Microsoft: Scroogled-Aktion nimmt Datenschutz, Android und Apps ins Visier

Microsoft hat am heutigen Dienstag die Scroogled-Webseite aktualisiert. Auf dieser Seite attackiert Microsoft diverse Geschäftsgebaren von Google. In der Vergangenheit warf man Google vor, Mail-Inhalte werbetechnisch zu verwerten oder bezahlte Suchergebnisse aus dem Bereich Shopping für den Surfer prominenter zu platzieren.

Apps

Nun zeigt Microsoft anhand des App Stores für Android, dass Google den Entwicklern der Apps den vollen Namen nebst der E-Mail-Adresse in die Hand drückt. Diese Thematik würde von den Medien bereits im Februar aufgegriffen, rückt durch die aktuelle Aktion von Microsoft aber wieder in den Fokus.

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Wer also eine Bezahl-App im Play Store von Google erwirbt, der gibt unter Umständen E-Mail-Adresse, Wohnort und häufig auch den Klarnamen an den Entwickler weiter. Bis dato eigentlich kein großes Geheimnis, steht auch so in den Nutzungsbedingungen:

Information about You. In order to access certain services in Google Play, you may be required to provide information about yourself such as your name, address, and billing details. Google’sprivacy policies explain how we treat your personal data and protect your privacy when using Google Play. You agree that any such information you provide to Google will always be accurate, correct and up to date.

Könnte ein Entwickler theoretisch etwas mit euren Daten anfangen? Logisch, er riskiert dann aber die Sperrung seines Entwickler-Accounts. Gibt es das bei Apple? Nein. Bei Microsoft? Nein. Vorteil des Google-Prinzips? Zum Beispiel Gutschriften für Kunden durch den Entwickler. Kunden sind so Kunden des Entwicklers – und nicht von Google – bei Apple und Microsoft schon.

Hat beides seine Vor- und Nachteile. Eben jene Nachteile hat Microsoft in der aktuellen Kampagne aufgegriffen ist. Ob das ein strategisch sinnvoller Schachzug ist, dürft ihr selber beurteilen. Ich finde, die Firmen sollten sich alle öffentlich noch mehr anprangern. Alle. Denn so bekommt der Anwender unter Umständen einmal Einblicke in Dinge, die vorher im Verborgenen blieben. (via)

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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16 Kommentare

  1. Ich finde die Variante von Google um einiges besser, denn dann ist man Kunde von den Developern (was ja korrekt ist, ich erwerbe ja ihr Produkt) und nicht von Apple oder Microsoft.

  2. Wenn ich bei Amazon ein Kabel kaufe hat der Händler auch meine kompletten Daten. Um bei Steam ein Spiel zu kaufen muss ich mich auch komplett verewigen. Also was soll der Mist? Das ist wieder so eine „MS schießt sich selbst ins Knie“ Aktion wie die ganzen Aktionen davor.

  3. Mithrandir says:

    Microsoft sollte eher mal gehörig an der Qualität ihrer Produkte feilen (auch im Developer Bereich). Was hier mit LightSwitch abgeliefert wurde, ist unter aller Kanone. Aber Hauptsache, sich hinstellen und mit dem Finger auf andere zeigen. Ist ja auch irgendwie viel einfacher und günstiger.

  4. mhhh war mir so nicht bekannt. PS: bei Amazon bekommt der Händler eben nicht die mail (wird seitens Amazon in eine interne umgewandelt). das selbe spiel gibt auch bei Steam.
    Zum Glück habe ich kein android Handy, jeden Tag wird mir das ganze gruseliger bei dennen.^^

  5. Thomas Baumann says:

    Da good old Windows Mobile 6.5. Wo man noch Webseiten besucht hat und sich den .cab Installer einfach runter geladen und gestartet hat. Ohne irgendwelche Daten preis geben zu müssen…

  6. So what? Amazon Marketplace erhalten auch meine Anschrift (wenn auch evtl. nicht meine E-Mailadresse). Auf eBay erhalten die Anbeiter auch meine Daten für die weitere Abwicklung. Habe kein Problem damit, ich erwerbe ja das Produkt des Anbieters (Entwicklers), Play Store ist die Plattform.
    Sollen es die Großen bei sich gegenseitig ruhig aufdecken und anprangen, aus meiner Sicht strahlt die Aktion nicht positiv auf M$ ab.

  7. Wishu Kaiser says:

    @mini ok, bei Amazon gibt es nicht die E-Mail-Adresse. Dafür gibt es aber die richtige Adresse und das ist dezent »kritischer« als eine elektronische Adresse, die man unter Umständen nicht einmal nutzt.

    Die Aktion ist einfach nur lächerlich…

  8. @Wishu Kaiser
    ja die gibt Google ja auch raus.

  9. Ausgerechnet Microsoft. Teufel und Belzebub…

    Ob das Google-Play-Market-Prinzip allerdings das kundenfreundlichste ist, darüber könnte man diskutieren. Google ist nur Makler, lässt daher mehr Freiheiten, *muss* deswegen aber auch Kontaktdaten des Kunden weitergeben.

    Apple und Microsoft (und Amazon für Android!) verkaufen auf eigene Rechnung, müssen daher die Kontaktdaten nicht weitergeben. Dafür kontrollieren sie natürlich (völlig zu recht) weitaus strenger, was in den Markt kommt und welche Qualität das hat. Gut, dass die Microsoftsche Kontrollmanie die von Apple sogar noch um Längen schlägt, hätte ich jetzt auch nicht erwartet…

    Muss man halt wissen, was man will. Bei Android kann man theoretisch beides haben, indem man nur bei Märkten kauft, die auf eigene Rechnug verkaufen, muss sich aber dafür informieren – Otto-Normalnutzer wird das nicht tun. Für den ist die Microsoft-Gängelung vielleicht praktischer. Bis es dann zum Marketing-Löschgau kommt, wie ihn andere Inhalteanbieter ja schon hinter sich haben, und er dann doch ins Grübeln kommt.

  10. @Thomas: Aber wehe, das Programm lag in einer .exe vor. Dann musste man diese ActiveSync-Software benutzen – eine Qual! Oder wenn man Mobile .net gebraucht hat, dieses aber nicht installiert war. Aber was war schon toll damals, das HTC Touch Pro2 war mein erstes Handy, welches man wirklich als „smart“ bezeichnen kann. 😉

    Zum Thema, Ich finde es super, wenn sich die Konzerne gegenseitig ihre Glaubwürdigkeit zerstören. Das Google nix für Geheimniskrämer ist, ist bekannt, und MS kann anscheinend nicht mehr mit der Qualität seiner eigenen Produkte Werbung machen. Apple und Amazon, steigt doch mit ein! Vielleicht wechseln dann ja ein paar User zum lachenden Dritten, Ubuntu oder (in Zukunft) Mozilla/Firefox OS?

    @Jens: Neee, muss Google nicht. Der Verkauf läuft über Google, ebenso könnte der Support über Google gehen. Der App-Programmierer braucht meine Daten nur, wenn es um persönlichen Kontakt oder Geldüberweisung geht. Google hat die App, mein Wallet-Konto, meinen Kaufwunsch und ggf. den Wunsch nach Rückerstattung. Was braucht da der App-Entwickler an Daten? Wo steht denn, das ich die App beim Hersteller kaufe, nicht bei Google? In den AGB steht nur, das Google meine Daten herausgeben könnte. Nix muss. Nirgendwo steht der Sachverhalt erklärt, ich überweise mein Geld an Google – vor deutschen Gerichten sollte Google seine Haftung nicht verweigern können.

  11. @Georg
    Google ist Makler, Distributor und Zahlungsabwickler, nicht Verkäufer.
    https://play.google.com/intl/de_de/about/play-terms.html Punkt 2.b. Diesen Bedingungen hast Du zugestimmt.

    Nicht „der Verkauf läuft über Google“, sondern das Finden und Bezahlen der App. Das ist rechtlich etwas völlig anderes. Natürlich müssen bei einem vermitteltem Vertragsabschluss die Vertragspartner die Kontaktdaten des jeweils anderen Partners erhalten.

    Keine Ahnung, was für „nicht zu verweigernde Haftung Googles vor deutschen Gerichten“ Du meinst. Der Teil ergibt so keinen Sinn. Mir scheint, dass Dir die juristischen Termini nicht geläufig sind. Sorry, nur weil man juristischer Laie ist, vereinfacht sich die juristische Situation nicht auf das, was man so kennt und meint. Gerade „Kaufen“ hat in der Welt der juristischen Laien eine andere Bedeutung als im rechtlichen Rahmen. das gilt nicht nur für Onlinegeschäfte.

  12. Ganz ehrlich? Microsoft sind jetzt ganz sicher nicht die, die sich hier so aufspielen sollten, man ist/war/… keinen Deut besser. Transparenz wäre durchaus wünschenswert, aber dieses Aufgerege wegen Datenschutz nervt langsam. Insbesondere wir Deutschen müssen langsam mal lernen, unser Gehirn einzuschalten und nicht immer den armen unmündigen „Unterschichten-TV“-Bürger spielen. Damit würden sich zahllose Probleme von selbst lösen.

    Denn auch hier: Jens hat Recht, es steht im Vertrag. Wir sollten also auch mal lernen, Verträge zu lesen, ja, das soll es geben. Irgendwie kann ich in dem Zusammenhang nur an die Southpark-Folge mit dem neuen iTunes-Vertrag denken… Wir verlassen uns zu sehr darauf, dass die Firmen auch nur schreiben und machen, was sie dürfen und sind inzwischen blinde Konsumenten, die Folge daraus sieht man an den jeweils nachrückenden Generationen, Denken, Lesen, Arbeiten, sein Gehirn anstrengen wird zur unlösbaren Aufgabe.

  13. @Jens: Ich habe den Punkt 2b nicht gekannt, ich nutze den Play Store aber auch nicht (bzw. von Google eh nur noch Google Books). Darum war für mich Google der Verkäufer. 😉 So hast du wohl recht. Ich frage mich dann aber, wieso Google den Store nicht regelt wie Apple und MS? Wenn sich MS zum Datenschützer aufspielen kann, ist es natürlich völliger Unsinn, aber da gerade Nicht-Techies mit XP und 7 ein halbwegs positives Bild von MS haben, nehmen sie MS solche Aktionen vielleicht ab.

  14. Nimm es mir nicht übel, aber dafür, dass Du weder Nutzer bist noch den ersten inhaltlichen Satz der Nutzungsbedingungen (den allerersten Satz nach der Einleitung!) gelesen hast, hast Du ganz schön große Töne gespuckt.

    Google hat sich aus der Verantwortung gestohlen und alle Verantwortung den App-Anbietern übertragen. Ist halt viel ungefährlicher und viel weniger Aufwand für Google. Außerdem kann man so diesen Marketingquatsch von wegen „Android ist frei“ leichter absondern, was genauso schief ist wie Microsofts Datenschutzbedenken. So konnte man auch leichter und risikoloser bei den App-Zahlen zu Apple aufschließen. Für den Kunden und den App-Anbieter praktischer ist eigentlich das Prinzip von Apple oder MIcrosoft, jedenfalls solange man sideloaden kann. Und dann ist man im Endeffekt bei Amazons App-Store auf Android.

    Naja, eines ist für mich jedenfalls klar, bei jeder Einkaufsentscheidung: Völlig egal von der Qualität des Produktes, wenn ein Hersteller nicht mit der eigenen Produktqualität wirbt, sondern nur gegen den Wettbewerb schießt, dann scheidet er für mich als Anbieter auif der Stelle aus. Ein völlig indiskutables, unterirdisches Verhalten seitens Microsoft.

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