Mozilla Project Quantum: Verbesserte Rendering-Engine für Firefox

28. Oktober 2016 Kategorie: Firefox & Thunderbird, Internet, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

Firefox Artikel LogoMozilla hat mit Project Quantum die nächste, große Neuerung für seinen Browser Firefox angekündigt: Project Quantum ist eine Weiterentwicklung der Rendering-Engine des Browsers Die Rednering-Engine stellt sozusagen den wichtigsten Kern des Browsers dar. Hier steckt in Firefox aktuell noch Gecko hinter den Kulissen, die ursprünglich noch für den Netscape Navigator entwickelt wurde. Natürlich wurde die Engine über die Jahre bzw. sogar Jahrzehnte stark angepasst, birgt aber sicherlich noch viele Altlasten. Project Quantum soll in diesem Bezug neue Wege gehen und die Geschwindigkeit enorm ankurbeln.

Project Quantum soll nicht nur in der Desktop-, sondern auch in der mobilen Version von Firefox Einzug halten. Mozilla verspricht Leistungssprünge, welche die gesamte Browsing-Erfahrung umkrempeln könnten. Neben kürzeren Ladezeiten und flüssigem Scrolling sollen etwa Apps und Animationen absolut verzögerungsfrei reagieren. Erreichen will man dies mit Umstellungen an der Basis: Früher waren Browser noch auf Single-Core-Auslastung und einfache,vernetzte Hypertexte hin optimiert. Heute gilt es, moderne Mehrkern-Prozessoren und GPUs auszunutzen und das moderne, interaktive Web zu berücksichtigen. Project Quantum wird deswegen viele Komponenten aus Gecko streichen und neue Elemente hinzufügen, die auf Mehrkern-Support und Auslagerung der Berechnungen auf die GPU setzen.

Mozilla nimmt sich dabei die Web-Engine Servo als Basis, die unabhängig durch die Community entwickelt wird – gefördert von Mozilla. Anfangs soll Project Quantum einzelne Versatzstücke aus Servo in Firefox integrieren. Langfristig will man aber möglichst viel aus Servo hinüberziehen. Viele der Komponenten wurden mit Rust geschrieben, einer Programmiersprache, die Geschwindigkeit in den Fokus rückt. Laut Mozilla überdenke man aktuell grundlegend wie die Engine eines Browsers funktionieren sollte, um sich auf die Zukunft vorzubereiten. Es gelte, zentrale Elemente, etwa wie CSS angelegt, DOM-Operationen ausgeführt oder Grafik gerendert werde, zu überdenken.

Von den ersten Optimierungen in Project Quantum sollen die Firefox-Nutzer ab 2017 profitieren. Die neue Engine soll sowohl unter Android, Windows, Linux als auch macOS zum Einsatz kommen. Auch iOS plant man für die spätere Zukunft ein. Es wird also spannend sein, zu sehen, wie sich Firefox durch diese radikalen Umstellungen macht. Sollten Mozillas Pläne tatsächlich aufgehen, könnte Firefox dadurch einen wahren Geschwindigkeitsrausch erleben.



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Über den Autor: André Westphal

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