Kim Dotcoms Mega offiziell gestartet: Erster Eindruck

19. Januar 2013 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

Nachdem immer stückchenweise neue Informationen zu Kim Dotcoms neuem Cloud-Dienst in den letzten Wochen und Tagen bekannt wurden, ist er nun endlich gestartet und für alle unter https://mega.co.nz erreichbar. Vor genau einem Jahr startete die große Razzia in seiner Villa in Neuseeland, daher wählt er sehr bewusst diesen Zeitpunkt als kleine Provokation und legte den offiziellen Start auf den 19.01.13 17:48 UTC.

In einem Video-Interview mit dem Guardian beantwortet er einige Fragen, was er mit Mega vorhat. Schauen wir uns aber mal genauer an, was er in den letzten Monaten mit seinem Team erstellt hat.

MegaErster Haken, wenn ihr euch registrieren und den Dienst nutzen wollt: Bisher wird lediglich Google Chrome unterstützt. Man plant zwar weitere Browser aufzunehmen, die volle Funktionalität bekommt man aber zunächst nur mit Google Chrome.

Mega Google Chrome

Nach der Registrierung mit Email/Passwort (solltet ihr euch unbedingt merken, kann nicht zurückgesetzt werden) und der Bestätigung eurer Mailadresse wird der 2048Bit RSA Key zur Verschlüsselung eurer Daten generiert. Dazu werden ein paar Zufallsdaten benötigt, die ihr per Mausbewegung, bzw Tastatureingaben erstellt, ähnlich wie man es bei Truecrypt bei der Erstellung von Containern kennt.

Mega

Dann könnt ihr euch im einfach gehaltenen Webinterface anmelden. Bisher läuft alles im Browser, es gibt keine Client- bzw. mobile Apps (Windows/Mac/Linux, sowie mobile Clients sollen aber bald folgen).

Mega UploadMega ist generell noch relativ eingeschränkt in der Funktionalität, da man unbedingt zum Jahrestag starten wollte. Derzeit ist es nicht viel mehr als ein weiterer Cloud-Dienst. So könnt ihr ganz normal neue Dateien hochladen, was aktuell durch die vielen Zugriffe sicher etwas langsamer läuft.

Die wichtigste und am meisten erwähnte Funktion ist natürlich die Möglichkeit Daten sicher miteinander zu teilen. Klickt ihr in der Spalte URL auf den Button, bekommt ihr den öffentlichen Link generiert. Hier könnt ihr auswählen, ob der Link mit dem Sicherheitsschlüssel zum Öffnen der Datei mit der URL übergegeben wird.

Falls ihr die Checkbox nicht setzt, müsst ihr den Schlüssel auf einem anderen sicheren Weg dem Empfänger übergeben, damit er die Dateien einsehen kann.

Mega TeilenWie bereits vorab bekannt, bekommt jeder Nutzer 50 GB zu Beginn, was natürlich eine Ansage gegenüber Dropbox, Google Drive, SkyDrive und den ganzen anderen ist. Auf der Accountseite kann man allgemeine Dinge einsehen, wie den aktuellen Speicherplatz/Verbrauch, wie viel Bandbreite verwendet werden darf usw.

Mega Account Seite

Zusätzlich gibt es die verschiedenen kostenpflichtigen Erweiterungen. Allerdings werden diese nicht direkt über Mega bezogen, sondern über Reseller. Hier erwirbt man den entsprechenden Code und wird in Mega als Pro-User eingestuft.

Mega Reseller Pakete

Reseller Pakete von hosting.co.uk

Ähnlich wie Rapidshare es vor einiger Zeit eingeführt hat, gibt es zwar extrem günstigen Speicherplatz, jedoch ist der Traffic limitiert, vermutlich auch damit er nicht das gleiche Schicksal wie Megaupload erleiden wird (hier mal die Copyright Seite). Weiterhin  hat man eine API bereit gestellt, bei der man auf viele Entwickler hofft, die ähnlich viele Apps & Co um Mega entwerfen, wie man sie bei Dropbox kennt.

So sehr der Dienst allerdings bei den Verschlüsselungstechnologien beim Nutzer punkten will, die Datenschutzrichtlinien sind ähnlich jedem anderen vergleichbaren Dienst, wie man bei TorrentFreak anmerkt. IP-Adressen, Verbindungs- und Nutzungsdaten werden gespeichert und bei entsprechenden Verstößen an die zuständigen Behörden herausgegeben.

In einem Blogpost haut man nochmal ordentlich Pläne für die Zukunft raus. So erwähnt man einen sicheren, verschlüsselten E-Mail Service, Kalender, aber für mich etwas verwundernd auch Office-Apps wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation ähnlich Google Drive sind in Planung.

Ob man nun Kim Dotcom seine Daten anvertraut, muss jeder für sich selbst wissen. Aktuell benötige ich persönlich den Dienst mit seinem Funktionsumfang nicht wirklich, auch wenn die Verschlüsselung und der viele Speicher interessant klingt. Die Pläne sind wie immer vollmundig und groß angekündigt, warten wir mal ab wie viel er davon tatsächlich liefern kann. In jedem Fall wird es interessant sein, weiter bei den Entwicklungen von Mega zuzuschauen.


Vielen Dank für das Lesen dieses Blogs! Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann schaut euch auch dieses Advertorial an, welches auf einer separate Unterseite geschaltet wurde: Sony startet mit 4K Ultra HD durch

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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

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