Mobiles Outlook in der Kritik

30. Januar 2015 Kategorie: Android, Backup & Security, iOS, geschrieben von:

Gestern erschien Microsoft Outlook für Android und iOS. Zweifelsohne eine sehr gute App. Microsoft selber hat die Früchte allerdings lediglich abgeerntet, indem man die Firma Acompli übernommen hat, die sich für ein Mailprogramm verantwortlich zeigte, welches dem jetzigen Outlook verdammt nahe kommt. Und so wartet Microsoft Outlook mit Funktionen auf, die wir nur aus Dritt-Clients kennen, die Mails über fremde Server laufen lassen.

A-deeper-look-at-Outlook-for-iOS-Android-7-v2

So lassen sich beispielsweise Nicht-Microsoft-Konten einbinden und Mails bis zu einem späteren Termin stummschalten. Kann Mailbox von Dropbox auch, hierfür gebt ihr dem Dienst eure Daten und Mails in die Hand, wie ich bereits mal schrieb. Auch die Benachrichtigung via Push ist ein Zusatzdienst, der von Microsoft gesteuert wird. Rene Winkelmeyer dokumentiert in seinem Blog einige Tests. Diese sollen zeigen, dass sich Microsoft nicht nur Mails schnappt und diese extern lagert, sondern auch Zugriff auf die Zugangsdaten zu euren Accounts hat.

Er stoppte Outlook und achtete darauf, dass die App nicht aktiv war, bekam aber dennoch eine Push-Benachrichtigung über neue, eingehende E-Mail. Ebenfalls wurde sein Mail-Server von Microsoft gescannt, obwohl sich alle Geräte im Flugmodus befanden.

Das Problem ist hier: das machen einige Apps, um Zusatzfunktionen bereitzustellen. Und es steht auch in den Nutzungsbedingungen. Die liest aber keiner. Nutzer wissen nicht, dass ihre Zugangsdaten nun auf anderen Servern liegen – in den USA.  Bei Google durch OAuth vielleicht nicht ganz so kritisch, da das Passwort nicht übergeben wird – aber es lassen sich halt doch Konten mit normalen Passwörtern hinzufügen.

Solltet ihr euch gegen die App entscheiden wollen – klasse Funktionen hin und her – dann reicht ein Löschen der App nicht. In den Kontoeinstellungen im jeweiligen Konto findet ihr die Option „Konto vom Handy entfernen“ und „Konto vom Handy und Remote-Gerät entfernen“. Der letzte Punkt ist der, den sicherlich alle wählen wollen, weil sonst das Konto hinterlegt bleibt.

Ich denke, man kann Microsoft hier jetzt nicht an den Pranger stellen. Es ist in den Nutzungsbedingungen festgehalten, wie auch bei Mailbox und anderen Mailern die so arbeiten. Als Nutzer heißt es in diesen Sachen wohl, dass man immer genauer hinschauen sollte, ja sogar muss. Was den Normalo vielleicht nicht interessiert, dürfte für Firmenkunden vielleicht eine Ecke brisanter sein – Stichwort Firmendaten auf fremden Servern…


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 25464 Artikel geschrieben.