Microsoft soll SwiftKey übernommen haben (Update: bestätigt!)

3. Februar 2016 Kategorie: Android, Internet, Software & Co, geschrieben von: caschy

artikel_swiftkeyEs sind Dinge, an die wir uns gewöhnen müssen: Größere Firmen kaufen kleinere. Das bekommt man oft nicht mit, wenn es sich um Firmen handelt, die nicht im Fokus des Anwenders stehen, wohl aber wenn es Firmen sind, die uns nette Apps brachten. Microsoft ist eine der großen Firmen, die ganz gerne mal auf dem Markt zuschlägt. Wir erinnern uns an die Mail-Lösung Acompli, die wunderbare Kalender-App Sunrise oder an das ToDo-Tool Wunderlist. Lösungen werden meistens nicht aufgekauft, um den Fuß in kleine Türen zu bekommen, man weidet Lösungen aus und kauft Know How.

Nexus Android Swiftkey

Acompli und Sunrise werden nicht mehr entwickelt, sie leben in Teilen in Outlook weiter, zu den Plänen rund um Wunderlist ist noch nichts nach Außen gedrungen. Nun hat man sich nach Bericht der Financial Times die nächste Firma geschnappt, die sicherlich jeder hier im Blog schon einmal gehört hat: SwiftKey. Richtig, die beliebte Tastatur-App, die besonders bei Android-Nutzern beliebt ist.

Microsoft wird hier sicher nicht zugeschlagen haben, weil SwiftKey einen Shop mit bunten Tastaturen hat, die optisch oft an einen Mix aus Einhorn und Wolpertinger erinnern, sondern man möchte sicherlich auch Know How aufkaufen. SwiftKey analysiert auf Wunsch alte und neue Texte aus diversen Quellen und baut aus diesen überraschend gute Wortvorschläge.

Die in London ansässige Firma soll Microsoft angeblich 250 Millionen US-Dollar wert sein, die Übernahme Ende dieser Woche verkündet werden. Die Jungs im Team werden sicherlich einen Platz im Research Team von Microsoft finden, zeichnen sie sich doch mit ihren AI-Künsten unter anderem für Eingabemöglichkeiten auf dem Rechner an Stephen Hawkings Rollstuhl verantwortlich.

Swiftkey sollte man daher nicht nur als Tastatur-App abtun, sondern schon das große Ganze dahinter sehen: die Sprache. Microsoft wird einen guten Kauf getätigt haben, was das für uns Endwanwender bedeutet, wird sich zeigen.

(Update: bestätigt!) Angeblich will man die Apps weiterhin unterstützen und verbessern: „Our apps will continue to be available on Android and iOS, for free. We are as committed as ever to improving them in new and innovative ways.“

Was Microsoft aber machen wird: die Technologie in WordFlow für Windows einfließen lassen. Und ja – dann wird man den Spaß auch irgendwann mal unter iOS und Android nutzen können.



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38 Kommentare

tbachner65 3. Februar 2016 um 06:15 Uhr

Das Spannende an SwiftKey und eine Rechtfertigung für die Kaufsumme sind sich auch die Daten und Personenprofile, die SwiftKey zur Optminierung der Rechtschreibunterstützung angehäuft hat. Da freut sich die Data Mining Abteilung bei Microsoft.

l.m.sc 3. Februar 2016 um 06:53 Uhr

Verdammt!

Geschrieben mit SwiftKey

Martin 3. Februar 2016 um 07:08 Uhr

Ich hoffe, dass MS dann bald eine Option einführt, um das automatische Leerzeichen nach Punkt zu deaktivieren. Das ist für mich das Hauptargument gegen diese sonst gute Tastatur. Der bisherige Swiftkey Support hat auf meine diesbezüglichen Anfragen leider nicht reagiert.

Tealk 3. Februar 2016 um 07:21 Uhr

Naja es wird Microsoft typisch werden…
Außerdem sollte man vielleicht ab dann wieder mehr acht geben, wie tbachner schon gesagt hat die Data Mining Abteilung freut sich…

Bastl 3. Februar 2016 um 07:46 Uhr

@Martin: Was hast du gegen das Leerzeichen nach dem Punkt?

Martin 3. Februar 2016 um 08:06 Uhr

@Bastl: Es stört mich, wenn ich beim Eingeben von URLs oder ähnlichen Texten immer nach jedem Punkt Backspace drücken muss. Die automatische Großschreibung konnte ich, wenn ich mich recht erinnere, deaktivieren. Aber das Space nach dem Punkt leider nicht. Daher bin ich mittlerweile auf meinen Android Geräten von Swiftkey wieder auf die Google Tastatur umgestiegen.

Marcus 3. Februar 2016 um 08:09 Uhr

Die interne Tastatur der Windows Phone ist eigentlich schon recht stark. Sie unterstützt auch die „Wischgesten“ und liefert ganz gute Ergebnisse in Korrektur und Vorschlägen (anders als die Standardtastatur bei Android). Von daher bin ich gespannt, wie sie die mobile Tastatur weiterentwickeln wird.

Mr.C 3. Februar 2016 um 08:35 Uhr

Ich muss sagen das ich mit Swype schneller wischen konnte. Stürzt zwar ständig ab und deswegen wurde es deinstalliert, aber ich muss seltener Worte doppelt wischen, weil das erste falsch erkannt wurde.
Das die angesammelten Daten von SwiftKey für Microsoft interessant sind, steht aber außer Frage.

Christian 3. Februar 2016 um 09:04 Uhr

Die interne Tastatur von Windows 10 Mobile ist Müll!
Ich ärgere mich jeden Tag auf der Arbeit über mein Mist Lumia!
Die bekommen ja nicht mal eine 10er Tastatur hin!

Also solange die Android Version nicht leidet freu ich mich drüber.
Zudem sitzen bei MS ja auch ordentliche Programmierer.

saujung 3. Februar 2016 um 09:08 Uhr

Es ist schon interessant, dass Tastatureingaben inzwischen auch ganz selbstverständlich zu den Daten gehören, mit denen die großen Unternehmen (also vor allem Appel, Google und MS) Geld verdienen. Schlimm vor allem, dass es niemanden aufregt.

legoblast 3. Februar 2016 um 09:13 Uhr

Wird heut Abend deinstalliert.
Kann man die erfassten Daten löschen?

M. Kaiser 3. Februar 2016 um 09:18 Uhr

Schön, dass Microsoft auch endlich in den Markt investiert. Die WordFlow-Tastatur war definitiv eine der besten als sie vorgestellt wurde. Aber die anderen haben aufgeholt und spätestens seitdem ich wieder Android und somit SwiftKey nutze, merke ich dass Microsoft noch einiges lernen kann. Ich finde WordFlow in vielen Punkten nach wie vor besser, aber wenn es eine gibt, die da mithalten kann, ist es SwiftKey. Beide zusammen können nur gut werden.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Microsoft irgendwann auch so schlau ist, die WordFlow-Tastatur auch auf Windows 10 zu bringen. Am Desktop hat man ja leider nur eine schlechte abgespeckte Version.

K1 3. Februar 2016 um 09:28 Uhr

Es wird genau so sein wie bei Yahoo.

Weil man selbst nichts so richtig auf die Reihe bekommt, aber noch in Geld schwimmt, kauft man ein Sammelsurium an externen Unternehmen zusammen (Nokia, Minecraft, und die hier angeführten), um sie anschließend genussvoll an die Wand zu fahren.

Dennis 3. Februar 2016 um 09:43 Uhr

@caschy
Um welches Smartphone handelt es sich auf dem Foto?

Matze.B 3. Februar 2016 um 10:04 Uhr

Bezüglich Cortana sicherlich eine gute Nachricht, die Vorhersage fähigkeiten u. Wort-Erkennnug sind ein Plus, keine Frage.

Was die Aluhutthematik angeht – wer von euch lebt denn deshalb im Untergrund, sprich nicht gemeldet oder schickt keine Briefe mehr mit Dt. Post oder PIN etc. pp…..

tino.codes 3. Februar 2016 um 10:21 Uhr

Na toll, erst haben Sie meinen Lieblings-Kalender (Sunrise) sterben lassen und nun wird auch noch meine Lieblings-Tastatur von denen gekauft.

Andi 3. Februar 2016 um 11:01 Uhr

Gibt es eigentlich eine Tastatur die nicht mit dem Netz verbunden ist? Ist es ausreichend wenn man bei der Google Tastatur die Synchronisation deaktiviert?
Würde mich freuen wenn mir das jemand beantworten könnte.

Mazerunner04 3. Februar 2016 um 11:31 Uhr

Da die Vorposter schon alles gesagt haben würde ich noch anfügen, dass ein Artikel zu vernünftigen Alternativen evtl recht begrüßenswert wäre.

Blubb 3. Februar 2016 um 11:53 Uhr

Och nein 🙁 Seit MS damals Skype kaufte, ging es damit bergab und wurde regelrecht verschlimmbessert. Na ja, damit muss man leben.

legoblast 3. Februar 2016 um 13:21 Uhr

@Matze.B
Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß!

Wer sich wohl fühlt Datenhure eines amerikanischen Großkonzerns zu sein, das bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich möchte hingegen selbst bestimmen wer mit mir und meinen Daten Geld verdient, deswegen halte ich mich fern von solchen Unternehmen.
Diese Firmen sind eng mit einer Regierung verbunden, die – gelinde gesagt – „Unruhe“ auf der ganzen Welt stiftet. Wenn es die Möglichkeit gibt diese Firmen zu meiden mache ich es.

Wolpertinger 3. Februar 2016 um 13:21 Uhr

@Martin: vorausgesetzt, dein Smartphone ist gerootet, kannst du das selber ändern, wann und wo etwas automatisch eingefügt wird oder nicht. Zuständig ist die Datei punctuation-SDK1.2.json. Bei mir kommt z.B. jetzt nach dem Doppelpunkt ein Leerzeichen und nicht mehr davor, analog auch mit dem Semikolon. Zudem werden bei mir nun keine Leerzeichen mehr vor und hinter dem Bindestrich gemacht. Dazu gibt es Anleitungen im Netz.

Chris 3. Februar 2016 um 13:44 Uhr

Fand die Win Tastatur unter WP8 immer sehr gut und auch besser als Swift Key. Nach dem Umstieg auf Win 10 hat sich dies geändert. Die Vorschläge passen nicht mehr, die Substantive werden erst als ca. 8 Vorschlag angezeigt usw. Frau mich, wie die das so verhunzen konnten?

C17 3. Februar 2016 um 13:56 Uhr

Wer Probleme mit dem Thema Datensicherheit hat, kauft sich halt ein iPhone – und gut is.

Arzt 3. Februar 2016 um 14:09 Uhr

@C17

Sie meinen als Schocktherapie?

Reini 3. Februar 2016 um 15:02 Uhr

Ich bin und bleibe ohnehin beim Original, nämlich Swype und bin damit sehr zufrieden. Finde dort die Gesten um Wörter groß, klein oder mit großem Anfangsbuchstaben zu schreiben super (swype vom Swype-Icon zu Shift).

tux. 3. Februar 2016 um 15:51 Uhr

Ich find‘ es ja niedlich, sich über „Datenhuren“ von Microsoft aufzuregen, während man wie selbstverständlich ein Android nutzt, das sich kontinuierlich mit Googles Servern unterhält.

Bigottes Pack.

iZerf 3. Februar 2016 um 17:33 Uhr

Schade, so schlecht war die Tastatur nicht. Jedoch vertraue ich Microsoft überhaupt nicht und daher werde ich diese Tastatur auch nicht mehr nutzen. Schade, schade.

Tchooe 3. Februar 2016 um 18:43 Uhr

@ Andi:
Multiling O Tastatur

Ulf 4. Februar 2016 um 11:45 Uhr

Oder Hacker’s Keyboard

Matthias “Maugsch” Lange 4. Februar 2016 um 12:33 Uhr

Ich liebe SwiftKey … und ich hasse dieses Scheiß-Leerzeichen nach dem Punkt!

Reini 4. Februar 2016 um 13:16 Uhr

@Matthias: schon mal Swype probiert? 😉

l.m.sc 4. Februar 2016 um 20:59 Uhr

Gibt es wirkliche keine Tastatur die nicht aus den USA oder China kommt? Swiftkey war immerhin Britisch…

Matthias “Maugsch” Lange 4. Februar 2016 um 21:48 Uhr

@Reini
Ja … mit Swype bin ich nicht so gut Freund geworden, da zieh ich mir SwiftKey schon um Längen vor.

Matthias “Maugsch” Lange 4. Februar 2016 um 21:50 Uhr

@l.m.sc
Na, solang es nicht aus D kommt ist es schon okay …

legoblast 5. Februar 2016 um 08:12 Uhr

@tux
Cyanogenmod + fdroid
Auf meinem Smartphone sind keine Google Apps installiert!

Tobias 7. Februar 2016 um 08:41 Uhr

@l.m.sc Minuum (Kanada)

Matthias “Maugsch” Lange 7. Februar 2016 um 10:17 Uhr

nochmal @Reini (dürfen natürlich auch andere user antworten)
Also für mich ist explizit wichtig die (gleichzeitige!) Sprachunterstützung.
Swype bitet da imho nur 2 an …
Bei SwiftKey hab ich zumindest schon mal drei (ich persönlich: englisch – polnisch – deutsch).
Mir wären aber fünf oder mehr lieber … (für mich noch zusätzlich tschechisch – russisch).
Gibt es denn noch andere Tastaturen, die wenigstens 3…5 Sprachen in realtime unterstützen (und dann noch möglichst ähnlich der Tastatur von SwiftKey sind)?


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