrigens nicht gezielt einen bestimmten Song hören. Ein Song kommt halt irgendwann einmal. Vielleicht hängt es ja auch damit zusammen…?

Schluppi 25. Juni 2013 um 12:41 Uhr

Außer Timo und LinHead scheinen die meisten die Zahlen nicht wirklich in einen wirtschaftlichen Kontext setzen zu können.
Was wäre denn eurer Meinung nach die Alternative? Das die Dienste 50€ im Monat kosten? Das man nach Anhör-Volumen bezahlt?

Ben 25. Juni 2013 um 12:42 Uhr

@Justus: 1.159.000 mal heißt 1.159.000 mal

Manuel 25. Juni 2013 um 12:43 Uhr

Dann bin ich als Spotify Nutzer gar nicht mehr _so_ böse. :-/
Da überlege ich mir tatsächlich gerade, Spotify einfach laufen zu lassen, auch wenn ich mal nicht am Rechner sitze. Einfach um meine Bands und Künstler ein paar Cent mehr in die Tasche zu spielen.

Sven 25. Juni 2013 um 12:43 Uhr

Man sollte hierbei auch immer berücksichtigen, das der Künstler ersten das Geld ja jeden Monat bekommt. Also wenn der Song echt gut ist, werden ihn sich die Leute auch noch nach Wochen oder Monaten immer wieder anhören, und so kommt letztlich mehr Geld in die Kassen der Künstler, als wenn ich mit den Song einmal für nen Euro kaufe.

Weiterhin (wie teils schon erwähnt) sind das die Beträge, die die Dienste direkt an die Künstler zahlen, da kommt also noch der Teil dazu, der über z.B. die Gema eingetrieben wird. Diesen Betrag den die Gema verlang muss man also auf den ausgezahlten Betrag anrechnen, um zu ermitteln, was Spotify und co für einen einzelnen Stream an die Künster zahlen.

Und weiterhin sollte noch erwähnt werden, das viele Menschen die Musik streamen, die wirklich guten Sachen auch weiterhin kaufen. Hier wird also ein Doppelter gewinn erzeug.

Und zum Schluss noch ein Rechenbeispiel:
bei Spotify wurden 116.260 Plays ermittelt, das mach pro Play:

0,000259117$ direkt an den Künstler
+ 0,004923750$ (0,00375€) an die Gema
= 0,005182867$ gesamt.

116.260 Plays sind also rund 603$!!!!!!!

Manu 25. Juni 2013 um 12:50 Uhr

Man könnte Youtube, Spotify & Co. ja auch als Möglichkeit betrachten Werbung für sich und seine Musik zu machen um dann nicht so sehr über den Verkauf von Songs, sondern über Konzerte und Merchandising Geld zu verdienen.
Natürlich ist das „anders“ als früher, aber ich verstehe nicht warum nicht auch Künstler Ihr Geschäftsmodell von Zeit zu Zeit verändern und sich dem Neuen abpassen können sollten?!

offense 25. Juni 2013 um 12:53 Uhr

Danke Sven, wollte eben quasi selben Text formulieren aber du hast mir die Arbeit erspart 😉 Ich will definitiv nicht sagen, dass Musiker zu viel verdienen oder dass ich okay finde, dass sie so wenig verdienen. Aber sie verdienen definitiv mehr als in der Berechnung die im eigentlichen Blog-Artikel vorgenommen wurde …

@Justus bzw. Ben:
Natürlich hat es was damit zutun, dass ich bei Pandora nicht gezielt nach Musik suchen kann und diese hören kann. Ist doch quasi mit TV und Film ausleihen genau so … entweder guck ich ziemlich günstig TV (= Pandora) und kann nicht wirklich Einfluss auf das Programm nehmen oder zahle (viel) mehr, leihe mir einen Film aus (= Spotify) und kann selber entscheiden was ich gucke.

Micha 25. Juni 2013 um 13:01 Uhr

Das Beispiel Satelliten-Radio ist eine Milchmädchenrechnung.
Klar hat man den Titel „nur“ 170x ausgestrahlt, aber niemand kann sagen, wie viele tatsächlich zugehört haben. Das können zwischen 0 und mehreren hundert Millionen gewesen sein.

Beim Streaming hat man hingegen eine 1:1-Rückmeldung, wie viele Clients den Stream tatsächlich empfangen. Entsprechend hoch ist die „Abspielhäufigkeit“

goran 25. Juni 2013 um 13:24 Uhr

Hmm. Ich habe lange nicht mehr soviel Geld für Musik ausgegeben, wie jetzt bei Spotify.
Dann ist die Verteilung falsch. Sollte so funktionieren wie bei Flattr. Meine 10€ dürften diesen Monat nur an ca. 20 Songs gehen.

metai 25. Juni 2013 um 13:45 Uhr

@Sascha: „Die restlichen 60% ($ 42,25)“ — das sind 100%, nicht die komplementären 60%.

Bert 25. Juni 2013 um 13:54 Uhr

Wie viele der Rechenkünstler, die die Einnahmen von uns Musikern hier berechnen, leben auch von der Musik?

Zur Sache:
Abseits von Mainstream werden keine Millionenklicks erreicht!
Die kleinen Verlage haben das erkannt. Viele haben die Beziehungen zu Spotify & Co. gekappt und verkaufen wieder Tonträger. Die Streamdienste bekommen nur noch 2 bis 3 Songs pro CD. Gute Musik wird so wieder rar und das Sammlerherz freut sich. Ähnlich gehen die Hörbuchverlage vor. Es finden sich nur Ausschnitte der Werke im Stream.

Schön, dass die GEMA einen Fuß in der Tür hat. Denn so erhalten auch Textdichter und Komponisten Anteile am Stream. Nicht immer ist der Künstler auch der Autor seines Werkes.

Natürlich wird Streaming die Zukunft für Musiknutzer sein. Für uns Musiker ist das Internet incl. Stream aber bald nur noch ein Demotape, eine Werbeplattform. Und wem das Demo gefällt, der kauft auch.

Sascha Ostermaier 25. Juni 2013 um 14:25 Uhr

@metai: Danke! So viele Zahlen….

blub 25. Juni 2013 um 14:28 Uhr

wenn das stimmen sollte, dann kommen bei mir nur 0,15$ von 10€ pro monat bei den künstlern an. ich benutz spotify und höre ca. 1500 stücke im monat. wtf?! warum ist das so wenig, und warum lassen sich die künstler darauf ein? ehrlich gesagt kann ich mir das nicht ganz vorstellen.

Marco Grzondziel 25. Juni 2013 um 14:34 Uhr

@Bert: Ich kenne aber genug Leute, die hören z.B. per Spotify UND kaufen anschließend noch ihre Lieblingsmusik.

Ich persönlich denke, ein gesunder Mix aus allem macht die Musik. Wenn es so wäre, wie früher, gäbe es nur
– die Verkäufe,
– Radioerträge, welche sicherlich wesentlich geringer sind und nur für die Topkünstler eigentlich zum Tragen kommt – wer hört schon noch Radio und wieso werden über den Tag verteilt nur gefühlte 20 Lieder immer und immer wieder wiederholt
– Merch / Konzerte

Nun kommt ein kontinuierlicher Strom an Streamingplays dazu… Monat für Monat…

Ich denke, jeder kleiner Künstler ist außerdem noch froh darüber, überhaupt Ertrag zu erzielen. Dazu kommt der Werbeeffekt und die einfachere Distribution.

Sicherlich kann man nochmal darüber streiten, ob die Entlohnung pro Play vllt angepasst werden müsste, aber generell ist das erst einmal besser. Gleiches kann auch mein Kollege mit seiner „Nachwuchsband“ von sich geben…

Was kann ein normaler Mensch eigentlich pro Monat streamen? Nehmen wir mal an, ein Lied geht im Schnitt 3:30.

60 Minuten * 24 Stunden * 30 Tage = 43200 Minuten

43200 Minuten / 3,5 Minuten ~ 12343 Titel

12343 Titel, wenn jemand ununterbrochen streamen würde.

Nehmen wir nur mal eine Schlafzeit von 6,5 Stunden pro Tag aus, macht das nur noch 9000 Titel

Bei Spotify mit dem Unlimited Plan für 5€ wären das 0,56 cent pro Play. Man kann aber auch davon ausgehen, dass kaum jemand seine komplette Wachzeit den Streamingdienst beanspruchen wird, womit man eigentlich noch mehr Spielraum pro Play hätte…

Dann gibt es ja auch noch den Premiumplan für nen 10er…

Ich denke, wenn man bei effektiven 0,5 – 1 cent, die der Künstler pro Play bekommen würde, landen würde, hätte man schon einen großen Schritt getan.

Bei den 116.260 Plays von oben wären das noch 581,30$ bzw 1162,60$ Ertrag für den Künstler in dem Monat… für den einen Song.

Davon abgesehen muss man halt auch berücksichtigen, dass man nicht alles über einen Kamm scheren sollte… nicht jeder hat das Geld, um sich jeden Monat X neue CDs oder Alben zu kaufen. Jeder Play über einen Streamingdienst entspricht NICHT einem entgangenen Verkauf.

Combo 25. Juni 2013 um 14:38 Uhr

@Bert Kurz gesagt: Nö. Was es nicht als Download gibt kaufe ich auch nicht. Ich hab keine Lust mich erstmal hinzusetzen und eine CD zu Rippen nur um sie zu hören. Ehrlich gesagt kann ich mich kaum noch dran erinnern wann ich zum letzten mal eine CD gehört habe. Ich bin sicher nicht representativ aber mit fortschreitender Digitalisierung (MP3-Playern, Smartphones etc.) werden den Künstlern die da nicht mitgehen immer mehr Kunden davonlaufen.

Stefan Schofel 25. Juni 2013 um 15:20 Uhr

„Erschreckend finde ich jedoch die großen Unterschiede bei den verschiedenen Diensten. Es kann doch nicht sein, dass Musik auf der einen Plattform mehr wert ist, als auf der anderen.“ ja ja, den einen ist das seit langem bekannt, die diskutieren das auch schon seit ewig und 3 Tagen (gilt i.ü. nicht nur für Musik) – für die anderen ist das eben Neuland – erschreckend? 😉

Dirk K. 25. Juni 2013 um 15:35 Uhr

Vielleicht bin ich ja keine Helle Leute aber verstehen tu ich das nicht Wirklich, die Streamingdienste habe eine bestimmte Menge an Geld die Sie je Monat an die Künstler austeilen können, das heißt je mehr Monatlich die Miete bezahlen desto höher werden die die Zahlungen!?
Mir stellt sich hier die Frage warum die Künstler sich das antun?
Ich kaufe meine Musik (MP3 bzw. CD) und höre Radio, das reicht mir, ich habe den Sinn der Streamingdienste noch nicht erkannt.

Hak0 25. Juni 2013 um 15:36 Uhr

Für die Künstler gibt es die Möglichkeit von der GEMA zu trennen und eine neue Initiative zu unterstützen: http://c3s.cc/
Es soll eine alternative für Europa werden.

Ich empfehle den Podcast „Logbuch Netzpolitik – LNP068 Marsch der Millionen“, in dem ein Interview mit Danny Bruder zum Thema C3S gehalten wird.

http://logbuch-netzpolitik.de/lnp068

Abseits davon ist die aktuelle Lage: Spotify verarmt (den nicht so bkannten) Künstler. Aber hauptsache Wir können für 4,90€/mtl. alles hören. Die Lösung ist: Vinyl kaufen und mp3 gibts dazu. Oder CD kaufen.

ColaCheater 25. Juni 2013 um 15:37 Uhr

Genau der (original) Artikel ist mir doch gestern schon auf reddit begegnet.

Ich sehe es so wie ein paar es auch schon hier Kommentiert haben:
Natürlich sollte die Bezahlung existieren und nicht zu niedrig sein. Rechnet man aber einmal die erwartete Zuhöhrerzahl vom klassischen Radio als Hörer ein, Zahlen die deutlich weniger pro Hörer. Und ich wette ich habe schonmal von Künstlern gehört die sich beschwert haben die klassischen Radios würden viel zu wenig bezahlen.
Und soweit ich das bis jetzt verstanden habe ist doch Pandora auch nichts anderes als ein Radiosender der die Art von Musik spielt die man gerne hört. Eben ein Radiosender wie wir im FM-Bereich versuchen zu finden. Aber um es Transparent zu machen da es nicht für alle das gleiche ist gibt Pandora eben an wie viele genau dieses Lied vorgespielt bekommen haben.

Nur weil beim einen 1 Mio Aufrufe stehen und beim anderen nur x Plays im Radio muss man das schon in Relation setzen.
Auch wenn „normales“ Radio nicht ganz so gezielt deine Musik Spielt und du sagst nur x% von den Hörern hören jetzt gerne das Lied und werden nicht „gezwungen“ kommt da etwas anderes als Ergebnis raus…

Wichtig zu unterscheiden:
Absolute Anzahl Hörer Anzahl Abspielungen im Radio mit vielen Hörern

Fabian 25. Juni 2013 um 15:48 Uhr

@timjk
dann erfind/produzier mal was dass in 20 jahren noch so toll ist, dass es zig tausenden leuten am tag ne freude bereitet….und überleg dann nochmal ob der kommentar nicht was platt ist!

Daniel 25. Juni 2013 um 16:05 Uhr

@ Dirk K. :

>ich habe den Sinn der Streamingdienste noch nicht erkannt.

Wenn man sich nicht mühsam und teuer über Jahre oder Jahrzehnte hinweg eine umfangreiche Musiksammlung zusammengekauft hat, dann ist so ein Streamingdienst auf jeden Fall attraktiv. Bereits ab 4 Euro pro Monat – Nokia Music+ ist meines Wissens nach der günstigste und wohl auch ein vom Smartphone-Hersteller subventionierter Dienst – hat man uneingeschränkten Zugriff auf ein Musikarchiv, welches aus Millionen von Titeln besteht.

Natürlich ‚besitzt‘ man diese Musik nicht selbst, so wie man es im klassischen Sinn von Datenträgern wie Vinyl oder CD kennt, allerdings ist für den Zeitraum des Abos die uneingeschränkte Nutzung des kompletten Archivs möglich und das beinhaltet, abhängig vom Streaming-Dienst, auch die lokale Speicherung (zB auf dem Smartphone) von mehr oder weniger Titeln.

Bernd 25. Juni 2013 um 17:59 Uhr

Muss hier mal den Autor kritisieren: der Artikel ist zwar interessant, aber ein Urteil sollte man nicht fällen, wenn vollkommen unklar sind wie das Ganze zustande gekommen ist. In den Kommentaren steht ja bereits einiges um das Ganze zu relativieren. Ohne diese Informationen ist der Artikel nicht viel wert finde ich.

LJJ 25. Juni 2013 um 19:22 Uhr

Korrekturhinweis: die GEMA ist nicht allein für die Preise verantwortlich, weil sie das Vervielfältigungsrecht an den meisten amerikanischen Musiktiteln nicht lizenziert; dies übernehmen von den Majors beauftragte Lizenzierungsagenturen. Die Höhe der von den Streamingdiensten zu entrichtenden Entgelte richtet sich u.a. nach der Markt-/Verhandlungsmacht der jeweiligen Beteiligten, ihrer Reichweite und ihrem Umsatz.

Marc 25. Juni 2013 um 21:06 Uhr

Hier fehlt die Info wie viel Werbung Pandora schaltet und welchen Vorschlag Lewery diesbezüglich macht:

“Here’s an idea. Why doesn’t Pandora get off the couch and get an actual business model instead of asking for a handout from congress and artists? For instance: Right now Pandora plays one minute of commercials an hour on their free service. Here’s an idea! Play two minutes of commercials and double your revenue! (Sirius XM often plays 13 minutes and charges a subscription).”

Quelle: http://thetrichordist.com/2013.....hirt-sale/

Sean K. Woods 25. Juni 2013 um 21:50 Uhr

stattdessen hättest du ja auch den genannten anbieter (zb Spotify) verlinken können 😉

GuyInkognito 25. Juni 2013 um 22:16 Uhr

@Fabian
Du meinst jetzt die Jungs die den Kölner Dom restaurieren kriegen dafür jeden Monat Geld?

Prypjat Syndrome 25. Juni 2013 um 23:52 Uhr

Ich bin kein Maschinenstürmer, aber auf iTunes etc. verzichte ich doch sehr gerne als Musiker. Da verdienen die falschen Leute für fremde Arbeit. Das bisschen Server-Warten ist einfach nicht für voll zu nehmen. Ist das jetzt oldschool, wenn die Leute meine CDs gerne kaufen (und teils, ok – eher die Ausnahme – LPs wünschen)?

Kneyfield 26. Juni 2013 um 05:11 Uhr

@Prypjat Syndrome, sind die 30 Prozent der Einnahmen, die sich iTunes von allen Verkäufen für sich behält wirklich so unverschämt hoch, dass man auf diese große Plattform verzichten kann? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies bei den anderen (großen) Alternativen besser ist. Auch beim Verkauf von physikalischen Tonträgern möchten die Händler zweifelsohne ihre bestimmten Margen haben.

Diese felsenfeste Überzeugung von Musikern gegenüber den modernen Vertriebswegen hat mich als Konsument schon immer gestört. Natürlich verdient mit jedem nur erdenklichen Vertriebsweg mindestens eine andere Person mit – sei es nur die Post/Paketservice, der die CD an den Käufer versendet, oder der Internetprovider/das Rechenzentrum, der die Webseite/den Server hostet. Nicht mal der Verkauf von der eigenen Webseite bleibt ohne Kosten, wie man sieht.

Was schnell vergessen wird ist die Tatsache, dass diese Drittunternehmen auch Dienstleistungen anbieten, für die man eben bezahlen muss. iTunes mag für den einzelnen Künstler selbst nicht viel tun, allerdings bietet Apple eine potenzielle Kundschaft in Millionenhöhe an. Das ist doch auch etwas wert, oder nicht?

Mou 26. Juni 2013 um 14:00 Uhr

Wer sich, wie ich, nicht im Mainstream der Popmusik befindet, sondern kleine, aber feine Bands wie z.B. Hackneyed ganz gut findet, für den ist es klar, dass man einen Musikstreaming Dienst für Musik nutzt, die man sich sonst auch nicht gekauft hätte. Außerdem kann ich damit Musik auch antesten, ob ich sie kaufen will. Bands, die ich wirklich gut finde, unterstütze ich durch CD-Käufe, gehe auf Konzerte und kaufe vielleicht auch noch Merchs.

masi 26. Juni 2013 um 21:18 Uhr

also machen wir mal nägel mit köpfen: die künstler verhandeln doch nicht direkt mit spotify und co, sondern über ihre publisher . wenn die zu wenig geld verlangen ist das doch eine reine sache der freien marktwirtschaft, oder übersehe ich gerade den entscheidenden punkt?




Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung.