Lenovo PHAB2 PRO vorgestellt: Das ist das erste Project Tango-Smartphone

9. Juni 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_lenovo_tangoProject Tango, bereits im Februar 2014 von Google vorgestellt, erhält endlich seine erste Hardware für Verbraucher. Developer-Geräte gab es bereits seit einiger Zeit, nun lässt Lenovo mit dem PHAB2 PRO ein Dual-Kamera-Smartphone mit diversen Sensoren auf die Nutzer los. Durch die Kamera und Sensoren ist die Erfassung von Räumen möglich, angewendet werden kann dies in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Vom Klassenzimmer bis zum Haustier im Schlafzimmer ist vieles möglich. Um die Funktionen auch nutzen zu können, liefert Lenovo die entsprechenden Apps gleich mit, damit der Nutzer Räume neu erleben kann.

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Hinter Tango stecken drei Kern-Technologien, die im Zusammenspiel für die neuen Möglichkeiten sorgen. Bewegungsverfolgung, Tiefenwahrnehmung und die Lernfähigkeit bei der Erfassung der Umgebung. Sensoren („Das Auge“) nehmen mehr als 250.000 Messungen pro Sekunde vor, um die dreidimensionale Position des Smartphones zu bestimmen und den Raum mit sämtlichen Hindernissen zu erfassen und diese bei Bedarf per Augmented Reality mit anderen Dingen zu ersetzen.

Technisch ist dies eine Herausforderung, dies in einem Smartphone unterzubringen noch viel mehr. Gelungen ist dies auch durch die kleinste 3D-Kamera der Welt, die von Infineon entwickelt wurde. Der 3D-Bildsensorchip REAL3 erlaubt eine dreidimensionale Abbildung der Umgebung in Echtzeit. Das funktioniert über Infrarotlicht, gleichzeitig werden die Helligkeitswerte der Objekte erfasst.

Abgesehen von Tango präsentiert sich das PHAB2 PRO als großes Smartphone. Es ist mit einem 6,4 Zoll IPS-Display ausgestattet, das 2560 x 1440 Pixel auflöst. Beim Prozessor handelt es sich um einen Qualcomm Snapdragon 652 (Built for Tango), dem 4 GB RAM zur Seite stehen. Speicher gibt es 64 GB, erweitert werden kann dieser, falls man auf eine zweite SIM-Karte verzichtet, zum Einsatz kommt hier ein Hybrid-Slot, der entweder für Dual-SIM-Nutzung oder für eine SIM und eine micrSD-Karte sorgt.

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16 Megapixel löst die rückseitige Kamera auf, sie ist mit PDAF Fast-Focus asugestattet. Außerdem sind der Tiefensensor und der Sensor für das Bewegungstracking, beides für Tango-Funktionen benötigt, Teil der Kamera. Auf der Vorderseite befindet sich eine 8 Megapxiel-Kamera. Besonderheiten gibt es bei der Soundaufnahme, das PHAB2 PRO unterstützt Dolby Audio Capture 5.1, drei Mikrofone sorgen auch für Rauschunterdrückung.

Ein großes Gerät verträgt einen großen Akku und den liefert Lenovo auch. 4050 mAh gibt es, allerdings sollte man auch bedenken, dass eine Menge Sensoren mit Strom versorgt werden möchten. Damit das Aufladen des Akkus nicht so lange dauert, wird FastCharge unterstützt.

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Als Betriebssystem kommt Googles aktuelle Version Android 6.0 Marshmallow zum Einsatz. Zu den Tango-Anwendungen hat Lenovo auch bereits Ideen. So können Schüler beispielsweise Dinosaurier durchs Klassenzimmer spazieren lassen und bekommen nebenher Informationen dazu angezeigt. Oder man spielt auf dem Küchentisch eine Runde Domino. Im Museum lassen sich dank der Technik Augemented-Realtiy-Führungen realisieren. Und im Schlafzimmer ein virtuelles Haustier großziehen.

Was ich bei den Beispielen ein bisschen vermisse, sind praktische Anwendungen für den Alltag. AR-Fußgängernavigation, oder einen Einkaufshelfer, der einem sagt, wo etwas im Laden zu finden ist. Dinge, die man eben nicht nur zu besonderen Anlässen mal benötigt, sondern täglich nutzen kann. Die wenigsten werden täglich ins Museum gehen. Trotz der verbauten Technik ist das Lenovo PHAB2 PRO mit 499 Euro vergleichsweise günstig, allerdings soll es auch erst im September auf den Markt kommen, dann aber weltweit.

Nun seid Ihr dran, was sagt Ihr zum ersten Project Tango-Smartphone? Interessant für Euch?


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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