Mein Senf: Amazon führt im Krieg der Tablets

27. April 2012 Kategorie: Android, Internet, iOS, Mobile, geschrieben von: caschy

Ich finde es jedes Mal erfrischend, wenn irgendein Mullu Mullu-Tablet auf den Markt kommt und die hochseriösen Medien erstaunt fragen: “Sehen wir hier den nächsten iPad-Killer?”. Jedes Mal, wenn diese Zeile in einem Blog oder sonst wo auftaucht, tötet Gott ein Kätzchen, das solltet ihr bedenken. Es gibt keinen iPad-Killer, es gibt im April 2012 nicht mal annähernd eines der Tablets da draußen, welches auch nur ansatzweise an das iPad rankommt.

Es gibt verzweifelte Versuche, mehr nicht. Gäbe es etwas besseres als das iPad, dann würde es die Leute kaufen. Und bevor die mitlesenden Android-Freunde gleich mit einem Herzriss umkippen, weil ich negativ über ihre heilige Kuh gesprochen habe: meine Aussage betrifft Tablets, nicht Smartphones – und es handelt sich beim gleich Folgenden um Zahlen, basierend auf dem US-Markt.

Zurück zur Überschrift. Als das Kindle Fire kam, titelten viele Medien was? Richtig. iPad-Killer. Click here! Bilderstrecke mit 100 Bildern vom Killer. Ich habe es damals schon gesagt: das Kindle Fire ist kein iPad-Killer – obwohl es sicherlich das Zeug dazu gehabt hätte, am iPad-Erfolg zu knabbern. Es ist eine Art Volks-Tab für den Konsumenten, der Inhalte präsentiert bekommt und diese konsumieren kann.

Deshalb wird das Ding durch die Decke fliegen. Die Freaks müssen das mal kapieren: den Nutzer interessiert es einen Scheiss, ob Android 2.3.6, 2.3.7 oder Ice Cream Sandwich 4.0.4 auf dem Gerät ist. Der Benutzer will Content, Content, Content. Neue Zahlen spiegeln den Erfolg in den USA auch einmal lecker wieder. Amazons Kindle Fire, dann lange Zeit nichts und dann der Rest. Es handelt sich dabei um comScore-Zahlen, diesen darf man schon Wert zumessen.

Bei Google ist es auch kein Geheimnis, dass sich Android-Tablets schlecht verkaufen, aber das Erschreckende ist in der Tat, dass das Kindle Fire auf Android basiert und so rockt – dabei hat Google ja zumindest in den USA auch ein halbwegs vernünftiges Ökosystem mit Apps, Büchern, Filmen und Musik. In Sachen Content tun die beiden sich anscheinend nicht viel auf den ersten Blick – Amazon hat es halt verstanden, sich ein Publikum zu beschaffen, die gerne auch mal nen Euro für guten Content ausgeben. Das bekommen viele “Nackt-Android-Nutzer” ja nicht hin.

Wie bekannt sein sollte: nicht nur Gigahertz, RAM und Co machen ein Tablet interessant, sondern dass, was ich damit machen will in Gegenüberstellung mit dem Preis- Leistungsverhältnis. Aber die Problematik ist sicherlich komplizierter, wie hier von mir dargestellt. Amazon hat den Content, Amazon hat das Kindle Fire. Andere Hersteller haben nur ihre Tablets – den Content muss Google liefern können. Und das kann man momentan zumindest in Deutschland mehr schlecht als recht. (via)

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Über den Autor: caschy

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