Willkommen, Marty McFly. Danke für die schönen Stunden!

21. Oktober 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Bildschirmfoto 2015-10-20 um 14.02.41Zeitreisen faszinieren die Menschen seit jeher. Es gibt unzählige Filme, die die Zeitreise zum Inhalt haben. Wer sich ein wenig mit der Thematik beschäftigt, der wird auf jeden Fall auch über den 1895 erschienen Science Fiction-Klassiker „Die Zeitmaschine“ von H.G. Wells gestolpert sein, der nicht nur einmal verfilmt wurde. Auch hier geht es um Zeitreisen und die Konsequenzen, die ein Ändern von Geschehnissen in der Zeit haben können.

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Doch es war nicht dieser Film, den ich neulich als „Film meine Lebens“ betitelte.

1985 erschien ein als Einzelfilm geplantes Werk auf den Leinwänden, welches mich fesselte wie kein anderer Film. Wann meine erste Berührung mit „Zurück in die Zukunft“ war, kann ich gar nicht mehr sagen. Der Film lief später in Deutschland an, ich war zudem erst 8 Jahre alt. Ich sah ihn also erst nach seinem Erscheinen. Aber hey – was macht die Zeit denn überhaupt aus? Zurück in die Zukunft katapultierte uns direkt in das Hill Valley im Jahre 1955 und gab uns einen scherzhaften Einblick in das Amerika der 50er Jahre, in dem es noch unglaublich erschien, dass es jemals einen schwarzen Bürgermeister gibt. „Wählt Goldie Wilson!“

Back in Time_Netflix_Story Art

Marty McFly war also gestrandet und musste sich nicht nur mit seiner Mutter herumärgern, er musste auch dafür sorgen, dass er seine Gegenwart (aus Sicht 1955 natürlich die Zukunft) wieder in Ordnung bringt – denn er hatte bekanntlich die Vergangenheit geändert. Wahrscheinlich war es nicht nur die Zeitreise-Geschichte als solches, die mich fesselte, es ist auch noch heute ein verdammt sympathisch wirkender Michael J. Fox, der vieles von dem verkörpert, was ich an Protagonisten in dieser Art Film mag. So herrlich normal, doch mit einem reinen Herz ausgestattet.

In den Jahren danach folgten noch zwei weitere Filme, die ebenfalls unter der Leitung von Robert Zemeckis entstanden. Hier wurde dann das Zeitreisespiel weiter vorangetrieben – und hey: bitte lasst uns nicht über jedes Logik-Loch in einem Film über Zeitreisen diskutieren 😉 Es ist der zweite Teil von Zurück in die Zukunft, der den heutigen Tag zum Inhalt hat. Während der erste Teil im Jahre 1955 und im Jahre 1985 spielt, so fand Teil 2 in den Jahren 1955, 1985 und 2015 statt. Über 30 Jahre ist es her, als Marty McFly zum ersten Mal auf der Leinwand erschien – doch erst heute landet er quasi in der Zukunft, die unsere Gegenwart ist. Komisch, oder? Da muss man doch schon echt durch sein, wenn man sich über diese Kleinigkeiten eines Filmes Gedanken macht, beziehungsweise diese aufschreibt…

when this baby hits 88 miles per hour… you’re gonna see some serious shit

Es ist der heutige Tag, der 21. Oktober 2015, an dem Doc Brown, Marty und Jennifer landen. Sie wollen „heute“ Biffs Enkel und den Sohn von Marty und Jennifer davon abhalten, eine Straftat zu begehen. Der Rest ist Geschichte. Der in der Zukunft gekaufte Sport Almanach gelangt über den alten Biff in die Vergangenheit (1955) und sorgt dafür, dass der junge Biff aus jeder Sportwette als Sieger herausgeht und so die Zukunft geändert wird – ganz zum Nachteil der sympathischen Protagonisten.

Nun sind wir also im Jahr 2015 und haben einen guten Eindruck, was man sich – wenn auch übertrieben – 1989 so vorgestellt hat. Wir bekamen einen Ausblick in die Zukunft, die sich natürlich als nicht richtig erweisen hat. Hoverboards? Nicht wirklich. Zwar gibt es immer wieder Experimente oder Werbe-Geschichten, doch das klassische Hoverboard aus Zurück in die Zukunft ist immer noch nicht zu finden. Internet und E-Mail? Ebenfalls nicht in den Ideen von 1989 so konkret aufgetaucht, dafür die Bildschirmtelefonie und das klassische Fax. Hier kann man froh sein, dass dies 2015 nicht mehr so häufig vonnöten ist.

Was man aber bereits 1989 im Film sehen konnte, das war ein Wearable – so hat Marty McFly eine smarte Videobrille auf, mit der er Inhalte konsumiert – das kommt doch schon dem nahe, was wir heute in der Entwicklung sehen. Ebenfalls bekommt man im zweiten Teil des Films im Cafe der 80er einen ersten Einblick auf das Gaming, ohne direkt am Gerät selber zu sein. Randbemerkung: der kleine Junge im Cafe der 80er am Spielautomaten ist Elijah Wood.

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Doch auch mit anderen Technologien hatte man richtig gelegen, so weiß der Doc Brown des Jahres 2015 mit einem Tablet zu beeindrucken, Zahlung per Fingerabdruck ist möglich – Schuhe, die sich selber binden sucht man heute als normale Entwicklung allerdings vergebens, stattdessen haben diese sich vom Film inspirieren lassen. Was aber tatsächlich abgewandelt heute zu finden ist, das ist 3D. So sehen wir im Holomax des Jahres 2015 den Teil 19 von Jaws – 3D als Technologie gab es zwar bereits 1989, doch noch lange nicht so ausgefeilt, wie es heute der Fall ist. Bis wir uns allerdings echtes Holo-Kino ansehen, werden sicherlich noch viele Jahre ins Land ziehen. Funfact: auf der Infotafel am Holoplex wird Jaws 19 von Max Spielberg angezeigt. Spielberg hat tatsächlich einen Sohn namens Max.

Doch lasst uns weggehen von den Technologien, die es gibt – oder auch nicht. Das alleine macht den Film für mich nicht zum absoluten Klassiker. Es sind auch die kleinen Details, die den Film weiterhin liebenswert machen. Wenn beispielsweise aus der Twin Pines Mall die Lone Pine Mall wird – es gibt so viele Dinge zu entdecken, die einem garantiert beim ersten Schauen durch die Lappen gehen.

Zurück in die Zukunft ist aus heutiger Sicht eine Liebeserklärung an die jeweiligen Jahrzehnte, gepaart mit der klassischen Bösewicht-gegen-Gut-Geschichte. Die Filme glänzen mit sanften Filmtricks, eben das, was zum jeweiligen Zeitpunkt möglich war – aus der heutigen Sicht eine perfekte Unperfektheit, aus der Situation herausgeboren. Heute wären diese ganzen Filmtricks ein Witz – doch ich behaupte: heute wäre der Film nicht so erfolgreich, nicht so Kult. Was an Tricktechnik fehlte, das hat man mit Spielwitz und Erzählung ausgeglichen – Dinge, die vielen Filmen heute fehlen.

Obwohl ich die Blu-rays besitze und den Film auch schon bestimmt 50 Mal gesehen habe: Läuft Zurück in die Zukunft, dann wird er geschaut. Ja, ich gestehe – bei jeder Wiederholung des Films zittere ich noch mit – und das Ertönen der Main Theme treibt mir jedes Mal Tränen in die Augen. Jeder Mensch hat so den Film, der ihn begleitet, der sein Lieblingsfilm ist. Bei mir ist es Zurück in die Zukunft, was auch dafür sorgt, dass ich mit 38 noch mit unzähligen BTTF- oder Delorean-Shirts durch die Gegend laufe – zudem steht bei mir ein Modell des Delorean im Arbeitszimmer und auch die Abwandlungen der Filmplakate hängen über meinem Schreibtisch:

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Auch wenn mir Zurück in die Zukunft nicht wirklich etwas mitgegeben hat, was ich für mein Leben gebrauchen kann – so hat es mir immer eines gezeigt: Hör nie auf zu träumen. Und gerade das Thema Zeitreise lädt doch zum träumen ein. Und wenn wir ehrlich sind: wer hat es sich bitte nicht einmal vorgestellt, in der Zeit zu reisen? Einfach mal schauen, was so los ist. Ob man allerdings so konsequent wie Doc Brown und Marty gewesen wäre, nicht aus Eigennutz zu handeln?

Wie auch immer: Willkommen Marty, danke für die vielen schönen Stunden!

(Übrigens: Fans der Reihe müssen die Telltale-Games mal ausprobieren – so schöne neue Geschichten aus dem BTTF-Universum. Des Weiteren läuft seit heute die Doku „Back in Time“ bei Netflix. 95 Min – „Back In Time“ erforscht den Mythos „Zurück in die Zukunft“, Michael J. Fox, Steven Spielberg und Robert Zemeckis gehören zu den Interviewpartnern in der Dokumentation.).


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Über den Autor:

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