Miiya: Wie mich ein Kinder-Wearable-Crowdfunding zum Kopfschütteln zwingt

19. Januar 2015 Kategorie: Wearables, geschrieben von:

Täglich schießen zig neue Projekte auf diversen Crowdfunding-Plattformen wie Pilze aus dem Boden, die um unsere Aufmerksamkeit bitten. Viele davon sind zweifelsohne klasse Ideen und werden zurecht finanziert. Andere wiederum gehören zur Kategorie „Was zum Geier soll ich davon halten?“. Miiya ist eines davon. Miiya ist ein wearable Gadget, das Kinder spielerisch dazu animieren soll sich zu bewegen. Miiya mag auch einige sinnvolle Features mit sich bringen, unterm Strich frage ich mich jedoch, warum Eltern technische Spielereien benötigen, um ihre Kinder zum Spielen vor der Tür zu bringen.

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Ich erinnere mich, wie höchstwahrscheinlich einige der Leser dieses Blogs, sehr gut an meine Kindheit zurück. Damals ist man aufgestanden, hat ein kurzes Frühstück von Mutti über sich ergehen lassen und ist dann raus aufs Fahrrad, um die Kumpels abzuklappern und sie zum Fußballspielen abzuholen. Nach Hause hat uns entweder nur die Dunkelheit oder besagte Mutter gekriegt, die mit hochrotem Kopf schimpfte, dass das Abendessen (mittlerweile kalt) auf dem Tisch stehe. Mir ist wohl bewusst, dass die Zeiten sich seitdem verändert haben, dennoch geht mir immer noch ein kalter Schauer über den Rücken, wenn ich elfjährige Kids mit Technik wie beispielsweise iPhones durch die Gegend ziehen sehe.

Doch erstmal der Reihe nach: Was ist Miiya? Miiya ist ein kleines Maskottchen, dass in einem kleinen bunten Wearable/Smartwatch zuhause ist (Tamagotchi, anyone?). Dieses Wearable können Eltern ihren Kindern um den Arm schnallen, um ihre Bewegung zu tracken. Das weitere Prinzip ist simpel: Wenn das Kind sich eine bestimmte Zeit bewegt hat, erhält es zur Belohnung Achievements in Form von niedlichen Animationen von Miiya. Nach und nach über Tag soll sich Miiya schließlich in einen Superhelden (oder Superheldin?) verwandeln und das Kind somit eben spielerisch zu mehr Bewegung animieren.

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Übereifrige „Helikopter-Eltern“ haben zudem die Möglichkeit mithilfe einer Companion-App jederzeit nachzusehen, wo sich das Kind gerade befindet. Außerdem kann ein Geofence eingestellt werden, sodass die Eltern sofort benachrichtigt werden, wenn sich die Kinder zu weit von zuhause weg bewegen. Im eigenen Garten, wie in dem nachfolgenden Video, mag dies vielleicht unsinnig erscheinen, aber dieses Feature ist das einzige, welches ich als sinnvoll empfinde. Falls dem Kind tatsächlich etwas zustoßen sollte, was man niemals hofft, ist man mit Gadgets wie Miiya auf jeden Fall über den Standort des Kindes informiert und das ist gut.

Alles andere kann ich irgendwie nur mit Kopfschütteln begegnen. Wie ich eingehend sagte, kann und will ich nicht verstehen, was um alles in der Welt falsch laufen muss, dass Kinder mit technischen Spielereien animiert werden müssen, um vor die Tür zu gehen. An dieser Stelle sollten sich Eltern eher die Frage stellen, ob man einige Punkte der Erziehung überdenken sollte. Kleiner Tipp: Stecker aus der PlayStation ziehen und vor die Tür stellen. Das Kind wird schon den nächsten Spielplatz von alleine ansteuern.

Wer sich Miiya nun dennoch mal anschauen möchte, um den eigenen Stubenhocker vielleicht doch zum rausgehen bewegen zu können, kann dies gerne bei Indiegogo tun. (Danke an Stefan!)


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