MailStore Home in Version 9.7 veröffentlicht

Artikel_MailStoreMailStore Home hatten wir ja in der Vergangenheit schon öfter vorgestellt: Der für Privatleute kostenlose Ableger des MailStore Servers ist eine der besten Lösungen, wenn man darauf aus ist, seine eigenen Mails schnell und unkompliziert zu archivieren – ganz gleich, wo sie denn liegen. Brachte man im Oktober eher ein Funktionsupdate auf die Version 8.3 heraus, die auch Windows 10 und Outlook 2016 unterstützte, hat MailStore mittlerweile die neue Version 9.7 veröffentlicht und neben dem Sprung bei der Versionsnummer, die jetzt mit der Server-Variante gleichzieht, auch viele Dinge unter der Haube verbessert.

Als Grundvoraussetzung für die Installation der neuen Version wird – das sei nur vorab erwähnt – Microsofts .NET Framework 4.5.1 vorausgesetzt, in Sachen Betriebssystem werden alle Windows-Versionen ab Windows Vista mit Servicepack 2 bis hin zu Windows 10 unterstützt. MailStore Home kann wie üblich als portable Version genutzt oder eben installiert werden: Wer sich das Programm dauerhaft auf die Festplatte bannen möchte und bereits eine Vorgängerversion installiert hat, sollte auf jeden Fall in der Verwaltung Hand an den Suchindex legen – doch dazu später mehr. Nach dem Start sieht MailStore Home aufgeräumt wie immer aus und präsentiert alle Funktionen schon übersichtlich, auch die direkte Suche im Archiv ist natürlich nach wie vor noch da.

MailStore_Home_Startbildschirm

Für Leute, die ein Update ihrer bestehenden MailStore-Installation durchgeführt haben, sollte wie Eingangs bereits erwähnt der erste Weg in die Verwaltung führen – hier kann und sollte nach dem Update einmal die Einstellungen der Indexierung überprüfen: MailStore archiviert grundsätzlich alle Anhänge, allerdings sind die Inhalte dieser nach einem Update nicht automatisch durchsuchbar. Unter Verwaltung / Suchindex / Ändern findet Ihr die entsprechende Option, um das zukünftig in Gang zu bringen:

MailStore_Home_97_Suchindex

Vorhandene Standard-Dokumente können hier ausgewählt werden – beispielsweise werden Text-, CSV und Dateien ab Office 97 und das Open Document Format unterstützt. Zum Indexieren der Inhalte von PDF-Dokumenten kann bei Bedarf das IFilter-Plugin heruntergeladen werden: Da die Wege für reine PDFs, Microsoft Office- und Open Document Format-Dateien unterschiedlich sind (für letztere werden beispielsweise das Microsoft Office 2010 Filter Pack respektive eine Installation von Open- oder LibreOffice benötigt), schau Ihr Euch das Procere bei Bedarf einfach mal auf der Hilfeseite des Herstellers an. User eines installierten Microsoft Office 2013 besitzen beispielsweise die Elemente des Filter Packs bereits, für die PDF-Integration wird eine Instanz des Adobe Readers 11 vorausgesetzt.

MailStore_Home_97_Index_Konfiguration

Selbstverständlich können auch andere, eigene Dokument-Typen angegeben werden. Nach der erfolgten Anpassung teilt Euch MailStore mit, dass der Suchindex noch einmal neu aufgebaut werden muss, was durchaus Sinn macht. Das waren dann erst einmal die Anpassungen – im Zuge dessen kann man auch noch einmal versuchen, ungenutzten Speicherplatz des Archivs freizugeben und/oder die Datenintegrität einmal zu prüfen: Macht man im Alltag wohl eher seltener, von daher sollte man sich hier vielleicht die Zeit gönnen:

MailStore_Home_97_Speicherplatz

Prinzipiell waren das die Eingriffe, die Ihr nach einem Update erledigen solltet – Neuinstallationen fangen ja bekannt „jungfräulich“ an und müssen erst einmal mit einem oder mehreren Postfächern, die es zu archivieren gilt, bekanntgemacht werden. In dieser Hinsicht bietet MailStore Home ebenfalls den bekannten Komfort der vorherigen Versionen und ist eigentlich auch für Menschen, die technisch nicht sonderlich versiert sind, schnell einzurichten. Das Anlegen eines Archivierungsprofils oder der Export der archivierten Daten sind leicht verständlich aufgebaut und unter dem Strich kümmert sich MailStore Home einfach um eins: Eure Mails schnell und sauber auf Eurem Rechner zu archivieren.

MailStore_Home_97_Outlook

Weitere Vorzüge der neuesten Version sind weiterhin unter anderem:

  • Ein neues Gmail-Profil, welches zusätzliche Funktionalität wie das Löschen aus dem Gmail-Postfach bereitstellt. Hier sollte beachtetet werden, dass dieses Profil keine anderen Ordner außer „Alle Nachrichten“ und „Gesendet“ berücksichtigt – so möchte man Szenarien, „welche von Benutzern als nicht-nachvollziehbar wahrgenommen wurden, und welche durch das Zusammenspiel von Gmail-Labeln, IMAP-Ordnern und MailStores Single-Instance-Store entstanden sind“ vermeiden
  • Ergänzung: Bestehende Google Mail-Profile können weiterhin bearbeitet und ausgeführt, jedoch nicht neu erstellt werden
  • Integration der neuen Gmail-Archivierungsprofile mit Unterstützung von OAuth-Authentifizierung (ein Problem, das wohl viele hatten) und dem automatischen Löschen von E-Mails aus dem Postfach
  • Eine direkte Archivierung von PST-Dateien ohne vorhandene Outlook-Installation ist nun wieedr möglich
  • Die Performance bei der Archivierung von EWS-basierten Postfächern ab Microsoft Exchange 2007 wurde nach Angaben von MailStore signifikant verbessert – dafür soll ein neuer MAPI Property-Cache auf Firebird-Basis sorgen
  • Auch die Geschwindigkeit beim Archivieren von IMAP-basierten Postfächern mit vielen bereits archivierten Objekten wurde ebenfalls verbessert, auch hier soll der neue MAPI Property-Cache brav seine Dienste verrichten
  • Die Datenintegritätsprüfung kann nun (siehe Screenshot) innerhalb von MailStore Home erfolgen und muss nicht mehr über die Kommandozeile gestartet werden

Desweiteren verweist MailStore auf weitere „hunderte Verbesserungen und Bugfixes“, die im Zuge der erneuten Integration von MailStore Home in den Entwicklungszweig der „grossen“ Version mit eingeflossen sind. Weggefallen ist sowohl das Archivierungsprofil für den guten, alten AVM Ken! sowie – leider – die integrierte Backupfunktion, mit der man sein Archiv bei Bedarf auf einen externen Datenträger auslagern konnte.

MailStore_Home_97_Anbieter

Unter dem Strich bleibt MailStore Home also, was es bisher auch war: Eine schnelle, flexible und vor allem kostenlose Archivierungslösung für private Nutzer, ohne da auf spezielle Mailanbieter zu setzen. Die Möglichkeiten, Eure Mails zu archivieren, sind wirklich mannigfaltig und die einzige Möglichkeit, die ich noch vermisse (und für die ich privat noch Geld zahlen würde), wäre die Integration des Webinterfaces, wie es auch bei der MailStore Server-Variante existiert. Oder aber ein Brückenschlag von der reinen Windows- in die Mac-Welt – hier fehlt etwas Vergleichbares und eine VM ist ja auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss.

In Sachen Funktionsumfang ist MailStore Home eben wie die Servervariante ein absolut tolles Stück Software, welches mit dieser Version eben noch ein wenig besser und professioneller geworden ist und an dem es eigentlich schon seit Jahren wenig bis gar nichts zu meckern gibt – fein!

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Digital Native, der trotzdem gerne das Mittelalter erlebt hätte und chronischer Device-Switcher. Multimediafreak. England-Fan. Freier Autor & Tech Blogger. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Zyniker. Hoffnungsvoller Idealist. Gladbacher Borusse und hauptberuflicher IT-Consultant.

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22 Kommentare

  1. Absolut geniale Software made in Germany. Setze ich privat und in der Firma in der Servervariante ein. Und der Support ist erstklassig übrigens!

  2. Sehr hilfreich wäre ja noch ein Direktlink zur Software 😉

  3. PDF-Indexierung wäre nett gewesen, aber dafür extra den Adobe Reader installieren, wenn man PDFs mit einem anderen Programm betrachtet (PDF XChange Editor)?

  4. Die Links zu Adobe sind auf der Seite von Mailstore offenbar vertauscht. Klickt für den iFilter mal auf den Download des Readers 😉

  5. Den iFilter gibt es auch ohne den Reader: https://www.adobe.com/support/downloads/thankyou.jsp?ftpID=5542&fileID=5550

    Ist auch super, weil mann dann in der Windows Indizierung PDFs indizieren lassen kann und somit PDFs in der Windows- und Outlook-Suche durchsuchen kann.

  6. Nutze die SW auch schon seit Jahren für das Backup, super Teil!

  7. Wolfgang Denda says:

    Tolles Programm, und toll, dass es nach dem Besitzerwechsel weitergeführt wird.

    @klee
    Danke für den Link

  8. Hab jemand Empfehlungen für OS X?

  9. Vielleicht habe ich es in diesem Blogeintrag oder auf der Webseite vom Hersteller überlesen. Windows 10 Mail App wird auch unterstützt?

  10. @Eimer70 – Die App nicht direkt, aber das Postfach bzw. der Dienst (mindestens POP3 bzw . IMAP) dahinter kann abgegriffen werden.

  11. @Oliver: Ach ja, prima. Waren natürlich die Nachrichten gemeint. Lassen die sich bei Bedarf in der App wiederherstellen?

  12. @Thorsten: Tatsächlich, danke für den Hinweis!

  13. KeyserSoze says:

    Warum so umständlich archivieren?
    Ich habe bei jedem Mail Konto einen Archiv Ordner angelegt,
    dort werden die gewünschten Sachen Ganz einfach hinein verschoben
    und befinden sich dann dauerhaft auf dem Anbieter Server,
    der eine Menge zum Erhalt der Daten leistet,
    wahrscheinlich sogar Redundant !

  14. Weil du damit abhängig vom Anbieter bist. Was ist, wenn mal dein Account gehackt oder gesperrt wird?

    MailStore funktioniert provider-unabhängig und sogar offline. In meinem Mailarchiv befinden sich sogar noch Mails von 1996, und seitdem hatte ich zahlreiche Mailaccounts bei unterschiedlichsten Providern. Mailstore hat sie nun alle in einem extrem schnell durchsuchbaren Gesamtarchiv, das sogar in diverse andere Formate exportiert werden kann.

  15. Jo, setze ich seit Jahren ein. Die Nummer eins auf dem Markt 🙂

  16. Ist die Software immer noch auf max. 3 Konten (Exchange nur eines) je Dienst beschränkt? Und steht das jetzt endlich in den Lizenzbedingungen oder in einem Support-Dokument und taucht nicht nur als Fehlermeldung beim Einrichten auf? 4 (und mehr) – Personenhaushalte schauen in die Röhre.

    Dann stehen in den Lizenzbedingungen (http://www.mailstore.com/de/legal-eula-free.aspx) noch so nette Dinge wie „Die Archivierung von Sammelkonten oder Personen ungebundenen E-Mailkonten ist ausdrücklich untersagt“. Wer also Mailkonten wie „familie-mustermann@lalala.de“ oder „ebay-mails@hans-mustermann.de“ betreibt, ist auch außen vor.

    Mir gefällt dieses „hinten herum“ seit Jahren nicht. Warum kann man das nicht so direkt auf die Homepage schreiben? Und warum muss man bis heute mindestens 5 Lizenzen abnehmen, wenn man die ‚große‘ Lösung (auch als Familie) einsetzen will? Ich habs vor 2 Jahren mal ausprobiert, das Produkt ist technisch gar nicht so schlecht. Aber die, meiner Meinung nach, hinterfotzigen Art auf der kaufmännischen Seite macht viel wieder kaputt.

    Wen das nicht stört oder wer nicht an die Grenzen stößt: Good to go.

  17. @Dennis
    http://www.mailsteward.com

    Bei mir bleibt dennoch alles in Mail.app. Meine ältesten Mails im Archiv-Ordner sind ebenfalls von 1996. Ich verstehe nicht wofür ich dazu ein extra Programm bräuchte.

  18. Vielen Dank für die meist positiven Kommentare! Wir haben den Fehler mit den PDF-IFilter Download-Link behoben. Leider ist es auf 32-Bit-Systemen wirklich notwendig den Adobe Reader 11 zu installieren, da Adobe den stand-alone IFilter nur für 64-Bit Systeme anbietet. Da wir sicherstellen wollen, dass die Indexierung auch wirklich funktioniert, haben wir in 9.7 eine Whitelist für die auswählbaren IFilter-Pakete eingeführt.

  19. Hat noch jemand das Problem mit GMail?:
    Die Prüfung des SSL/TLS-Serverzertifikats ist fehlgeschlagen. Um die Zertifikatsprüfung zu umgehen, wählen Sie bitte die Option „SSL-Warnungen ignorieren“.

  20. Ich lese heute zum ersten Mal von diesem Programm, und verstehe den Sinn und Zweck eines weiteren Zusatzprogramms nicht. Firmen müssen evtl. ein Archiv betreiben und vorhalten, okay. Okay, es gibt Leute die einzig und allein webmail nutzen, nur hier erahne ich einen Nutzen im Privatsektor. Aber es gibt doch genug Mailprogramme, die deutlich mehr Funktionen bieten als jedes Webmail-Interface und z.b. IMAP mit Download ermöglichen. Wahlweise mit löschen der Mails auf dem Server, was dann direkt auch verhindert, dass alle diese persönlichen Daten auf irgendeinem Server herumliegen (und dann sind wir wieder bei POP3). Wenns sein muss (weil mobil, etc. etc.) lässt man sie auf dem Server und kann eben auch webmail benutzen.
    Aber es wird ja ausdrücklich beworben, die Mails aus „Thunderbird, Outlook, etc in ein separates Archiv zu sichern“. Ich will doch nicht bei der Suche nach einer Mail erst noch ein Programm öffnen müssen, um die Mail dann evtl. zu finden. Oder verstehe ich hier was falsch?
    „Früher“ gab’s nur POP3, dann kam IMAP, heute „braucht“ man wieder Programme die die guten Funktionen von POP3 wieder zurückholen. Irgendwie seltsam.
    Gutes, versioniertes Backup auf externes Medium regelmäßig von allen persönlichen Daten, mit so wenig Zusatzprogrammen wie möglich, und es braucht doch kein weiteres Programm, dass dann evtl. genau im nötigen Moment streikt. Auch hier sind Mails von 2000 im seitdem genutzten Thunderbird-„Archiv“. Sind reine Textdateien im mbox Format und damit ganz prima auch über Betriebssystemgrenzen hinweg nutzbar bzw. mit einem simplen diff-Tool könnte ich wenn nötig Backup und aktuelle Version vergleichen und ggf. ersetzen. Je komplizierter und je abhängiger von einzelnen Tools/Herstellern, desto schlechter.

    Oder ist das ganze mehr was für „Selbst-Optimierer“, weil mehr unterschiedliche Backups = mehr gut?
    Bitte gerne Aufklärung, wenn ich was total falsch verstanden habe.

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