LG G Pad 8.3: LGs Tablet ausprobiert

17. November 2013 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von:

Lange war es um LG im Bereich der Tablets ruhig, das damals vorgestellte 3D-Tablet floppte zurecht und mit dem im Rahmen der IFA 2013 in Berlin vorgestellten LG G Pad 8.3 soll nun alles anders werden.

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Der Name verrät es schon: das Tablet ist 8,3 Zoll groß und hat damit für mich eine gute Größe. Hier kommen persönliche Vorlieben zum Tragen – sicherlich sind 7 Zoll für viele die ideale Größe, für mich sind 8 Zoll bis knapp 9 Zoll irgendwie angenehmer.

Fangen wir aber einmal mit den technischen Bauteilen an – verglichen mit unmittelbarer Konkurrenz in Form des Nexus 7 der zweiten Generation oder dem iPad mini mit Retina Display. Das 338 Gramm schwere LG G Pad 8.3 verfügt über ein 8,3 Zoll großes IPS- Display, welches mit 1920 x 1200 Pixeln auflöst.

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Die Pixeldichte beträgt 273 PPI. Hier hat das kleiner gebaute, aber mit identischer Auflösung versehene Nexus 7 2013 den nominellen Vorteil, wie auch das iPad Mini mit Retina-Display. LGs 273 ppi stehen 332 ppi beim Nexus 7 gegenüber und 326 beim iPad mini mit Retina-Display. Alle drei Geräte verfügen über ein IPS-Display und damit über einen ausreichend guten Betrachtungswinkel.

Das LG G Pad 8,3 verfügt weiterhin über einen Qualcomm Snapdragon S600, einen Vierkerner mit 1,7 GHz, nicht das stärkste Pferd im Hause Qualcomm, aber sicherlich für die meisten Aufgaben mehr als ausreichend – hier muss man bedenken, dass das Gerät auch zur IFA vorgestellt wurde.

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Das Nexus 7 setzt auf einen S4 Pro mit 1,5 GHz, Apples iPad mini hat den 64 Bit A7-Prozessor. In Sachen Arbeitsspeicher setzt LG auf die klassischen 2 Gigabyte, wie auch ASUS im Nexus 7, lediglich Apple liegt hier ausstattungstechnisch hinten. Auch die Grafik ist ebenso stark wie im Nexus 7 der zweiten Generation – eine Adreno 320 GPU soll für 3D-Zauber sorgen.

Die klassischen Innereien scheinen beim G Pad schon einmal zu stimmen, weiterhin hat LG etwas eingebaut, was Speicherfreunde freuen wird: man findet einen microSD-Slot vor, der noch Karten bis zu 64 GB aufnimmt. Je nach Ausgangslage (16 GB oder 32 GB) findet der Benutzer noch ausreichend Speichermöglichkeit für Fotos, Videos, Musik und Co vor. Wer sehr viel mit seinem Tablet macht, alle Daten vorhalten will, der findet hier schon einmal einen kleinen Vorteil.

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Kameras verbaut LG natürlich auch, hier stehen dem Nutzer einmal die 5 Megapixel starke rückseitige Kamera mit BSI-Sensor zur Verfügung (BSI: Rückwärtige Belichtung soll für eine verbesserte Qualität sorgen, ebenfalls soll der Sensor einen höheren Anteil des lichtaktiven Bereichs haben). Die Kamera für die Videotelefonie löst hingegen mit marktüblichen 1,3 Megapixeln auf.

In Sachen Konnektivität gibt es Infrarot, Bluetooth 4.0, WLAN nach a/b/g/n, den Kopfhöreranschluss und micro-USB. Nein, NFC verbaut LG im G Pad 8.3 nicht, ebenfalls gibt es derzeit keine Variante, die über LTE oder 3G verfügt. WiFi ist euer Weg ins Internet.

Haptik:

Die erste Berührung mit dem LG Pad 8.3 war damals zur IFA und ich war überrascht. Das Gerät ist rückseitig mit einer Aluminium-Abdeckung versehen, was optisch sehr edel wirkt. Hierbei will ich keinen Streit vom Zaun brechen, ob Aluminium oder Polycarbonat, das sollte heute keine Rolle mehr spielen. Der eine mag dies, der anderes das – mir ist das Material immer egal, sofern es wertig verarbeitet ist.

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Auf der linken Seite hat man sich die Menüelemente gespart, sowohl der Power-Button als auch die Lautstärke-Wippe befinden sich rechts. Um eine möglichst „ruhige“ Frontansicht zu haben, verbaut LG die Lautsprecher auf der Rückseite, hier verbirgt sich auch die etwas vertiefte Kameraoptik, diese soll schließlich nicht verkratzen. Zum LG G Pad 8.3 kann ich hier nur sagen: LG hat in diesem Fall meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Alles sitzt da, wo es sitzen soll, alles sehr wertig und passgenau verarbeitet.

Display:

Das Display löst mit 1920 x 1200 Pixeln auf und hat eine Pixeldichte von 273 ppi. Die Schrift ist sehr gut und klar lesbar, auf die Auflösung angepasst App-Icons wirken klar und stark. LG ist einer der größten Display-Hersteller, der auch Displays für viele andere Geräte liefert, sodass man davon ausgehen kann, dass in den eigenen Geräten vernünftige Displays verbaut. Auch im LG G Pad 8.3?

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Ansichtssache, das LG G Pad stellt Farben ausdrucksvoll dar, eignet sich also nicht nur für allerlei Surfen im Internet, sondern auch für das Betrachten von Medien aller Art, wie zum Beispiel Foto- oder Video-Content. Hat man allerdings auch andere Geräte zur Hand, dann wird man unter Umständen feststellen, dass das LG G Pad 8.3 Inhalte nicht so hell darstellen kann, wie sie zum Beispiel vom iPad Air dargestellt werden. Das Display wirkt im direkten Vergleich nicht nur dunkler, sondern auch gelbstichiger. Funfact: dies merkt euer Auge erst, wenn ihr wirklich Vergleiche habt, sonst wird es euch nicht so stark auffallen.

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Übrigens: das LG G Pad 8.3 hat einen sehr dünnen Rahmen. Während ein iPad beim Halten erkennt, dass ein Daumen auf dem Display liegt und diesen ignoriert, ist dies beim G Pad 8.3 nicht der Fall. Daumen also ganz weit außen halten, sonst wird es nichts mit dem Scrollen im Browser.

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System:

LG setzt beim LG G Pad 8.3 auf Android 4.2.2. Wirft man einen Blick in die Systemeinstellungen, dann wird zumindest bei mir gleich ein Kritikpunkt laut. LG verpasst den Geräten einen eigenen Aufsatz, die Einstellungen sind hiervon auch betroffen, diese Einstellungen dürften performanter sein. Springe ich von Punkt zu Punkt, so legt das Gerät immer eine kleine Denkpause ein. Dies mag für viele allerdings kein Kritikpunkt sein, schließlich ist man eher mit dem Gerät beschäftigt, als mit dessen Einstellungen.

LG gibt dem G Pad 8.3 ferner viele Funktionen mit, die man auch vom hervorragenden LG G2-Smartphone kennt. Das Gerät lässt sich so zum Beispiel mittels Anklopfen aufwecken – alternativ kann man durch Anklopfen das Display ausschalten. Das ist bequem, da gewöhnt man sich äußerst schnell dran.

Eine weitere sinnvolle Software ist QPair, hiermit kann man das Smartphone mit dem LG Pad 8.3 koppeln. So kann man zum Beispiel eingehende Anrufe und Benachrichtigungen am Tablet bearbeiten, auch lassen sich per Quick Memo-App erstellte Notizen von einem auf das andere Gerät beamen.

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Zu den Sonderfunktionen wie QSlide und Slide Aside habe ich euch einmal Videos eingebunden, hier kommt es auf euer Anwendungsgebiet an, ob ihr so etwas nutzt. Neben anderen Herstellern bietet auch LG mittlerweile diverse Funktionen an, die auf eure Interaktion achten, so bleibt das Display an, wenn ihr es anschaut, Filme pausieren, wenn man wegschaut.

Viele verteufeln die Zusatzfunktionen einiger Hersteller und so dürfte es auch LG ergehen. Einige mögen die Schnelleinstellungsleiste, die anpassbar ist und Schnellzugriff auf WLAN, Energieverwaltung, Zusatz-Apps, drahtlose Freigabe und Co gibt. Sie ist anpassbar, aber nicht optional. Ich persönlich finde es aber gut, dass sie vorhanden ist, gibt sie doch Zugriff auf allerlei Einstellungen, die ich so schnell erreichen kann.

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In zukünftigen Updates darf LG ebenfalls mal ein paar Stellschrauben feinjustieren, mein Gerät hatte oftmals nach dem Aufwecken erst einmal das Problem, in Trab zu kommen. Dies äußerte sich mit Mikrorucklern beim Wischen zwischen den Homescreens oder im App Drawer, hier jammere ich aber auf halbwegs hohem Niveau.

Was mir auffiel: die automatische Helligkeitsregelung funktioniert mal mehr, mal weniger. Hoffen wir auf ein Software-Update.

Nackte Benchmarkzahlen:

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Akku:

Der Akku des LG G Pad ist 4600 mAh stark. Wie schon oft erwähnt: durch den Mixbetrieb von Anwendern ist es nicht immer einfach, eine konkrete Aussage zum Akku zu treffen. Ich teste immer gerne mit lokal abgespielten Filmen, die ich in diversen Helligkeitsstufen und bei aktiviertem WLAN abspielen lasse. Hier bringt es das LG G Pad 8.3 auf gute achteinhalb Stunden, wenn ich die Display-Helligkeit auf 50 Prozent einstelle, bei 70 Prozent könnt ihr immer noch etwas über 6 Stunden Filme genießen. Und im normalen Alltag? Da kommt ihr aber auch bei starker Nutzung locker über den Tag, Dauernutzung natürlich nicht in die Berechnungen einbezogen.

Kamera:

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Hier möchte ich nicht allzu viele Worte verlieren. Es handelt sich um ein Tablet mit einer 5 Megapixel starken Kamera. Ich lasse einfach mal ein paar Bilder sprechen, die ich hier auch hochgeladen habe. Das geneigte Auge darf selbst entscheiden. Ich würde jetzt äußern, dass die Fotos schlecht sind, auch die Farben hauen mich persönlich nicht um. Nervöser Autofokus. Absolut am rauschen, wenn es dunkler ist. Macht keinen Spaß.

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Sound:

Der Sound würde bei mir die Schulnote „Ausreichend“ bekommen. Wer viel und laut Musik hört, der sollte den Kopfhöreranschluss nutzen. Die Lautsprecher plärren in höchsten Tönen – will heißen: die Höhen sind nervig verzerrt bei hoher Lautstärke. Warmer Sound will sich laut meiner Ohren in keinem der von mir getesteten Genres einstellen. Als Vergleich: die Lautsprecher des iPhone 5s sind meines Erachtens nach besser. Also: nicht zu hoch drehen, eher im Mittelfeld agieren, dann ist der Sound akzeptabel.

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Fazit:

Zum Preis von derzeit 299 Euro bietet LG derzeit ein sehr interessantes Tablet an. Hier hat man sich klugerweise für die meines Erachtens vernachlässigte 8 Zoll-Klasse entschieden. Das LG Pad 8.3 muss sich in Sachen Haptik und Optik vor keinem Mitbewerber verstecken.

Rein preislich liegt man zwischen dem Nexus 7 und dem iPad mini mit Retina-Display. Wer sich eh im Apple-Universum bewegt – oder dieses nicht kategorisch ausschließt, der wird trotz 90 Euro Preisunterschied sicherlich schon eine Vorentscheidung getroffen haben, alle anderen sollten sich das LG Pad 8.3 aber auf jeden Fall mal anschauen. Auf der Positiv-Seite stehen für mich das komplette Erscheinungsbild, die Zusatzfunktionen und der Formfaktor. Kritikpunkte dürfte das LG G Pad 8.3 für die Lautsprecher und die Kamera kassieren, ebenfalls würden sich die Benutzer sicherlich über ein bald erfolgendes Android-Update freuen – bekanntlich ist Android 4.3 bereits seit fast 4 Monaten auf dem Markt.


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Über den Autor:

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