Mobility Insights: Telefónica wertet Bewegungsdaten der Mobilfunknutzer aus

7. April 2016 Kategorie: Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_telefonicaWisst ihr, welcher Nutzung von Daten Ihr zugestimmt habt, als Ihr einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen habt? Vermutlich nicht und im Fall von Telefónica ist das auch gut so – zumindest für den Netzbetreiber. Dieser hat mit Mobility Insights ein B2B-Produkt vorgestellt, das vor allem für Geschäfte interessant sein könnte. Analysiert werden die Bewegungen der Kunden, 43 Millionen von diesen zählt Telefónica. Geschäfteinhaber erhalten so einen Einblick, wo die Menschen sich bewegen, sei es in einem Einkaufszentrum oder in der Innenstadt.Durch die Bewegungen und den damit verbunden Logins bei anderen Basisstationen ergibt sich ein Bewegungsmuster, das täglich vier Milliarden Datenpunkte liefert.

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Wenn es um die Auswertung von Kundendaten geht, werden Datenschützer schnell hellhörig. Damit Telefónica hier von Anfang an auf der sicheren Seite ist, hat das Unternehmen in enger Abstimmung mit Datenschutzbehörden ein eigenes Anonymisierungsverfahren entwickelt (Data Anonymization Platform, DAP), welches auch zum Patent angemeldet ist. Pia von Houwald, Bereichsleiterin Business Development bei Telefónica Deutschland dazu:

[color-box color=“gray“ rounded=“1″]„Alle unsere verwendeten Daten sind im Ergebnis absolut anonym. Rückschlüsse auf einen einzelnen Nutzer sind nicht möglich“[/color-box]

Wer dennoch ein Problem mit der Auswertung der Daten hat, kann auch komplett davon ausgeschlossen werden. Nutzer müssen hierfür diese Seite besuchen. Dort erklärt Telefónica auch noch einmal ausführlich, was es mit der Auswertung der Daten auf sich hat. Telefónica erklärt auch, dass die Auswertung einmal einen großen gesellschaftlichen und persönlichen Nutzen haben kann. Vielleicht nicht ganz so schlau, die Auswertung dann mit einem B2B-Produkt vorzustellen, das Bewegungen beim Kaufverhalten analysiert.

Freilich können mit solchen Analysen auch sinnvollere Dinge angestellt werden, zum Beispiel in Echtzeit angepasste Fahrpläne, viel läuft aber eben darauf hinaus, dass der Kunde, der die Daten liefert, zum Dank noch effektiver mit Werbemaßnahmen bedacht werden kann.

Ich selbst sehe eine solche Analyse eher unkritisch, viel Bewegung gibt es da eh nicht zu analysieren. 😀 Erfasst werden die Daten sowieso in irgendeiner Form, das Gerät muss im Netz ja bekannt sein, um funktionieren zu können. Falls Ihr der Nutzung widersprecht, hinterlasst gerne in den Kommentaren einmal eine Begründung (also falls Ihr die mitteilen möchtet). Interessiert mich persönlich und andere sicher auch.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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