MacBook Air 2013: mein Testbericht

30. Juli 2013 Kategorie: Apple, Hardware, geschrieben von:

Am 10. Juni stellte Apple das neue MacBook Air 2013 vor. Optisch wie immer, doch mit einigen Verbesserungen unter der Haube. Hier muss man allerdings auch Intel loben, die mit ihrem Intel-Prozessor der vierten Generation (Haswell) einiges in Sachen Performance und Grafikleistung verbessert haben, sodass nicht nur die Käufer eines neuen MacBook Air 2013 etwas davon haben, sondern auch die Nutzer eines Ultrabooks.

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Geschickt justiert sorgt die neue Plattform nicht nur für ein Plus an Leistung, sondern auch für ein Plus an Akkulaufzeit – ein Feature, welches dem mobilen Menschen immer wichtiger ist. Bevor ich zu meiner Meinung bezüglich des neuen MacBook Air 2013 komme, erst einmal ein paar Worte aus der persönlichen Warte, warum ich derzeit das Modell MacBook besser finde, als vielleicht ein aktuelles Gerät aus der Kategorie Ultrabook mit Windows.

Ich denke, dass die klassischen Ultrabooks mit festem Touch-Display nur eine kurzzeitige Randerscheinung sind, denn die Zukunft liegt entweder in ultraportablen Geräten, deren Display ich komplett drehen kann und damit ein Tablet emuliere, oder den Geräten, die es mir erlauben, das Display als eigenständiges Tablet zu benutzen. Diese Geräteklassen sind bereits vereinzelt verfügbar, die Tatsache Windows 8 hat sie mir bislang immer madig gemacht. Mir liegen Gesten auf dem Touchpad des MacBook eben mehr, als Getippe auf dem Display.

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Habe ich ein Notebook, so nutze ich persönlich kein Touch-Display, da es mir keinen Mehrwert bietet, weiterhin werde ich gezwungen, unbequeme Armbewegungen durchzuführen. Habe ich ein Windows Convertible, so ist dies in den meisten Fällen zu groß und zu schwer als Tablet – und bietet vielleicht nur begrenzte Reichweite in Sachen Akku.

Des Weiteren ist Windows 8 in der jetzigen Form kein Betriebssystem, welches mir durch seine moderne Oberfläche und die momentan verfügbaren Apps eine Arbeitserleichterung bietet. Selbst in meinem technisch versierten Umfeld haben Touch-Bildschirme an Windows-Rechnern die Beliebtheit einer vollbesetzten Bahn im Hochsommer – ohne Klimaanlage.

Mitte 2013 gibt es für mich immer noch die strikte Trennung Notebook, Smartphone und Tablet, wobei ich bemerkt habe, dass ich fast alles mit dem Samsung Galaxy S4 oder dem iPhone erledigen kann und derzeit selten zum Tablet greife. Das Tablet und das Smartphone bieten mir Portabilität, Akkulaufzeit, Casual-Nutzen und eine von mir bevorzugte Größe von bis zu 9 Zoll, was mir mit in der Konstellation mit dem MacBook Air eben mehr bringt, als ein Windows-Ultrabook mit Touch.

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Wer weiss, was Apple schraubt und was vielleicht noch kommt. Fakt ist: die Menschen aus Cupertino nutzen nicht nur die eigenen Ideen, sondern in Sachen Touch-Bedienung auch irgendwann mal sicher die Ideen anderer Hersteller. Allerdings bin ich guter Dinge, dass die Firma Apple mal etwas macht, worauf es meiner Meinung nach ankommt: man verkauft ein Produkt, wenn man erkannt hat, dass es verkauft werden kann und es dem Benutzer Mehrwert bringt. Der scheint heute noch zu fehlen, denn sonst würden wir vielleicht schon eine Lösung mit Touch von Apple sehen.

Das neue MacBook Air 2013

Das neue MacBook Air ist nichts, wofür man Apple nun gratulieren müsste. Konsequent wird hier lediglich eine Modellpflege betrieben, weil augenscheinlich erst einmal nicht viel verändert wurde. Das neue MacBook Air verfügt wie früher über ein hervorragend verarbeitetes Unibody-Gehäuse aus Aluminium, nebst Touchpad aus Glas.

Das Touchpad

Das Touchpad aus Glas ist für mich einer der größten Pluspunkte am MacBook Air. Es ist sehr groß und sehr präzise, die Software ist genau auf die Hardware eingestellt und vielfältige Einstellungsmöglichkeiten bieten dem Benutzer eine Anpassungsmöglichkeit auf seine Vorlieben. Ich muss nie fest tippen, lediglich antippen und komme butterweich überall hin.

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Die Tastatur

Die Tastatur des MacBook Air 2013 wurde, sofern ich meiner Erinnerung glauben will, etwas verbessert. Ich beklagte an früheren Modellen immer die Tatsache, dass die Tasten so wirkten, als würden sie jeden Moment aus dem Gerät fallen. Das war natürlich nicht so, wirkte aber optisch so auf mich. Die einzelnen Tasten wirken fester mit der Halterung verzahnt. Die Tasten haben einen kurzen Druckpunkt und machen dabei keine lauten Geräusche, wie man es oft bei etwas günstigeren Keyboards feststellen kann. Klackern ist Fehlanzeige, lediglich der Leertaste ist die Aufhängung auch akustisch anzumerken, sie passt irgendwie nicht in das Gesamtbild. Für die Dämmerung: das MacBook Air hat eine Tastatur mit integrierter Beleuchtung.

Das Display

Apple bewegt sich mit 1440 x 900 bereits an einer unteren Grenze in Sachen Auflösung, eigentlich untypisch für eine Firma, die die Display-Technologie beim MacBook Pro Retina so perfekt ausnutzt. Doch das Ganze scheint gewollt zu sein, denn selbst die Retina-MacBooks der 15 Zoll-Klasse sind nativ mit 1440 x 900 unterwegs, wenn auch mit höherer Pixeldichte.

Deshalb hier noch einmal die Empfehlung: wenn MacBook, dann doch bitte eines der Air- oder Retina-Klasse, da die 13 Zoll MacBooks lediglich über native 1280 x 800 Pixel in der Auflösung verfügen, was heute einfach zu wenig ist. 1440 x 900 ist etwas, womit man in der 13 Zoll-Klasse hervorragend arbeiten kann. Wer von einem MacBook Pro mit Retina-Display an das MacBook Air wechselt, der wird enttäuscht sein. So enttäuscht, wie bei jedem Display. Hier geht es nicht um die sichtbaren Pixel, sondern um den gesamten Eindruck.

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Das menschliche Auge ist ein feines Werkzeug und gewöhnt sich sehr schnell an veränderte Umstände. Längere Zeit an einem Display mit so hoher Pixeldichte wie dem MacBook Pro mit Retina-Display lässt jedes andere Display alt aussehen, zumindest für die ersten 30 Minuten, denn dann sollte euer Auge im besten Falle wieder auf nativer Auflösung keine Unterschiede mehr sehen können. Das Display kann knackige Farben sehr gut darstellen und bietet zudem auch aus schlechterem Blickwinkel ein gutes Bild. Dennoch ist das Display spiegelnd.

Diese Tatsache sorgt bei allen Notebooks immer für Diskussion. Ich habe so zwar gefühlt echtere Farben, unter Umständen aber auch in der Sonne Probleme, da unsere Augen automatisch versuchen, Spiegelungen zu filtern. Egal was man kauft: Spiegelungen bei Displays sind von Hersteller zu Hersteller, beziehungsweise beim verbauten Panel unterschiedlich, sodass ein Vergleich lohnt. Ich selber arbeite seit vielen Jahren ausschließlich mit den spiegelnden Displays und es hat bislang erst wenige Situationen gegeben, wo mich dieser Umstand wirklich ärgerte. Apple entspiegelt seine Displays relativ gut, müsst ihr einfach mal selber unter die Lupe nehmen, sofern ihr in die Kaufgefahr kommt.

Die Leistung

Apple bietet das MacBook Air 2013 wie bisher in verschiedenen Variationen an, die typische Variante beinhaltet einen 1,3 GHz Dual-Core Intel Core i5 Prozessor (Turbo Boost bis zu 2,6 GHz) nebst 4 GB DDR3 RAM. Lässt man den bekannten Geekbench im 32Bit-Modus laufen, so erhält man 6048 Punkte, der 64Bit-Modus bringt 6742 Punkte hervor. Hier zeigt sich etwas Spannendes: man liegt nicht weit mit dem Modell 2012 auseinander, dieses hatte allerdings eine CPU, die bei 1,8 GHz wesentlich höher getaktet war und zudem noch wesentlich weniger Akkulaufzeit hervorbrachte.

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Nun könnte man für sich persönlich schon festhalten: Lohnt das Update von Modell 2012 auf Modell 2013 überhaupt, sofern man auch mit 6 Stunden Akkulaufzeit zufrieden ist und nicht 12 braucht? Nein, sofern man nicht auch noch spielt, denn Intels HD5000 bringt in Sachen 3D-Performance natürlich etwas mehr, als die HD4000 – dennoch sollte man in diesem Bereich nicht zu viel erwarten, kein ernsthafter Gamer würde mit dieser Lösung klarkommen.

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Der Flashspeicher ist laut Apple im Vergleich zum Vorgänger etwas schneller geworden, ich komme hier auf einen Durchschnitt von knapp 725 MB/Sec lesend und 790 MB/Sec schreibend. Apple setzt nicht auf den Anschluss der Flashspeicher via SATA-Schnittstelle, sondern nutzt PCIe.

Die Anschlüsse

Fast exakt der gleiche Spaß, wie bereits im letzten Jahr. Bluetooth, 2 x USB 3.0, ein SD-Kartenleser, zwei Mikrofone, der Kopfhörer-Anschluss und Thunderbolt. Das zweite Mikrofon ist dabei neu. Weiterhin findet man den neuen Standard 802.11ac im Bereich WLAN vor, der euch aber herzlich wenig bringt, sofern ihr noch Router und Repeater einsetzt, die diesen Standard nicht unterstützen. Einen LAN-Anschluss gibt es wie bisher auch nicht, hier empfiehlt sich der Anschluss eines Adapters. Eine 720p-Webcam ist ebenfalls vorhanden.

Lautsprecher:

Hier kommt man, bedingt durch die Bauart, bei weitem nicht an den großen Bruder, das MacBook Pro mit Retina-Display heran. Dennoch liegt man im Vergleich zum Wettbewerb im guten Mittelfeld. Der Sound ist laut hörbar, lässt aber definitiv Wärme und Bass vermissen.

Die Akkulaufzeit

Hier hat man einiges vom Stapel gelassen, die offizielle Ansage sind 12 Stunden, ich las sogar von einigen, die noch mehr aus dem Gerät herauskitzeln konnten. Doch die Aussage Akkulaufzeit ist natürlich immer so eine Sache. Ich habe über den Tag verteilt immer mal verschiedene Arbeitssituationen, die natürlich unterschiedlich viel Leistung vom Gerät fordern.

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Wer bei nicht komplett aufgedrehtem Bildschirm durchschnittlich surft, der bekommt die 12 Stunden, derjenige, der mit Videoschnitt und Co unterwegs ist, der muss eben mit kürzerer Akkulaufzeit auskommen. Wer nur Filme schaut, der kommt auf knapp 10 Stunden. Apple selber gibt immer einen Durchschnitt an, Display-Helligkeit in Tests ist immer 75%.

Das MacBook Air hält das Akku-Versprechen und sorgt dafür, dass man mit einer Batterieladung durch den Tag kommt – und dies ist meiner Meinung nach der größte Vorteil am neuen MacBook Air. Wer vielleicht das Modell im letzten Jahr ausgelassen hat und bisher immer um die 2013er-Variante schlich, der bekommt nun einen weiteren Anreiz.

Im Faulpelz-Modus, indem ich nur zum Zeitvertreib surfe, komme auch ich locker auf die besagten 12 Stunden, konnte das Gerät durch Videoschnitt und Co natürlich früher nach einer Steckdose schreien lassen. Doch eines hat das MacBook Air 2013 geschafft: ich schleppe kein Netzteil mehr mit mir herum. Ich weiss einfach, dass ich definitiv über einen normalen Arbeitstag komme, auch wenn die Arbeiten mal härter ausfallen – und ich bin ja berufsbedingt jemand, der fast dauerhaft am Gerät hängt.

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Zusammenfassung?

Der König ist tot, es lebe der König. Das neue MacBook Air besticht wieder einmal durch zeitloses Design und perfekte Verarbeitung. Die Symbiose aus Leistung und Akkulaufzeit macht es zu einem Begleiter, den man gerne bei sich hat – kein Wunder bei 1,35 Kilo. Mir fällt aus dem Stegreif kein Gerät ein, welches ich aus der Windows-Welt kaufen wollen würde, wenn ich in der gleichen Preiskategorie suche.

Das MacBook Air spielt mit ab 1099 Euro in der preislich gehobenen Mittelklasse, es ist meiner Meinung nach aber auch den Preis wert. Apple betreibt Modellpflege und spielt im mobilen Bereich weiterhin ganz vorne mit. Statt mit bunten Farben, komischen Convertible-Varianten und halbgaren Touchscreen-Funktionen auf den Markt zu kommen, besinnt man sich auf das, was man am besten kann: man stellt einfach ein tolles Gerät her, welches sich mit seinen Grundpfeilern auf dem Markt bewährt hat und justiert hier und da weitere Performanceschrauben. Interessant wird der Start des neuen Betriebssystems Mavericks, welches hier und da auch noch einiges aus der Hardware holen soll.

Wer Alternativen im Window-Bereich sucht, der sollte auf Intels neuste Prozessor-Generation achten und wie dieses Gerät mit dem Akku umgeht. Sony, Samsung und ASUS haben da auch einige interessante Modelle im Angebot. Dennoch empfehle ich jedem mal den Blick über den Tellerrand.


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Über den Autor:

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