Motorola Moto G 2015 im Test: Gut und günstig war gestern

10. August 2015 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

Als Motorola 2013 das Moto G (unser Testbericht) präsentierte, überraschte es so ziemlich jeden. Der bis dato angeschlagene Hersteller hatte soeben ein komplettes Makeover des Traditionsbrands vollzogen und das Moto G würde das Aushängeschild der verjüngten Marke Motorola werden – und gleichzeitig das erfolgreichste Produkt, welches Motorola je auf den Markt gebracht hat. Vorher war es das Motorola Razr, ein Klapphandy ohne Smartphone-Funktionalität, welches Motorola den größten Erfolg der Firmenhistorie einbrachte. Nun schreiben wir das Jahr 2015 und Motorola hat vor rund 14 Tagen die dritte Generation Moto G vorgestellt.

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Das neue Moto G ist nicht besonders aufregend oder einzigartig, doch nach wie vor ein solides Budget-Smartphone und das war schließlich auch von Anfang an der Grund-Tenor des Geräts. Damals, als das erste Moto G auf den Markt geschmissen wurde, erhielt man für 169 Euro (8 GB Variante), beziehungsweise 199 Euro ein vollwertiges Smartphone mit einem nahezu unveränderten Android-Betriebssystem und einer für das Preissegment beachtlichen Hardware. Und das Versprechen will Motorola auch nach wie vor halten. Aber die Konkurrenz schläft nicht und rüttelt mit Low-Budget-Smartphones ordentlich an Motorolas Thron.

DAS STECKT IM MOTOROLA MOTO G 2015:

  • Display: 5,0 Zoll IPS-LCD bei 1280 x 720 Pixeln (294 ppi)
  • Prozessor: Qualcomm MSM8916 Snapdragon 410, Quad-Core, 1,4 GHz Cortex-A53
  • Arbeitsspeicher: 1 GB RAM in der 8 GB Gerätespeicher-Klasse, 2 GB RAM in der 16 GB Gerätespeicher-Klasse
  • Speicher: 8 GB, 16 GB (erweiterbar via MicroSD-Karte), abzgl. 3,46 GB Systemdaten
  • Kamera: Rückseite 13 Megapixel (bei 4:3 Aspect-Ratio, 9,7 Megapixel bei 16:9 Aspect-Ratio) mit Full HD (1080p)-Videoaufnahme bei 30fps und Dual-Tone LED-Blitz / Front 5 Megapixel
  • Betriebssystem: Android 5.1.1 Lollipop
  • Akku: 2.470 mAh (nicht austauschbar)
  • Abmessungen: 142,1 x 72,4 x 11,6 mm, 155 Gramm
  • Verbindungstechnologien: 4G LTE (Kein Dual-SIM), WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz), Bluetooth 4.0, A-GPS, GLONASS, Beidou
  • Farben: Schwarz, Weiß (Anpassbar mit Moto Maker)
  • Sonstiges: IPX7-Zertifizierung (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen) bis zu 1 Meter und 30 Minuten

HAPTIK UND OPTIK

Das Moto G 2015 ist – entgegen der Angst vieler Nutzer – in der Display-Diagonale nicht weiter gewachsen und kommt erneut mit einem 5 Zoll Display daher. Hier hat Motorola eine gute Wahl getroffen, denn das Moto G ist nicht so ohne weiteres mit einer Hand zu bedienen. Das Gehäuse selbst ist nach wie vor durch die konkav geformte Rückseite ein Handschmeichler, jedoch ist das gesamte Gerät um ein paar Millimeter in der Höhe, Breite und Tiefe gewachsen und das spürt man auch. Wem also das Moto G 2014 bereits zu klobig war und zu schlecht in der Hand lag, sollte einen weiten Bogen um das neue Moto G machen. Hat man die Finger einmal auf die 142,1 Millimeter Höhe und 72,4 Millimeter Breite eingedehnt, lässt es sich aber relativ gut bedienen.

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Während das Moto G 2014 (unser Testbericht) noch einen glatten Rücken besaß, der durch andere farbliche Back-Cover ausgetauscht werden konnte, hat sich Motorola sowohl beim Moto G als auch bei der Moto X Play Variante für eine geriffelte Textur auf der Rückseite entschieden. Dies verleiht dem Moto G durchaus etwas mehr Grip im Vergleich zum Vorgänger. Wer vielleicht schon mal das Samsung Galaxy Nexus in der Hand gehalten hat, wird hier einige Design-Parallelen erkennen.

Ansonsten hat Motorola noch weitere optische Anpassungen vorgenommen. So wurden die in meinen Augen ziemlich häßlichen, herausstehenden Domstreben von der Frontseite für den Lautsprecher und den Hörer ausgetauscht. Man findet nun, ähnlich dem Ur-Moto G, eingelassene Schlitze vor, die zwar nach wie vor der reinste Staubmagnet sind, aber sicherlich mit der IPX7-Zertifizierung zu tun haben: so kann kein Wasser ins Gehäuse eintreten.

Auch ein Novum für das Moto G, was im Vorfeld bereits gemunkelt wurde, ist die Anpassung des Geräts via Moto Maker. Doch dieser ist nicht unbedingt so umfangreich in der Materialauswahl wie der beim großen Bruder Moto X. Man kann das Back-Cover über den Moto Maker in einer Farbe auswählen und den Streifen auf dem Rücken, der die Kamera, den Blitz und die bekannte Motorola-Mulde beherbergt. Anschließend kann man auch seine Signatur frei auswählen und in das Back-Cover eingravieren lassen. Nicht ganz günstig, denn ein Custom-Moto G aus dem Moto Maker beginnt preislich bei 249 Euro für die 8 GB Variante. Hier hört dann in meinen Augen das „günstige Preissegment“ tatsächlich auf.

Zwar ist das Moto G in der Haptik sehr solide verarbeitet und die Wasserdichtigkeit nach IPX7 ist ein großartiger Bonus, doch mein Testgerät hat leider ziemlich unschön geknarzt, wenn man häufiger mal umgreifen musste, um an Menüpunkte auf dem Display zu gelangen. Zwar haben auch zwei weitere Moto G 2014 von meinen Bekannten geknarzt, jedoch längst nicht so stark wie das Moto G 2015. Viele wird es nicht stören, ich fand es ein wenig nervig auf Dauer.

Während ich das Knarzen sicherlich verzeihen kann, bleiben mir zwei Punkte absolut unverständlich, denn Motorola hat offensichtlich die Dual-SIM-Funktionalität entfernt. Wer also gerne zwei SIM-Karten nutzte, beispielsweise eine für Telefonie und eine für reine Daten, der guckt in die Röhre. Mein Testgerät hatte jedenfalls nach dem Abnehmen der Rückseite nur einen MicroSD-Kartenslot und einen Single-SIM-Slot.

Der zweite Punkt ist, dass Motorola die Notification-LED neben dem Hörer auf der Vorderseite entfernt hat. Man hat zwar die Funktion Active-Display eingeführt, zu der ich später noch im Bereich Software komme, doch da das Moto G über ein LCD und kein AMOLED-Display verfügt, ist die Funktion wahrscheinlich nicht 1:1 energiesparend. Zudem mag nicht unbedingt jeder das Active Display, sondern möchte lieber eine Benachrichtigungs-LED. Tja, leider Pech gehabt. Schade Motorola.

DAS DISPLAY

Motorola setzt erneut auf ein IPS-Display, was für die Nutzer sehr gute Blickwinkel bereithält. Legt man die beiden Displays des Moto G 2014 und des Moto G 2015 direkt nebeneinander, so fällt direkt auf, dass das neue Moto G eine eindeutig wärmere Wiedergabe hat. Dies macht sich vor allem bei hellen Hintergründen wie im Browser bemerkbar – dort hat das Moto G 2014 einen leichten Blaustich, während das Moto G 2015 einen wärmeren, gelblicheren Ton anschlägt. Präferenzen liegen hier sicherlich unterschiedlich, ich würde jedoch das Moto G 2015 als klaren Display-Sieger hinstellen.

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Zwar rühmt sich Motorola seit dem Ur-Moto G damit, ein HD-Display in ein Low-Budget-Smartphone zu verbauen, was auch sicherlich nach wie vor ein guter Zusatz ist. Doch beim erstem Moto G hat ein 720p Display tatsächlich auch noch Sinn ergeben, da die Display-Diagonale damals noch 4,5 Zoll betrug. Damals konnte man keine Pixel aus der normalen Entfernung ausmachen, doch heute sieht das Ganze schon anders aus. Das Moto G 2015 liefert mit seinem 720p Display auf 5 Zoll zwar immer noch ein scharfes Bild ab, doch man kann schon sehr gut die Pixelausläufer um Icons und Schriften erkennen. Sollte Motorola beim nächsten Moto G ein größeres Display vorstellen wollen, sollte es besser ein Full HD 1080p-Display sein, denn sonst war es das mit der Schärfe.

Ansonsten gibt es am Moto G 2015 in Punkto Display nichts auszusetzen. Das Display ist sehr hell und ich hatte keine Probleme an den drei Sommertagen hier in Hamburg das Display auch im Freien ablesen zu können.

DER AKKU

Motorola ist dafür bekannt, tolle Geräte mit einer großartigen Akkulaufzeit zu bauen. Man bedenke, dass das erste Moto X immer noch einer der Rekordhalter in unseren Akku-Tests ist, auch wenn es damals noch unter Android 4 lief. Auch das Moto G 2015 steht seinen Brüdern und Vorgängern in Nichts nach und kann durch eine solide Laufzeit überzeugen. Ich hatte in meiner gesamten Testzeit kein einziges Mal Probleme über einen Tag mit dem Akku zu kommen und hatte in der Regel kurz vorm zu Bett gehen immer noch im Schnitt 40% auf der Anzeige. So lobe ich mir das.

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Doch da meine Smartphone-Nutzung sicherlich von Eurer abweicht, wollte ich einen genaueren Mittelwert errechnen. Daher habe ich den „PCMark“-Akkubenchmark angeworfen. Während des Benchmarks wurde die SIM-Karte entfernt, die Displayhelligkeit auf 50% manuell eingestellt und das WLAN sowie Besichtigungen auf scharf gestellt. Im Anschluss führt PCMark eine Reihe an Tests durch, die den Alltagsgebrauch simulieren sollen. Hierzu gehört Web-Browsing, Grafik-Rendering, Bilder- sowie Textbearbeitung und Videowiedergabe. Der Test läuft so lange, bis der Akku auf 20% runtergefahren ist und spuckt dann einen zeitlichen Wert aus. Hieraus lassen sich dann die verbleibenden 20% Akku errechnen und schon hat man einen Richtwert.

Die Betonung liegt hier tatsächlich auf Richtwert, da jedem klar sein sollte, dass die Nutzung bei jedem von Euch anders ist und viele Faktoren hier in die Laufzeit mit reinspielen.

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Mein Akku-Benchmark schmiss mir jedenfalls am Ende eine Laufzeit von insgesamt 7 Stunden und 36 Minuten aus. Ganz schön beeindruckend, wenn man bedenkt, dass vergleichsweise das Samsung Galaxy S6 (unser Testbericht) eine Akkulaufzeit von 6 Stunden und 57 Minuten aufweist, also rund 40 Minuten weniger als das Moto G. Das Samsung Galaxy S6 besitzt im übrigen einen 2.550 mAh starken Akku, wohingegen das Moto G 2015 einen auf dem Blatt schwächeren 2.470 mAh Akku vorzuweisen hat.

Selbst das Nexus 6 (unser Testbericht) mit einem monströsen Akku von 3.220 mAh wies 7 Stunden und 46 Minuten in unserem Testbericht auf – also nur 10 Minuten länger. Somit zählt das Moto G 2015 zu den Smartphones mit dem größten Durchhaltevermögen, die wir bislang im Test hatten. Nur das bq Aquaris E5 HD (unser Testbericht) hielt länger durch mit 7 Stunden und 49 Minuten. also kaum der Rede wert. Zu bedenken sind hier natürlich unterschiedliche Technologien und unterschiedliche Standardeinstellungen bei 50 Prozent Displayhelligkeit.

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DIE PERFORMANCE

Hier kommen wir zum wohl größten Kritikpunkt von mir. Die Performance des Moto G 2015 war während meines Tests unterirdisch, katastrophal und größtenteils frustrierend. Motorola hat uns ein Testgerät in der 8 GB-Variante zur Verfügung gestellt, was bedeutet, dass das Smartphone mit 1 GB RAM daherkommt. Diese sind einfach viel zu wenig für ein Gerät unter Android 5.1.1 Lollipop. Wenn man, so wie ich, verschiedene Messenger wie Telegram, Skype oder Whatsapp sowie soziale Dienste wie Twitter und Facebook im Hintergrund laufen hat, ist der Arbeitsspeicher von Natur aus sofort zugemüllt. Der Snapdragon 410 ist sicherlich auch nicht die schnellste Rakete auf dem Hof, aber in der Theorie müsste das System relativ rund laufen.

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Doch Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei verschiedene Dinge und so plagte ich mich nebst Lags in der System-UI mit nicht-startenden Apps (Blank-Screen beim Öffnen) und einem dermaßen katastrophalen Touch-Screen herum, dass ich das Moto G oftmals gerne in die Ecke geschmissen hätte. Letzteres zeigt sich insbesondere beim Durchscrollen verschiedener Timelines wie Facebook oder Twitter. Man scrollt durch und bleibt an jedem dritten Link hängen, der sich schließlich im Vordergrund öffnet. Und das zieht sich durchs gesamte System. Ich weiß nicht genau, ob die Software noch nicht final für das Gerät ausgelegt ist, aber Motorola MUSS hier handeln, denn aktuell ist es für jeden Kunden eine Zumutung.

Dennoch, wenn eine App dann mal läuft, ist die Performance des Moto G 2015 passabel. Wer gerne Android-Games zockt, wird nicht unbedingt mit dem Moto G glücklich werden, aber es ist prinzipiell möglich. Eine Runde Angry Birds 2 führte zu gelegentlichen Frame-Drops, aber nichts Dramatisches. Für ein ursprüngliches Budget-Phone, welches sich mittlerweile vom Low-Budget-Segment wegbewegt, geht die Performance dennoch klar – wenn Motorola schnell nachbessert.

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Auch hier wollte ich Euch genauere Zahlen vorlegen und habe daher den AnTuTU-Benchmark angeworfen. Es zeigt sich, dass mein Gefühl nicht täuscht. Das Moto G 2015 schneidet nämlich mit mageren 22.606 Punkten ab und taucht somit nicht einmal mehr im Ranking auf. Zum Vergleich: Das Xiaomi MI2, ein Smartphone Anno August 2012, liegt mit 24.625 Punkten noch vor dem Moto G 2015.

DIE KAMERA

Die Kamera war schon immer ein K.O.-Kriterium bei eigentlich allen Motorola-Smartphones. So auch beim Moto G. Da es ein Low-Budget-Phone ist, darf man eben keine High-End-Kamera erwarten. Doch beim Moto G 2015 sieht die Sache etwas anders aus. Motorola hat dem neuen Moto G den gleichen 13 Megapixel-Kamerasensor spendiert, den man zuletzt beim Motorola Nexus 6 vorfand. Und dieser hat passable Bilder abgeliefert.

Die Kamera des Moto G 2015 produziert demnach tatsächlich annehmbare Bilder, die klar und detailreich daherkommen. Auch die Farb- und Kontrastwerte sind überraschend gut, sofern man bei Tageslicht fotografiert. Der HDR-Modus ist hierbei in meinen Augen besonders hervorzuheben, da er die Bilder nicht zu sehr überdramatisiert und der Szenerie ein wenig mehr Klarheit verpasst.

Dennoch leidet die Kamera ebenfalls unter der etwas schwachen Hardware im Moto G und so dauert es teils eine Ewigkeit zwischen geschossenen Bildern und der Schnellansicht zu wechseln. Auch der Autofokus musste häufig arbeiten und führte gelegentlich zu unscharfen Bildern. Hier bleibt zu hoffen, dass Motorola per Software-Update nachliefert, denn die Kamera hat tatsächlich Potenzial. Leider verliert die 13 Megapixel starke Kamera des Moto G auch schnell die Details, sobald man die Bilder leicht zoomt. Aber für ein schnelles Foto zwischendurch ist die Kamera sehr gut zu gebrauchen.

Die erste Galerie beinhaltet Testbilder vom Moto G 2015 mit verschiedenen Kamera-Modi (16:9 bei 8 Megapixeln, 4:3 bei 13 Megapixeln, Auto HDR aus/an, Zoom 4x), um Euch eine Übersicht zur Qualität der Bilder zu verschaffen. Die Bilder wurden nicht nachbearbeitet, lediglich die Bildgröße wurde herunterskaliert.

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Um einen Vergleich zu ziehen, habe ich die Kamera des Moto G 2014 herangezogen. Eine entsprechende Bildergalerie mit diversen Bildmodi seht Ihr hier:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier noch einmal der direkte Vergleich zweier Bilder des Motorola Moto G 2014 gegenüber Moto G 2015:

Links Moto G 2015, rechts Moto G 2014

Auch neu beim Moto G ist die 5 Megapixel Weitwinkel-Kamera auf der Vorderseite, die ebenfalls über einen Auto-HDR Modus verfügt. Auf der Rückseite findet man zudem einen TrueTone-LED Blitz wieder, der bei dunkler Szenerie für natürlichere Hauttöne sorgen soll. Ebenfalls neu und sehr willkommen ist die neue Twist-Bewegung zum Starten der Kamera. Diese wurde bereits mit dem ersten Moto X eingeführt und findet nun seinen Weg in das neue Moto G. Zum Aktivieren der Kamera muss man nämlich lediglich zwei mal das Handgelenk schnell drehen und schon kann man Fotos machen.

DIE SOFTWARE

Motorola bleibt seiner Linie treu und bietet ein nahezu pures Android-Feeling auf seinen Smartphones an. Das bedeutet, dass die Oberfläche des Systems optisch Stock-Android 5.1.1 Lollipop ist und nur unter der Haube Anpassungen gemacht wurden. Auch Bloatware, wie sie häufig bei anderen Herstellern vorzufinden ist, sucht man hier vergeblich. Lediglich die Motorola Apps „Moto“ und „Migrieren“ befinden sich ab Werk vorinstalliert auf dem Moto G. Mit Moto kann man die Sonderfunktionen auf dem Moto G konfigurieren wie der Kamera-Twist-Bewegung oder zwei Mal „Hacken“ in der Luft, um die Taschenlampe zu aktivieren.

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Auch die Einstellungen für das angesprochene Active Display, welches ebenfalls vom Moto X bekannt ist, findet man hier vor. Active Display zeigt eingegangene Benachrichtigungen auf einem ansonsten abgedunkelten Display in Form eines entsprechenden App-Icons an. Legt man den Finger darauf, erhält man eine kleine Vorschau der Nachricht und kann mit einem Wisch nach oben die Nachricht öffnen, oder mit einem Wisch nach rechts oder links die Nachricht vom Display entfernen.

Ein weiterer Vorteil der Moto-Software sind die Assistenz-Funktionen. Zwar besitzt das Moto G keinen gesonderten Sprach-Co-Prozessor wie das große Moto X, um auch bei deaktiviertem Display die Sprachsuche zu initiieren, dennoch findet man auch beim Moto G einige hilfreiche Sonderfunktionen vor. So kann man zum Beispiel per Geo-Fence bestimmte Standorte festlegen, in denen das Moto G Nachrichten vorlesen soll (beispielsweise zuhause) oder man legt bestimmte Ruhezeiten für das Smartphone fest, in denen es keine Anrufe oder Nachrichten durchlässt oder nur von festgelegten Kontakten.

Dass Motorola seit zwei Jahren auf eine beinahe pure Android-Erfahrung mit zusätzlichen Assistenzfunktionen setzt, ist in meinen Augen eine perfekte Wahl. Ich konnte bisher selten mit Hersteller-Oberflächen etwas anfangen, da sie mir meist zu sehr vom Original abwichen und ich eben die Stock-Android-Variante bisher immer vorgezogen habe. Zudem gibt dieser Umstand Motorola einen Vorteil an die Hand. Da die Oberfläche beinahe identisch zu Vanilla-Android ist, ermöglicht dies Motorola schnelle Updates. Andere Hersteller müssen oft erst jedes Android-Update an die eigene Benutzeroberfläche optisch anpassen und hängen meist hinterher. Motorola hat wenige Anpassungen zu machen und kann in der Regel (und in der Theorie) beinahe gleichzeitig mit Google Updates verteilen.

DAS FAZIT

Motorola bietet mit dem Moto G 2015 erneut ein solides Smartphone an, welches sicherlich viele Nutzer ansprechen wird. Die Zugabe der Konfiguration via Moto Maker ist sicherlich ebenfalls ein guter Verkaufspunkt – auch wenn die Anpassungsmöglichkeiten nicht ganz so umfangreich sind. Dennoch hat das Moto G einige Schwächen, die für einen High-End-Geräteliebhaber eine Katastrophe sind. Hier kann Motorola sicherlich per Software-Update nachlegen, doch es sei jedem geraten: macht einen Bogen um die günstige 8 GB-Variante! Zwar ist diese rund 50 Euro günstiger und per MicroSD-Karte erweiterbar, jedoch verzichtet Ihr dann auch auf die 1 GB zusätzlichen Arbeitsspeicher, den das Moto G dringend benötigt, um halbwegs rund zu arbeiten.

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Die Kamera ist nun auch endlich benutzbar, im Gegensatz zu den Vorgängern und auch die neuen Software-Features stehen dem Moto G 2015 gut zu Gesicht. Doch all dem steht auch ein Preisanstieg gegenüber, der in meinen Augen nicht die neue Kamera und veränderter Hardware rechtfertigt. Im Gegenteil, Motorola hat ja sogar Dinge entfernt wie den Dual SIM-Kartenslot. Diese Funktion allein war für viele ein Kaufgrund und dürfte beim Moto G sicherlich ebenso viele von einem Kauf abschrecken.

Ob sich das Upgrade von einem Moto G der ersten oder zweiten Generation lohnt? Definitiv nein! Lediglich die verbesserte Kamera wäre in dem Fall Upgrade-würdig. Wer also mit seiner alten Moto G-Kamera klarkommt, der sollte warten bis der Gerätepreis fällt oder sogar die ganze Version 3 überspringen.

Für alle anderen, die noch kein Moto G besitzen, aber interessiert sind, kann ich eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen. Die aktuellen Performance-Probleme sind einfach noch zu groß und man sollte, wie erwähnt, definitiv zur 16 GB Speicher-Variante greifen, um die 2 GB RAM zu bekommen. Doch wie ebenfalls erwähnt, sind die Preise nicht ohne: Die 8 GB Variante geht bei 229 Euro los, die 16 GB Variante bei 279 Euro. Will man sein Moto G mit dem Moto Maker anpassen, so geht die 8 GB Version ab 249 Euro los und hier ist dann noch Platz nach oben. Motorola hat hier doch dramatisch das Low-Budget-Segment verlassen und mittlerweile bekommt man bereits für das gleiche Geld ein OnePlus One, welches zwar ebenfalls ein Vorjahresmodell ist, aber zweifelsohne noch gute Hardware bietet. Und da das Moto G 2014 mittlerweile für um die 160 Euro zu haben ist, würde ich eher hier zuschlagen.


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