Musik-Streaming: 1 Million mal gespielt, 16,89 Dollar verdient

25. Juni 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Es gibt viele Musik-Streaming-Angebote, manche kosten eine Gebühr, andere gibt es kostenlos, meist werbefinanziert. Aber wie sieht es eigentlich mit den Künstlern aus. Lohnt sich für diese die Bereitstellung ihrer Musik für solche Dienste? Ja und nein. Wie überall gibt es wenige Große, die gutes Geld verdienen und viele Kleine, die fast leer ausgehen.

TheTrichordist
So auch David Lowery von Cracker. Der Song „Low“ ist auf allen erdenklichen Kanälen verfügbar. Die Einnahmen, die sich daraus ergeben, sind jedoch sehr unterschiedlich. Auf Pandora, einem der bekanntesten Internet-Radio-Dienste, wurde der Song im letzten Quartal 2012 1.159.000 mal gespielt. Für den Künstler sprangen so ganze 16,89 Dollar heraus.


Hier muss man jedoch beachten, dass dies nur 40% der Einnahmen sind. Die restlichen 60% des Gesamtbetrages von 42,25 Dollar gehen an die anderen Mitglieder der Band. Das ist nicht viel, was Pandora da auszahlt. Vor allem vor dem Hintergrund betrachtet, dass Pandora anstrebt, noch weniger an die Künstler zu zahlen. In den USA wird dies gesetzlich geregelt, hierzulande dürfte es die GEMA sein, die das letzte Wort hat (korrigiert mich bitte, wenn das falsch ist).

Auch andere Einnahmequellen hat David Lowery veröffentlicht. Es sieht nämlich nicht überall so schlimm aus wie bei Pandora. Das in den USA weit verbreitete Satelliten-Radio Sirius XM zahlte für 179-maliges Abspielen des Songs 181,94 Dollar. Das wiederum klingt für mich sehr viel, wenn man bedenkt, dass man Lieder bereits unter einem Dollar kaufen kann und es sich hier auch nur um den 40%-Anteil handelt.

Spotify scheint immerhin fast zehnmal mehr zu zahlen als Pandora. Für 116.260 abgespielte Songs gibt es hier 12,05 Dollar, also fast so viel wie bei Pandora, bei einem Bruchteil der Abrufe des Songs. YouTube zahlt 1,95 Dollar für 152.900 Videoaufrufe.

Am ertragreichsten ist aber terrestrisches Radio. Für 18.797 Plays gibt es hier 1.373,78 Dollar, ebenfalls unter Berücksichtigung der 40%. Was der Künstler mit der Veröffentlichung derf Zahlen eigentlich sagen will: Musik-Streaming kann, zumindest für Künstler, nicht die Zukunft sein. Zumindest nicht unter den monetären Bedingungen, wie sie heute vorherrschen.

Dass Musik-Streaming-Dienste wenig zahlen, ist lange bekannt, aber so deutlich war es sicher auch Euch nicht bewusst, oder? Für 10 Euro pro Monat unbegrenzt Musik hören, kann nun einmal nicht für alle ertragreich sein. Große Künstler, die millionenfach gehört werden, bekommen logischerweise auch mehr. Erschreckend finde ich jedoch die großen Unterschiede bei den verschiedenen Diensten. Es kann doch nicht sein, dass Musik auf der einen Plattform mehr wert ist, als auf der anderen. Es bleibt doch die gleiche Musik.

Und hier noch der Song, um den es in diesem Artikel hauptsächlich geht:

Quelle: TheTrichordist |
Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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