Microsoft will mit Nischengeräten das Smartphone-Geschäft am Leben halten

9. Juli 2015 Kategorie: Hardware, Windows Phone, geschrieben von:

Gestern gab Microsoft bekannt, dass im Hardware-Bereich erneut Mitarbeiter entlassen werden. Damit verabschiedet sich Microsoft aber noch nicht komplett vom Smartphone-Markt. Vielmehr möchte man sich darauf konzentrieren, eine kleine Gruppe von Nutzern anzusprechen, ähnlich wie Microsoft die Kurve mit dem Surface gekriegt hat, dies schreibt mittlerweile nämlich positive Zahlen. Allerdings möchte man mit Smartphones gleich drei Gruppen ansprechen: Business-Nutzer, Windows-Liebhaber und Menschen, die günstige Geräte suchen.

Lumia640

Im Prinzip sind dies die gleichen drei Gruppen, die Microsoft auch heute bereits versucht für sich zu gewinnen. Der große Unterschied ist, dass jede Gruppe künftig nur noch ein bis zwei Geräte vorgesetzt bekommt. Schaut man sich heute die Schwemme an Windows Phone Smartphones an, vor allem im Niedrigpreis-Bereich, ist das vielleicht gar nicht so verkehrt. Microsoft hat zudem weiterhin den Vorteil, die Hardware mit Software aufzuwerten. Office und Cloud inkludiert, ergeben solche Geräte fast schon automatisch eine gute Business-Ausstattung, sind aber ebenso für den Privatanwender interessant.

Gefährlich ist es natürlich, sich im Bereich Hardware selbst in eine Nische zu setzen, auch wenn dies mit dem Surface geklappt hat. Aus einer Nische kann schnell Bedeutungslosigkeit werden, im mobilen Bereich ist dies nichts, was ein Unternehmen heute anstreben sollte. Auf der anderen Seite haben Google und Apple den mobilen Markt praktisch in der Hand, den meisten Nutzern reicht die Wahl zwischen Android und iOS, auch sind so alle Preisbereiche abgedeckt. Immer schwierig, sich hier hineinzudrängen, sieht man ja an Firefox OS oder den Ubuntu-Smartphones.

Dennoch könnte diese Strategie zu sehr viel interessanteren Geräten führen. Es klingt ja sehr nach Einsteiger-, Mittelklasse- und High-End-Geräten. Kommen von diesen nur noch wenige pro Jahr, sinken nicht nur die Entwicklungskosten, sondern man hat auch einfach mehr Zeit, bessere Geräte zu entwickeln. Mal sehen, was Microsoft für den Herbst im Gepäck hat, wenn Windows 10 Mobile auf die Menschheit losgelassen wird.

(Quelle: Bloomberg)

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