Meitu: Diese App macht euch schön, sammelt aber eifrig Daten

20. Januar 2017 Kategorie: Android, Backup & Security, geschrieben von: caschy

In den letzten Tagen macht eine App von sich reden. Meitu (auch für iOS) heißt sie und kommt aus China. Die App eroberte in den letzten Tagen die App Store-Charts in den USA und auch hierzulande sind die Nutzer eifrig am laden, kostet ja nichts. Die App, die es seit 2008 gibt und erst jetzt zum richtigen Hype wird, macht aus euren Selfies Anime-mäßige Kunstwerke. Stellt euch den Schönheitsfilter von Huawei- oder Honor-Kamera-Apps vor. Der auf volle Pulle und noch ne Nase Koks dazu.

Am Ende sehen die Fotos so aus, als könne man sie auf ein T-Shirt drucken. Ihr kennt ja sicher die Leute, die Traumfänger im Auto haben und auch Shirts anziehen, die einen den Mond anheulenden Wolf zeigen, oder? Genau so sieht das aus, wenn man ordentlich an den Filtern regelt. Lange Rede, kurzer Sinn – wenn auch überspitzt dargestellt: Die App macht Selfies….irgendwie anders.

Aber das soll nicht das Thema sein, denn die App muss Kritik einstecken und das Echo zeigt, dass man vielleicht nicht immer blind installieren soll, denn die App fordert ordentlich Rechte ein. Viele Entwickler, die mit der Community und sich im Reinen sind, die schrauben die Rechte einer App auf ein Minimum herunter. Das sorgt nicht nur für Vertrauen gegenüber der App, sondern macht sie unter Umständen auch weniger angreifbar.

Bei Meitu denkt man ein bisschen anders, da hat man offenbar bei den nutzbaren Rechten den Knopf „Alle auswählen“ im Entwickler-Dashboard geklickt. Wie erwähnt: das muss nichts heißen. Dennoch müssen sich die Macher derzeit die Frage gestatten lassen, warum man die besagten Rechte einfordert. Für mich als Nutzer ist es erst einmal egal, ob eine App aus Deutschland, China, den USA oder Russland kommt – werden viele Rechte eingefordert werden, könnten viele Daten (bei Meitu werden neben Analytics- und diversen Ad-Trackings auch Informationen wie IP, Gerät, Auflösung, Systemversion, MAC-Adresse und IMEI abgefragt) von A nach B fließen, das Verteufeln einer App, nur weil sie aus China kommt, ist daher Blödsinn.

Abschließend: Schaut auf die Berechtigungen, die Apps einfordern. Seid vielleicht kritisch, auch wenn euch „schöne Filter“ entgehen. Und habt vielleicht dennoch im Hinterkopf, dass es schräge Voraussetzungen für chinesische Entwickler geben soll, auch wenn diese nur auf dem Papier zu finden ist und sich hoffentlich nicht alle Entwickler dran halten. Und falls ihr Pessimist seid: Ja, das ist alles ein großes Fuckup und viele unserer Daten landen wahrscheinlich täglich ohne unser Wissen irgendwo.

Dass Meitu jetzt dafür herhalten muss, liegt an der explodierenden Bekanntheit ausserhalb Chinas. Täglich könnte man hier über Apps schreiben, die so agieren.

(via Greg Linares & FourOctets)

Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: caschy

Hallo, ich bin Carsten! Daddy von Max, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter, Gerne-Griller und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING, Linkedin, Instagram und YouTube. Persönliches Blog. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Carsten hat bereits 23921 Artikel geschrieben.