Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ im Lesertest

11. Oktober 2014 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Gastautor

Unser Leser Björn, der auch schon die Logitech Harmony Universal-Fernbedienung getestet hat, hat sich das Yoga Tablet 10 HD+ zur Brust genommen und ist sehr angetan. Bevor Ihr jedoch den Test lest, solltet Ihr Euch darüber im Klaren sein, dass bereits das Nachfolge-Modell vorgestellt wurde, welches ab Mitte Oktober im Handel ist. Dennoch wollen wir Euch den Test natürlich nicht vorenthalten. Unter dem Bild geht es los, wenn Ihr Fragen an Björn habt, er ist auch bei Twitter erreichbar wird aber sicher auch hier Rede und Antwort stehen. Wir hatten auch bereits das 10 Zoll-Modell ohne FullHD-Display im Test.

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Full-HD-Display, besseres Display, mehr Arbeitsspeicher, kräftigerer Prozessor und ein besserer Akku. Lenovo merzt mit dem Yoga 10 HD+ einige Schwachstellen des Vorgängermodells aus. Zu einem Preis von etwa 300 Euro bekommt man hier ein wirklich gutes Tablet. Oder doch nicht? Ein kleiner Praxistest stellt das ungewöhnliche Tablet auf die Probe.

Technische Spezifikationen

Display: Größe: 25,7 cm (10,1″) Full HD (1.920 x 1.200) mit IPS
Prozessor: Qualcomm® SnapdragonTM 400 Quad-Core 1,6 GHz MSM8228 (3G) / APQ8028 (Wi-Fi)
Speicher: ROM: 16 GB/32 GB / Micro-SD bis zu 64GB
Kameras: Rückseite: 8 MP mit Autofokus / Vorderseite: 1,6 MP HD Festbrennweite
Betriebssystem: Android 4.4 KitKat
Akku: 9.000 mAh Li-Ionen
Sound: 2 Lautsprecher vorne/Dolby® Audio/3,5-mm-Anschluss
Abmessungen: (261 mm) x (9,1 mm – 3,0 mm) x (180 mm)
Gewicht: Wi-Fi-Version: 626 g / 3G-Version: 628 g

Haptik & Optik

In der Packung befindet sich neben dem Tablet und einem kleinen Handbuch lediglich ein Netzteil, bestehend aus Stecker und USB-Kabel. Das Gerät fällt, wie der Vorgänger, durch seine besondere Bauweise auf. Wer eine schnurlose Apple-Tastatur sein Eigen nennt, erkennt diese im Design des Yogas sofort wieder. Im Gegensatz zu anderen Tablets auf dem Markt setzt man hier nämlich auf einen Akkuzylinder, der sich von der ansonsten schlanken Bauweise stark abhebt. Vorteil dabei: man benötigt keine Klapphülle o. ä. um das Gerät schräg auf den Tisch zu legen und es besser bedienen zu können.

Im Akkuzylinder hat Lenovo außerdem noch einen ausklappbaren Fuß integriert, damit man das Gerät hochkant hinstellen kann um z.B. TV oder Filme zu schauen. Im einen Ende des Zylinders befindet sich der Ein-/ Ausschalter, im anderen Ende der 3,5mm Kopfhöreranschluss. Nimmt man das Yoga in die Hand, kann man es am Zylinder sehr gut halten. Als Material verwendet Lenovo Metall und Glas, weshalb sich das Tablet sehr wertig anfühlt.

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Das Display

Das Yoga 10 HD+ kommt mit einer Full-HD Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln auf dem 10,1″ Display zu Euch. Farben und Kontraste wirken hier durchgehend sehr angenehm und einzelne Pixel sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Lenovo verspricht stabile Blickwinkel von 178 Grad, also auch aus extrem flachen Blickwinkeln. Bis auf das Grad genau konnte ich das natürlich nicht nachstellen, allerdings ist der Inhalt ohne Kontrastverluste wirklich bei einem super flachen Blickwinkel noch gut lesbar.

Im Freien konnte ich bei starkem Sonnenlicht allerdings starke Reflexionen auf dem Display ausmachen, die die Inhalte darauf teilweise schlecht bis unleserlich machten. Das ist jedoch ja bei fast allen aktuellen Tablets der Fall, weshalb ich hier keine schlechte Wertung vergebe. Die adaptive Displaytechnologie passt außerdem die Bildschirmhelligkeit und die Farbdarstellung automatisch an die Umgebung an, was bei wechselnden Lichtverhältnissen gut funktioniert hat.

Der Akku

Ein fest verbauter 9.000 mAh Li-Ionen Akku hält laut Hersteller rund 18 Stunden Betrieb durch. Das reicht ohne weiteres aus um mehrere Filme am Stück zu gucken oder den gefühlt ganzen Tag ununterbrochen im Netz zu surfen. Die Leistung des Akkus ist allerdings in meinen Augen echt der Hammer! Ich habe bei dem Tablet nach vielen Tagen herumprobieren und knapp zwei Wochen liegen lassen – wegen Urlaub – immer noch etwa ein Drittel Saft. Sehr erstaunlich, wünscht man sich immer. Möglich macht das natürlich die Bauweise des Zylinders, wodurch ein größerer Akku in das Tablet gebaut werden konnte. Zum Thema Akku kann ich hier abschließend nur sagen: Gut gemacht, Lenovo!

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Die Kameras

Die rückwärtige Kamera löst nun mit 8 Megapixel auf. Bildqualität habe ich im Garten ausprobiert und reicht für Schnappschüsse definitiv aus, mit aktuellen Kameras aus den Smartphone-Schlachtschiffen kann sie aber nicht mithalten. Farben wirken trotzdem sehr satt und Details werden sauber dargestellt. Es kann aber vorkommen, dass Kanten von Objekten etwas schnell zu scharfgezeichnet sind, was dann den Bildgenuss etwas trübt.

An der 1,6-MP-Kamera auf der Vorderseite ist etwas irritierend, dass sie sich in der Mitte des Bildschirms im Quermodus befindet. Nutzt man also die Kamera z.B. für Videotelefonie sitzt man im Quermodus immer recht weit auf der rechten Seite, obwohl man sich frontal vor dem Tablet befindet. Im Hochkantmodus muss man das Tablet dann wiederum recht hoch platzieren um noch auf dem Bildschirm sichtbar zu sein.

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Der Sound

Das Yoga 10 HD+ hat dank mitgelieferter Dolby-Zertifizierung und entsprechender App einen ganz angenehmen Sound. Allerdings sind den physikalischen Größen der Tablet-Lautsprecher auch Grenzen gesetzt, ein wirklich räumlicher Soundgenuss kam bei mir nicht auf. Zum Anschauen von Videos reicht das aber Dicke aus, laute Musik würde ich mir aber lieber mit Kopfhörern reinziehen. Trotzdem ist die einzustellende Maximallautstärke nicht zu unterschätzen und bei Bedarf knallt einem schon ne recht gute Masse entgegen.

Die Software

Zum Einsatz auf dem Lenovo Yoga 10 HD+ kommt Android 4.4.2 KitKat, womit man also sehr aktuell am Start ist. Glücklicherweise verändert Lenovo das Android nicht und belässt es bis auf App-Zugaben im Originalzustand.

Somit kommen Apps wie UC Browser, Evernote, Route 66 Navi + Maps, Kingsoft Office, AccuWeather, Txtr eBooks, Skype, SNAPit Camera und auch SHAREit, SECUREit und SYNCit auf das Gerät. Mit den letzteren Dreien könnt Ihr das Tablet absichern, Dateien zwischen zwei Geräten austauschen oder mit der Cloud synchronisieren.

Das Fazit

Durch seine außergewöhnliche Bauweise ist das Lenovo Yoga 10 HD+ sicherlich nicht jedermanns Sache und erstmal etwas „komisch“. Trotzdem genießt man schnell die Vorzüge des integrierten Standfußes und ertappt sich oft dabei, diesen auch zu nutzen. Dank der exzellenten Akkulaufzeit, dem scharfen Display, des hohen Arbeitstempos und der Verarbeitung kann man mit dem Tablet nicht viel falsch machen. Der Speicher lässt sich per microSD-Karte noch um bis zu 64 GB erhöhen, wodurch der Genuss von Filmen auf Reisen kein Problem wird.

Videostream über WLAN habe ich ebenfalls ausprobiert, da ich dieses Feature privat sehr gerne nutze. Hier ließ sich eine Folge „Game of Thrones“ in 1080p ohne Probleme von meinem Synology NAS streamen und sah top aus. Natürlich gilt das auch für jegliche anderen Videofiles, die man sich entweder im Netz per Stream von Watchever, Netflix & Co oder lokal vom internen 16 GB Speicher oder der Speicherkarte anschauen kann.

Als Prozessor dient ein Qualcomm Snapdragon 400 Quad-Core mit 1,6 GHz, welcher dem Gerät ausreichend Kraft für Anwendungen und Games verleiht. Android ruckelt im Betrieb nur selten, bemerkt habe ich das hauptsächlich beim Aufruf der Multitasking-Funktion und einigen Menüs, was den guten Gesamteindruck aber nicht schmälert. Wer ein gut verarbeitetes Tablet im Kinoformat sucht, kann für 300 Euro aktuell zugreifen.



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Über den Autor: Gastautor

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