Moto X Style ausprobiert: Motorola verspricht Großes – und liefert

26. Oktober 2015 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

Moto X Style_ArtikelbildWir befinden uns inzwischen in der dritten Generation Moto X – eine meiner Lieblingslinien im Smartphone-Bereich. Motorola ist für meine Bedürfnisse der optimale Hersteller, da ich hier für mein Geld das perfekte Paket geschnürt bekomme. Pures Android, gepaart mit tollen Zusatzfeatures, wie der Spracherkennung bei ausgeschaltetem Bildschirm, machen mich zum Fan der Reihe. Nachdem Motorola mich mit dem diesjährigen Einsteigermodell Moto G (2015) leider nicht wirklich überzeugen konnte (der Testbericht dazu), hatte ich zugegebenermaßen etwas Bedenken. Schließlich sind die diesjährigen Moto-Modelle erstmals unter der vollen Schirmherrschaft von Lenovo entstanden. Doch wie sich herausstellen sollte, waren die Bedenken grundlos.

Dieses Jahr überraschte Motorola etwas, als man nebst erwartetem, neuem Moto G gleich zwei neue Moto X vorstellte. Das Moto X Play (mein Testbericht) sollte dabei der Akku-Bolide sein, der den ganzen Tag mit einem müden Lächeln übersteht und gleichzeitig ausreichende Leistung zu verhältnismäßig kleinem Geld bietet. Doch während für mich der Formfaktor des ersten Moto X, mit seinem 4,7 Zoll Display in einem kompakten Gehäuse, immer noch die optimale Größe darstellte, wollte Motorola es in puncto Größe dieses Mal gänzlich wissen.

Motorola hatte im letzten Jahr das Moto X (2014) bereits wesentlich in seinen Dimensionen aufgepumpt, sodass das Gerät auf 5,2 Zoll anwuchs. Das Moto X Play hingegen bietet ein großes 5,5 Zoll Full HD Display und nun blicke ich auf wahnwitzige 5,7 Zoll inklusive Quad-HD-Auflösung bei 2560 x 1440 Pixeln. An sich war es beinahe zu erwarten, dass Motorola diesmal die Größe so hochreißt, da Lenovo als chinesischer Hersteller inmitten eines Marktes sitzt, der durch Phablets geprägt ist. Zudem war die Liaison zwischen Google und Motorola vom letzten Jahr, aus dem das Nexus 6 entstand, mit einem 5,97 Zoll Display bereits vergleichsweise gigantisch.

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Viele schreien hier sicherlich: „Viel zu riesig!“, doch diesen Leuten kann ich stets nur sagen, dass alles Gewöhnungssache ist. Auch ich war anfänglich von dem massiven Display überwältigt und meine Finger schrien mir bereits verkrampfte Flüche entgegen, als ich das Moto X Style das erste Mal aus der Verpackung hob. Doch nach wenigen Tagen gewöhnte ich mich tatsächlich an die Größe und nach einiger Testzeit will ich sie eigentlich nicht mehr missen.

Doch bevor wir uns von hier an weiter in die Materie werfen, wollt Ihr sicher erstmal wissen, was das Datenblatt ausspuckt.

DAS STECKT DRIN IM MOTOROLA MOTO X STYLE

  • Display: 5,7 Zoll Quad-HD IPS LCD (2560 x 1440, 520 ppi)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 808 (Dual-Core 1,8 GHz Cortex-A57 & Quad-Core 1,44 GHz Cortex-A53), 3 GB RAM
  • Speicher: 32 / 64 GB (via MicroSD Karte um bis zu 128 GB erweiterbar)
  • Kamera: Rückseite 21 MP mit Dual Tone LED-Blitz / Front 5,0 MP mit LED-Blitz
  • Betriebssystem: Android 5.1.1, Android Lollipop 6.0 Marshmallow Upgrade bestätigt
  • Akku: 3.000 mAh
  • Abmessungen: 153,9 x 76,2 x 11,1 mm, 179 Gramm
  • Netzwerkunterstützung: 4G / LTE / HSPA
  • Verbindungstechnologien: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (Dual Band), Bluetooth 4.1, NFC, A-GPS/GLONASS
  • Farben: Mit Moto Maker anpassbar, Grundfarben Schwarz und Weiß
  • Sonstiges: Moto Sprache (Spracherkennung bei ausgeschaltetem Display), Moto Action (Reaktion auf bestimmte Bewegungen), Moto Infos (spezieller Benachrichtigungsbildschirm bei ausgeschaltetem Display), Stereo Lautsprecher, Schnellladefunktion (entsprechendes Ladegerät im Lieferumfang enthalten)

HAPTIK, OPTIK UND DAS DISPLAY

Um erneut den Bogen auf die Größe zu bekommen. Ja, es ist riesig. Nein, es ist nicht zu riesig. Wer sich ein Motorola Smartphone zulegt, der weiß auch, dass es weder das dünnste, noch das leichteste Smartphone der Welt ist. Dennoch hat Motorola wieder eine Glanzleistung hingelegt, um das Moto X Style in der Höhe und Breite kompakter zu bauen, als vergleichsweise das Apple iPhone 6s Plus, welches hingegen gerade einmal ein 5,5 Zoll Display besitzt. Auch die Einhandbedienung ist bis zu einem gewissen Level gegeben, doch man sollte sich keine großen Illusionen machen, das Moto X Style ist und bleibt ein Zweihand-Smartphone. Dennoch liegt es überraschend kompakt und sicher in einer Hand, da die gummierte Rückseite des Standard-Modells rutschfest ist und das Smartphone an sich ist gut ausgewogen.

Das Moto X Style hat sich optisch auf der Front kaum verändert im Gegensatz zum Vorgänger. Die Lautsprecher-Domstreben ragen etwas aus dem Gerät heraus, was den Vorteil mit sich bringt, dass die Glasoberfläche des Displays nie auf einer Oberfläche aufliegt und somit weniger leicht Kratzer bekommt. Die Lautsprecher bieten zudem großartigen Stereo-Sound, zu dem ich aber später noch komme. Leider besitzen die Domstreben wieder den großen Nachteil, dass die Zwischenräume der reinste Staubmagnet sind und nur mühevoll gereinigt werden können. Die einzige nennenswerte Neuerung auf der Vorderseite ist der LED-Kamerablitz, der für bessere Selfies in der Dunkelheit sorgen soll.

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Die Rückseite ist gewohnt leicht gewölbt, um eine bessere Haptik zu gewährleisten. Zudem hat Motorola beim Moto X Style, wie auch schon beim Moto G (2015) die kleine Fingermulde wieder verkleinert und in einen Metallstreifen integriert. Das Gehäuse selbst ist wie beim letztjährigen Moto X aus Metall gefertigt und wertet das Gerät sehr gut auf.

Ansonsten kann ich dem Display des Moto X Style ausschließlich gute Noten aussprechen. Obwohl Motorola sich in diesem Jahr entschieden hat, der AMOLED-Technologie zu entsagen und stattdessen ein IPS Display zu benutzen, sind die Farben nahezu genauso lebhaft, wie bei einem Smartphone mit AMOLED-Display. Bei einem Quad-HD-Display mit einer Auflösung von 520 ppi muss ich glaube ich kaum hinzufügen, dass das Display knackig scharf ist. Es lässt keine ausgefransten Schriften oder pixelige Ränder an den Icons erkennen. Im Vergleich zum Moto X Play hat das Moto X Style als Flaggschiff-Modell jedoch auch das Oberklasse-Display abbekommen. Während das Moto X Play ein neutrales, beinahe zum blauen hin tendierendes Display besitzt, wirkt das Display des Moto X Style eher gelblich warm.

Leider obliegt das Moto X Style dem gleichen Fluch, der alle Android-Phablets betrifft: Android selbst. Egal wie groß und scharf das Display ist, Android bremst hier leider etwas den Spaß daran aus. Vom Homescreen bis zu den Apps selbst wirkt alles auf einem 5,7 Zoll Display einfach nur aufgeblasen anstatt angepasst – ein Umstand, der mir seit langem ein Dorn im Auge ist. Hier machen es Microsoft mit Windows Phone sowie Apple mit iOS definitiv besser.

Zudem beschränkt sich der Nutzen eines Quad-HD-Displays lediglich auf das Lesen von Texten, da Anbieter wie Netflix, Amazon und Co. auf Android-Smartphones keine Streaming-Möglichkeiten jenseits der HD-Grenze anbieten. Die einzige Ausnahme bietet hier YouTube, sofern der Uploader eines Videos dieses in entsprechender 1440p Auflösung zur Verfügung gestellt hat. Alle anderen Inhalte in Full HD wirken auf dem Display zwar immer noch scharf, aber vergleichsweise matschig. Alles in allem ist das Display des Moto X Style unterm Strich eine wahre Freude und es macht Spaß es zu benutzen.

DER AKKU

Als ich das Moto X Play testete, welches mit einem 3.630 mAh Akku eine Laufzeit von bis zu 48 Stunden verspricht, war ich skeptisch. Ich wusste aber, dass die Vorgänger bereits kleine Akkuwunder waren und deshalb war ich unheimlich auf die Leistung gespannt. Es stellte sich heraus, dass Motorola nicht zu viel versprochen hatte und das Moto X Play sogar kurzzeitig den Akku-Thron unter unseren bisherigen Testgeräten erklimmen konnte.

Wie würde sich also das größere Moto X Style schlagen? Schließlich ist hier nicht nur der Akku mit 3.000 mAh kleiner als beim Moto X Play, sondern es besitzt auch die größere Displaygröße und die höhere Auflösung. Die Mehrzahl an Pixel muss schließlich auch den halben Tag von A nach B geschoben werden. Gefühlt war das Moto X Style während meines Alltagstests im mittleren Bereich anzusiedeln. Ich kam über den Tag, manchmal knapp, manchmal gut mit etwas mehr als 40% Restlaufzeit. Doch wie wir alle wissen, variiert die Laufzeit IMMER. Je nachdem, welche Apps Ihr am Laufen habt, wie hoch Eure Displayhelligkeit eingestellt ist, ob Ihr die adaptive Helligkeit eingeschaltet habt und vor allem, wie lange und wofür Ihr das Display über den Tag nutzt spielen eine große Rolle.

Aus diesem Grund ziehen wir den synthetischen Benchmark hinzu, der eine Reihe an Alltagssituationen simuliert, wie das Browsen im Web oder das Abspielen von Videos. Dies ist ein realistischer Test, doch bedenkt, er weicht immer von Eurer eigenen Nutzung ab, sodass das nachfolgende Ergebnis nur ein Richtwert ist. Für den Test wurde die SIM-Karte entfernt, WLAN war die ganze Zeit über eingeschaltet, genauso wie die Benachrichtigungen und die Bildschirmhelligkeit wurde manuell auf 50% gestellt.

Moto X Style_PC_Mark_Akku_Battery_Benchmark

Als der Test fertig war, standen nur 5 Stunden und 2 Minuten auf der Uhr. Da der Test lediglich den Akkuverbrauch von 80% berechnet, habe ich meine feinsten Mathematikkenntnisse angewandt, um die restlichen 20% zu ermitteln. Schlussendlich ergibt sich, dass dem Moto X Style nach insgesamt 6 Stunden und 17 Minuten die Puste ausgeht. Kein beeindruckender Wert – leider nicht einmal ansatzweise. Somit stellt sich das Moto X Style in der Akkulaufzeiten-Tabelle auf die hinteren Plätze. Fun Fact: Sogar das Moto X der ersten Generation hat mit gerade mal 2.200 mAh Akkuleistung länger durchgehalten. Klar, andere Gegebenheiten, dennoch ein beachtenswerter Rückschritt.

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Aber sollte Euch der Akku unterwegs verlassen oder Ihr habt über den Arbeitstag hinaus noch etwas für den Abend vor, so könnte Ihr das Moto X Style über das mitgelieferte Quick Charge-Kabel pfeilschnell aufladen. Dank Quick Charge 2.0 verspricht Motorola nach nur 15 Minuten aufladen bis zu 8 Stunden zusätzliche Nutzungsdauer. Hierbei wird das Gerät verständlicherweise beim Laden etwas warm, aber noch im angemessenen Rahmen.

DIE PERFORMANCE

Das Moto X Style setzt, wie auch schon seine Vorgänger sowie Brüder und Schwestern, auf eine von Motorola nahezu unangetastete Android-Vanilla UI. Heißt: Man bekommt als Oberfläche das pure Android, so wie Google es sich vorstellt, ohne Hersteller-Oberfläche geliefert. Zudem ist das Moto X Style nicht mit dicker Bloatware zugestopft, lediglich die Dienstprogramme „Connect“, „Migrate“, „Moto“ und die Google-eigenen Apps werden ab Werk mitgeliefert. Daher erwartet man eine flüssige, pure Android-Performance.

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Und die erhält man tatsächlich auch. Motorola hat sich beim Moto X Style für einen Snapdragon 808 Prozessor von Qualcomm entschieden, der unter der Haube als Hexa-Core werkelt. Hier ist jedoch wie bei den Moto X zuvor zu beachten, dass es kein „echter“ Sechskern-Prozessor ist, sondern aus einem 1,44 GHz Quad-Core Cortex-A53 Prozessor für die Hauptaufgaben besteht und einen 1,88 GHz Dual-Core Cortex A57 Prozessor zur Unterstützung und für die Sprachprozession heranzieht.

Was hier auffällt ist, dass das Moto X Style im täglichen Gebrauch schnell, zuverlässig und größtenteils ruckelfrei in der Nutzung ist. Die einzigen Gelegenheitsruckler, die ich feststellte, entstanden nur beim Zurückkehren auf den Homescreen von Google Now aus. Ansonsten liefen Oberfläche, App Drawer, Multitasking und Apps selbst butterweich. Auch wenn ich nicht so der große Mobilzocker bin, habe ich testweise etwas grafikintensivere Games herangezogen wie Need for Speed: Most Wanted, NFL Madden Mobile oder Asphalt 8. Dropped Frames? Fehlanzeige. Hitzeentwicklung? So gut wie nicht merkbar. Zufriedenstellend auf ganzer Linie.

Moto X Style_AnTuTu_Benchmark

Dennoch habe ich für alle, die es genauer wissen wollten, den AnTuTu Benchmark herangezogen. Dieser verwirrte in dem Fall etwas, da ein Moto X Style bereits in den Testergebnissen auftauchte, allerdings mit besseren Werten als mein Testgerät. So erhielt das Moto X Style im AnTuTu Benchmark (64-Bit) 35.563 Punkte und landete somit ein ganzes Stück weit hinter dem Samsung Galaxy Note 4. Fun Fact Nummer 2: Das bereits in den Testergebnissen erscheinende Moto X Style reiht sich weiter vorne ein, unweit dem Google Nexus 6.

Das Moto X beweist also auch hier, dass Real Life-Nutzung und persönliche Eindrücke oftmals von harten Fakten abweichen können. Unterm Strich war die Gesamtleistung des Moto X jedoch für mich vollkommen OK.

DIE KAMERA

Motorolas Achillesferse war bislang immer die Kamera – egal ob im Moto X, Moto G oder Moto E. In diesem Jahr versprach uns Motorola, dass man sich dessen bewusst ist und gelobte mit den neuen 21 Megapixel-Hauptkameras im Moto X Play und dem Moto X Style Besserung. Da die Kameras in beiden Geräten baugleich sind, kann ich mich an dieser Stelle eigentlich nur wiederholen: Die Kamera ist gut und Motorola holt auf. Dennoch ist sie nicht ganz fehlerfrei. Wer, wie ich, keine chirurgisch ruhige Hand besitzt, wird bei den Bildern häufiger leichte Verwacklungen feststellen müssen.

Auch die Performance unter schlechten Lichtverhältnissen könnte besser sein, ist aber entfernt von einer Katastrophe. Bei beiden Geräten musste ich unter schlechter werdenden Lichtverhältnissen einen Farbverlust feststellen, sodass die Bilder häufig leblos rüberkamen. Bei normalen Lichtverhältnissen jedoch glänzt die Kamera und schießt detaillierte Bilder mit guter Farbwiedergabe. Der Autofokus musste auch hier häufig mehr Arbeit leisten und fokussierte nicht immer perfekt, doch hier wird Motorola sicherlich mit Software-Updates nachhelfen können.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wer denn mag, kann sich die Bilder in Originalgröße herunterladen.

Die Kamera-Software ist immer noch die gleiche geblieben. Ab Werk ist die Kamera eingestellt, dass der Autofokus sich das Motiv sucht und man kann überall auf dem Display tippen, um ein Bild zu schießen. Dann gibt es noch ein paar kleinere Einstellungen, damit man den Fokus und die Belichtung manuell setzen kann, ein (Auto) HDR Modus ist auch mit an Bord und man kann einen Nachtmodus auswählen, wenn die Lichtverhältnisse schlechter werden. Ein ausführlicher, manueller Kameramodus fehlt leider nach wie vor schmerzlich.

In Sachen Videoaufnahme nimmt das Moto X Style in 4K-Qualiät bei 30 fps auf. Leider kann dieser Modus nicht als Standard eingestellt werden, sodass die Kamerasoftware stets eine Aufnahme in 1080p bei 30 fps auswählt. Das heißt, Ihr müsst immer wieder die Kamera-Einstellungen aufrufen und den Videomodus manuell auf 4K umstellen. Wer denn will, kann auch Videos in Slow Motion bei 120 fps und 720p Qualität aufzeichnen.

DIE SOFTWARE-FEATURES

Motorola tut meiner Meinung nach gut darin, den Konsumenten nicht mit zu viel Extra-Funktionen zu überschütten. Man hat seine Palette an Sonderfeatures, wie so ziemlich jeder Hersteller auch, die äußerst praktisch sind. Diese wurden in diesem Jahr um ein paar kleine Funktionen erweitert und so kann man beispielsweise über die „Moto“ Suite die Aktion „Anheben“ auswählen. Mit dieser Aktion kann man das Smartphone bei gesperrtem Bildschirm ans Ohr halten, um die Google Suche per Sprache aufzurufen. Die Antwort auf die gesprochene Frage wird dezent über den Hörer ins Ohr beantwortet.

Zudem gibt es eine „Zwei mal Hacken für Taschenlampe“-Funktion, die neu in der diesjährigen Software ist. Altbekannte Aktionen wie „Drehen für schnelles Foto“ sind nach wie vor vorhanden und auch das Winken über das ausgeschaltete Display zeigt eingegangene Benachrichtigungen oder die Uhrzeit an. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist hier, dass Motorola offenbar andere Sensoren im Moto X Style verwendet, als noch im Moto X (2014). Bei ausgeschaltetem Bildschirm kann man so neben dem unteren Lautsprecher links und rechts kleine, rot leuchtende Sensoren erkennen, die erst verschwinden, wenn man über das Display wischt.

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Motorola hat auch dieses Jahr seine „Regeln“ ins Moto X Style gepackt, die beispielsweise zu einer bestimmten Uhrzeit auslösen und das Telefon zur Nachtstunde stumm stellen, oder dank Geodaten erkennt, dass Ihr beispielsweise Zuhause, im Büro oder anderenorts seid, um eingehende Nachrichten und Anrufe automatisch vorzulesen oder eben stumm zu schalten.

Natürlich ist auch meine Lieblingsfunktion dabei, nämlich die Spracherkennung bei gesperrtem Bildschirm. Ihr könnt einen frei gewählten Auslösesatz wie „OK, Moto X“ oder „OK, Google Now“ festlegen und schon hört das Moto X Style auf Eure Stimme. Liegt das Smartphone also auf dem Tisch und Ihr wollt dringend wissen, wie alt Justin Bieber ist, könnt Ihr einfach beispielsweise fragen „OK, Moto X, wie alt ist Justin Bieber?“ und schon erfahrt ihr, dass der Knabe älter als 12 Jahre ist.

Die Moto Infos (früher Moto Display) zeigen Euch bei gesperrtem Bildschirm an, wenn Ihr neue Nachrichten von Apps bekommen habt. Sind eine oder mehrere eingetroffen, werden sie zentral mittig auf dem Bildschirm so lange angezeigt, bis ihr den Finger auf das Icon legt. Hier habt Ihr die Wahl, eine Vorschau der Benachrichtigung zu erhalten und von dort aus nach oben zu wischen, um direkt in die App zu springen oder Ihr wischt seitlich, um die Benachrichtigung zu verwerfen.

Eine großartige Funktion, die mich seither die klassischen LED-Benachrichritigungsleuchten an Smartphones nicht missen lassen. Der einzige Nachteil in diesem Jahr ist, dass Motorola sich dazu entschieden hat, auf ein IPS LCD Display zu setzen, anstatt auf AMOLED wie zuletzt. Dadurch entsteht bei Moto Infos leider ein Leuchthof auf dem Display, wenn Benachrichtigungen eintreffen, wohingegen bei der AMOLED-Technologie lediglich die entsprechenden Bildpunkte aufgeleuchtet sind, die benötigt wurden. Motorola beteuert zwar, dass die Funktion nicht bedeutend am Akku saugt, aber schöner sah es allemal mit einem AMOLED-Display aus.

DER MOTO MAKER

Motorola hebt sich mit dem Moto Maker bekannterweise von der Masse ab, indem man dem Kunden die Möglichkeit an die Hand gibt, das Smartphone selbst zu designen. Nebst einer schwarzen oder weißen Frontseite, könnt Ihr für die Rückseite aus insgesamt zehn Farben in der Soft Grip-Variante, vier Holz- oder vier Ledervariationen wählen. Darüber hinaus könnt Ihr dem Metall-Streifen auf der Rückseite sowie den Lautsprecher-Streben auf der Front farbliche Akzente verpassen. Beim Moto X Play stand lediglich eine austauschbare Soft Grip Rückseite zur Verfügung, die erweiterte Auswahl um Holz- und Lederrückseiten bleibt dem Moto X Style als Alleinstellungsmerkmal vorbehalten.

DAS FAZIT

Das Moto X Play hat bereits große Fortschritte für die Reihe „Moto X“ gebracht. Das Moto X Style setzt dem Ganzen noch einen drauf. Nicht jeder wird ein Fan der Größe sein, doch mit dem Gesamtkonzept aus Leistung, einer guten Kamera, den Software-Features, dem puren Android-Erlebnis, sowie der breiten Anpassungsmöglichkeit durch den Moto Maker wird Motorola immer einen Stein bei mir im Brett haben.

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Das Moto X Style hat mich absolut abgeholt und ist aus meiner Sicht eines der besten Smartphones im Jahr 2015. Motorola hat gelernt zuzuhören und hat Kritik an der Kamera und dem nicht erweiterbaren Speicher angenommen und verbessert. Hinzu kommt ein Oberklasse-Display, welches durch satte Farben und knackiger Schärfe auf ganzer Linie überzeugt. Wie erwähnt, an die Größe habe ich mich schnell gewöhnt und will sie nicht mehr missen.

Motorola liefert mit dem Moto X Style meiner Meinung nach ein perfektes Flaggschiff im Android Bereich ab und greift einem dabei noch nicht mal zu tief in die Geldbörse. Den Startpreis von 499 Euro über den Moto Maker, der je nach Konfiguration auf bis zu 564 Euro steigen kann, ist für mich absolut gerechtfertigt. Vor einem Jahr hätte ich an dieser Stelle sicherlich anders gesprochen, doch Geräte wie das iPhone oder die letzten Nexus-Geräte treiben leider den Preistrend nach oben. Und verglichen mit diesen Geräten ist das Moto X Style bereits zu Beginn ein Schnapper. Und wem das noch zu teuer ist, der ist mit dem günstigeren Moto X Play sicherlich ebenso gut bedient.

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