LG HomBot 3.0 Staubsaugerroboter im 7-wöchigen Dauertest

28. Juli 2013 Kategorie: Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Ich bin technischen Gerätschaften wie Staubsaugerrobotern eher skeptisch gegenüber eingestellt. Die ersten Generationen habe ich kaum eines Blickes gewürdigt, wie sollen schließlich runde Roboter in die in Deutschland beim Hausbau handelsüblichen Ecken kommen? Der LG HomBot 3.0 ist fast eckig, sollte damit also umgehen können. 7 Wochen hatte ich das Gerät im Einsatz, ob es die Arbeit im Haushalt erleichtert hat, könnt Ihr hier lesen.

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Ich bin ja mehr so der Typ, erst einschalten, dann eventuell irgendwann die Bedienungsanleitung herauskramen (spätestens dann, wenn irgendetwas nicht funktioniert). So ging es mir auch mit dem LG HomBot 3.0 (ich nenne ihn ab sofort Noo-Noo, der Name ergab sich bereits nach kurzer Nutzung). Ausgepackt, aufgestellt und erst einmal gewartet, weil der Ladevorgang gestartet wurde.


Nach einer ganzen Weile war der Akku voll und es ging los. Einfach die Start-Taste auf dem Gerät gedrückt und geschaut was passiert. Noo-Noo fuhr los und saugte (einen eigentlich sauberen Teppich). Im ersten Raum stand recht viel herum, die meisten Gegenstände wurden dank der vielen Sensoren, die in Noo-Noo verbaut sind, elegant umfahren. Kabel und ähnliche Kleingegenstände waren allerdings nicht so toll, hier drehte Noo-Noo völlig durch und versuchte diese zu fressen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung vor Inbetriebnahme (sollte man echt machen), hätte mich davor gewarnt.

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Er zog also seine ersten Bahnen im Zick-Zack-Modus. Es sah alles nicht sehr koordiniert aus, wegen der vielen nötigen Ausweichmanöver, aber man erkannte direkt, dass Noo-Noo keine Stellen auslässt. Als er mit der Fläche fertig war, fuhr er selbstständig zur Ladestation und parkte ein, um den Ladevorgang wieder zu starten. Schon einmal ein sehr guter erster Eindruck.

Obwohl der Teppich sauber war, hier wird normalerweise mit einem coolen Dyson Staubsauger gereinigt, schaute ich natürlich gleich in den Staubfangbehälter – und staunte nicht schlecht. Er war voll. Noch einmal bei der Staubsaugerverantwortlichen des Hauses nachgefragt, ja, der Teppich hätte sauber sein sollen.

Nach dem Lesen der Bedienungsanleitung wusste ich dann auch, dass Noo-Noo viel mehr kann, als nur langweilig ein Zimmer saugen. Ganze Wohnungen sollen möglich sein, mit Lernmodus und voll automatisch. Das ist sehr praktisch, wenn man eingeschössig wohnt, über drei Stockwerke bräuchte man allerdings drei LG HomBots, wenn man nicht ständig umbauen will.

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Der Untergrund ist Noo-Noo ziemlich egal, er saugt Teppiche, Laminat und Fliesen, passt dabei sogar automatisch seine Geschwindigkeit an. Für glatte Böden gibt es auch einen Mopp-Aufsatz (trocken), der den Untergrund dann wischt anstatt zu saugen.

Ich habe den HomBot dann wieder eingepackt und zu den Schwiegereltern verfrachtet, die die Haupträume auf einer Ebene haben. Noo-Noo fühlte sich wohl in seinem neuen Zuhause. Dort probierten wir dann auch die ganzen Funktionen, wie raumübergreifende Reinigung, die verschiedenen Reinigungsmodi und das Freestyle-Saugen mittels Fernbedienung.

Am bequemsten ist die Timer-Funktion, so kann man den HomBot dann reinigen lassen, wenn es niemanden stört. Er ist zwar nicht sehr laut, man kann sogar noch Fernsehen, während er saugt, ohne dass man die Lautstärke enorm hochdrehen müsste, aber so ganz alleine kann er in Ruhe sein Ding machen.

Im Normalfall macht er dies auch, man könnte sich also darauf verlassen, dass der Teppich gereinigt ist, wenn man nach Hause kommt. Oder man sucht Noo-Noo, weil er plötzlich nicht mehr in seiner Ladestation steht. Fährt er sich nämlich fest, hat der HomBot ein Problem. Das kommt zwar nicht oft vor, da die Sensoren echt einen guten Job verrichten, aber es kommt vor, auch an Stellen, die er vorher mehrere Male perfekt umfahren hat.

Die Reinigungskraft überraschte auch in der zweiten Testwohnung. Die rotierenden Bürsten und die Saugkraft holen Dinge aus dem Teppich, die man mit einem normalen Staubsauger nicht herausbekommt. Faszinierend, vor allem, wie klein der HomBot eigentlich ist.

Ecken und Kanten sind kein Problem für den HomBot. Die rotierenden Bürsten sorgen dafür, dass auch außerhalb des Geräteumfangs der Schmutz eingefangen wird. An Kanten fährt er so knapp vorbei, dass diese auf jeden Fall mitgereinigt werden. Sicher, komplett in eine Ecke kommt er nicht, aber wir sprechen hier von vielleicht 1 – 2 cm, die effektiv nicht erfasst werden.

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Was jedoch Probleme macht, sind Raumwechsel. Sind sehr starke Lichtunterschiede zwischen zwei Räumen, kann es vorkommen, dass der HomBot gar nicht erst in den nächsten Raum fährt. Ebenso hat er seine Schwierigkeiten, wenn nur leicht erhöhte Hindernisse vorhanden sind. Er fährt auf diese auf, wenn sie von den Ultraschallsensoren nicht erfasst wurden. Oftmals hängt er sich dann auch fest und muss manuell gerettet werden.

Die verschiedenen Saug-Modi sind Zick-Zack, Cell-by-Cell und der Spiral-Modus. Der erste fährt einen Raum Bahn für Bahn ab. Kommt ein Hindernis, wird dieses umfahren und die ursprüngliche Bahn wieder eingeschlagen. Funktioniert gut und ist für viele Räume sicher der Modus, den man am häufigsten benutzen wird.

Der Cell-by-Cell-Modus legt vorher eine kleinere Fläche im Raum fest. Ist der Umriss mit dem HomBot abgefahren, wird innerhalb dieser Fläche im Zick-Zack-Modus gereinigt. Ist die erste Zelle fertig, wird mit der nächsten weiter gemacht.

Der Spiral-Modus zieht Kreise. Vom Startpunkt aus bewegt sich der HomBot spiralförmig in immer größeren Kreisen. Wie beim Zick-Zack-Modus auch, werden Hindernisse umfahren und die eigentliche Bahn wieder eingenommen. Höhere Dekoteppiche lassen sich so gezielt reinigen, da der HomBot nur auf diesem Teppich bleibt. Ziemlich cool anzusehen.

Mit dem My Space-Modus legt man mit Hilfe der Fernbedienung die Umrisse einer zu reinigenden Fläche fest. Innerhalb dieser reinigt der Hombot dann im Zick-Zack- oder Cell-by-Cell-Modus den Untergrund.

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Auch per Fernbedienung lässt sich mit dem HomBot saugen. Leider immer nur in eine Richtung, Wettsaugen als Party-Gag fällt somit fast flach. Aber grundsätzlich ist es so möglich, gezielt eine kleine Stelle zu saugen, das kann manchmal praktischer sein, als einer der Automatik-Modi.

Ein weiterer großer Spaß ist es, den HomBot in einem anderen Raum auszusetzen. Zumindest Noo-Noo gefiel dies sehr und er reinigte fast die ganze Wohnung, während er auf der Suche nach seiner Basisstation war. Diese wird auch stets gefunden, es sei denn der Akku macht vorher schlapp. Dies kann im Normalfall (also wenn man ihn nicht mutwillig aussetzt) aber nicht passieren, da er sonst die Ladestation schon aufgesucht hätte.

Die Reinigung des Hombot ist sehr einfach. Bürsten und Staubfangbehälter lassen sich ohne Probleme aus dem Gerät nehmen und können auch feucht gereinigt werden. Im Lieferumfang befinden sich zudem Ersatzbürsten, sowhl für die Eckreinigung, als auch eine rotierende Bürste. Nach 7 Wochen Nutzung lässt sich noch schlecht sagen, wie oft diese ausgetauscht werden müssen, bisher gab es aber keine Not dazu.

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Zusammengefasst kann ich sagen, dass der LG HomBot ein wirklich sehr guter Staubsaugerroboter ist, wenn er gute Bedingungen vorfindet. Zu kleine Räume oder Räume, die mit vielen Hindernissen vollgestellt sind, sind nicht so toll geeignet. Hat man aber große Flächen und wenig Schnickschnack, gibt es wohl kaum eine bequemere Methode, den Boden sauber zu halten. Die Frage ist halt, ob man seinen Wohnstil an einen Staubsaugerroboter anpassen will.

In Sachen Lautstärke, Reinigungskraft und selbstständiges Arbeiten macht der LG HomBot 3.0 eine sehr gute Figur. Eine Alternative zum normalen Staubsauger? Auf jeden Fall. Auch der Preis (momentan ca. 555,- Euro bei Amazon) ist nicht übertrieben, wenn man bedenkt, was ein guter normaler Staubsauger kostet und wie viel Zeit man spart.

Werde ich mir einen HomBot zulegen? Nein, leider nicht. Über drei Stockwerke und einem freilebendem Meerschweinchen im Wohnzimmer, könnte dies kein gutes Ende nehmen. Unter anderen wohnlichen Bedingungen, würde ich aber sofort zuschlagen. Den nächsten Staubsaugerroboter werde ich mir näher ansehen, wenn diese Treppen steigen können.

Bereits 2011 gab es hier einen Test eines anderen Staubsaugerroboters, falls ihr eine Alternative sehen wollt.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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