Mobile Games: Japaner geben zehnmal mehr aus als Deutsche

7. September 2016 Kategorie: Games, iOS, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_app_annieApp Annie kennt ihr von diversen App-Nutzungs-Analysen, es ist immer wieder interessant, wer welche Apps wie nutzt. Diesmal geht es um den ARPU (Average Revenue Per User) von Mobile Games. Mobile Games sind die Größe in den App Stores, die für Umsätze sorgt, ein Großteil der Einnahmen wird über sie erwirtschaftet. Dass dies nicht in jedem Land gleich funktioniert, zeigt diese ARPU-Statistik. 2014 hatten wir einmal Zahlen zu In-App-Käufen, lediglich 2,2 Prozent der Nutzer zahlten damals überhaupt, sorgten mit 0,45 Dollar Umsatz pro Download (Average Revenue Per Download), was wiederum sehr hoch ist. Unter den Zahlenden lag der Durchschnitt bei knapp über 20 Dollar.

Nun hat App Annie Zahlen zum ARPU der Top 30 der iPhone-Games veröffentlicht, leider keine Werte, man sieht also nur, welches Land wie viel mehr als ein anderes Land bezahlt. Aber auch das ist sehr aufschlussreich und könnte vielleicht sogar ein Stück weit erklären, warum manche Länder von Entwicklern vermeintlich lieblos behandelt werden. Denn es gibt große Unterschiede in der Zahlungsbereitschaft der Nutzer.

arpu_germany

Japan steht unangefochten an der Spitze der „Geld-für-Games“-Ausgeber. Der ARPU ist in Japan ganze 10-mal höher als in Deutschland und auch dreimal so hoch wie in den USA, dem zweitstärksten Land was Game-Umsätze unter iOS ausmacht. Interessant ist hierbei auch, wie sich die Top 30 Games zusammensetzen. Japan steht auf Rollenspiele, RPGs im weitesten Sinn belegen 22 der 30 Plätze. Investiert wird hier vor allem in Game-Items, die selten sind, vorrangig in „Sammelkarten“.

In den USA ist dies ähnlich, auch wenn dort reine Strategiespiele (Games können im App Store in zwei Kategorien eingestellt werden, deshalb gibt es hier Überschneidungen) wie Clash Royale die meiste Kohle bringen. Interessant ist auch das Wachstum in China, in den letzten beiden Jahren hat sich der Umsatz mehr als verzehnfacht. Allerdings auch nicht allzu überraschend, denn das ist genau die Zeit, seit der iPhones dort verfügbar sind. Wo mehr Geräte, da auch mehr Umsatz, dennoch natürlich beeindruckend, dass sich dies auch auf die Games so drastisch auswirkt.

ARPU_games_14-16

Und Deutschland? Ziemlich geizig. Ein Zehntel des Umsatzes der Japaner, ein Viertel des Umsatzes der Amerikaner, knapp die Hälfte des Umsatzes der Briten. Immerhin geben die Deutschen mehr für Games aus als die Franzosen, die noch einmal halb so viel investieren wie der Durchschnittsdeutsche. Könnte eventuell auch daran liegen, dass man hierzulande eher negativ gegenüber In-App-Käufen für „Verbrauchsgüter“ eingestellt ist.

Da es in anderen Ländern aber offenbar hervorragend funktioniert, braucht man sich auch nicht allzu viel Hoffnung machen, dass sich etwas ändern wird. Ist der Markt nicht groß genug, wird ein Inhalt auch nicht unbedingt angepasst, sondern eben eher auf die Märkte ausgelegt, in denen sich Geld verdienen lässt.

Wie steht Ihr zu Mobile Games und die Bezahlung dieser? Man liest ja häufiger in Kommentaren, dass ein Game keine 5 Euro wert sei und es sich sowieso direkt disqualifiziert, wenn es In-App-Käufe bietet. Liegt so etwas dann wirklich an den Games oder doch eher am Nutzer? Wo sind denn Eure Schmerzgrenzen so im Bereich der mobilen Spiele?



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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