Microsoft aktuell führend bei Bilderkennungs-Software

14. Dezember 2015 Kategorie: Software & Co, geschrieben von: André Westphal

artikel_microsoftMicrosoft Research hat sich bei dem sechsten, jährlichen ImageNet-Bilderkennungs-Wettbewerb in zahlreichen Kategorien den ersten Platz gesichert. So stellte man mit der eigenen Software mehrmals die Techniken von Google, Intel, Qualcomm und Tencent in den Schatten. Auch neue, auf Bilderkennung spezialisierte Startups sowie Universitäten mussten sich Microsoft geschlagen geben. Das siegreiche System nennt sich „Deep Residual Learning for Image Recognition“ und stammt von den Microsoft-Mitarbeitern Kaiming He, Xiangyu Zhang, Shaoqing Ren und Jian Sun. Die technischen Hintergründe sind sehr komplex, denn es werden neurale Netzwerke mit 150 Layern eingesetzt, welche ihre Genauigkeit auf Zeit verbessern bzw. quasi dazulernen.

Microsoft hat die Techniken für Bilderkennung einer breiten Masse eher verspielt vorgestellt – etwa mit einer App, die anhand von Fotos Aussagen darüber trifft, wie alt die abgelichtete Person in etwa wirkt. Die Ergebnisse sind teilweise sehr belustigend und rankten sich bei mir von 25 bis 45 Jahren, treffen aber manchmal auch gut auf den Punkt. Zumal Microsoft an der Erkennung immer weiter tüftelt. Im Rahmen des Wettbewerbs von ImageNet ging es aber vielmehr darum, mit der eigenen Software in 100.000 von Flickr und Suchmaschinen übernommenen Bildern Objekte auf den Fotos korrekt zu erkennen und zu klassifizieren. Die Gegenstände sollten in rund 1000 Kategorien eingeordnet werden. Darunter waren beispielsweise Bereiche wie „Tarantel“, „iPod“, „Modem“ oder „Spielzeugladen“. Die Software, welche die wenigsten Fehler machte, gewann natürlich.

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Microsoft Research erzielte mit seinen Techniken eine Fehlerrate von 3,5 % bei den Klassifizierungen und eine Rate von 9 % bei der allgemeinen Erkennung / Lokalisierung. Wer sich alle Ergebnisse ansehen möchte, erhält hier einen detaillierten Überblick. In den Jahren zuvor lagen übrigens Google, das Startup Clarifai sowie NEC an der Spitze. Microsoft Research hat somit aufgeholt und scheint großes Interesse an den Techniken zur Bilderkennung zu besitzen. Baidu wurde übrigens disqualifiziert, da das chinesische Unternehmen zu viele Bewerbungen eingereicht hatte.

(via VentureBeat)

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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 1965 Artikel geschrieben.